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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1900.
Um die Koefficienten B, C, D der gewöhnlich gebrauchten Deviations-
formel [s. u. (I)] zu erhalten, hat man die 3, €, ® nur in Gradmafs zu ver-
wandeln. Es wird hier
B = 9,6° C = 6,0°
Bedeutend einfacher erlauben meist die Deflektoren, welche mit vrariablem
Ablenkungswinkel arbeiten, die Koefficienten zu bestimmen. Sie bemühen sich
eben, die Deviationen auf den Hauptstrichen und damit die Koefficientenwerthe
direkt an der Rose ablesbar zu machen. Eine sehr einfache Lösung dieser Auf-
gyabe erzielt, wie wir oben sahen, Clausen. Wir werden deshalb hier des ein-
facheren Ausdrucks wegen speciell die Clausensche Anordnung im Auge haben;
die Resultate werden jedoch mutatis mutandis auch für andere Deflektoren-
typen gelten.
Knüpfen wir an das früher auf Seite 220 (Fig. 2) Gesagte an und zählen
die Abweichung z von der zum Meridian senkrechten Stellung positiv, wenn das
Nordende der Nadel nach N gezogen erscheint, so werden wir auf dem Kompafs-
kurs N haben
H.,—H_ PP
tang zo = °‘H = H +8
entsprechend für die anderen Kurse nach folgender Uebersicht:
N: tangz, = pa OÖ: tangzZ, =
ä —P
S: tangZ,; = 7"H” +a
Wir erhalten daraus
FE 2 (tang Zz, — tang Z, 4) x = e (tang Z. , — tang z,)
= 5 (tang Z,, + tang zZ, 4) e = 1 (tang Z, , + tang z,)
und
d. h. die Komponenten des permanenten Magnetismus, ausgedrückt in Kinheiten
des H, sowie die gesonderten Werthe der Induktionskonstanten a und e. Letztere
kann ınan bei späteren Beobachtungen wieder benutzen, um durch eine einzige
Beobachtung P oder Q neu zu bestimmen. In der Praxis wird man, immer
unter Voraussetzung kleiner (20° nicht übersteigender) Werthe der Deviationen,
statt der Tangenten die Winkel selbst nehmen und unter Zugrundelegung der
gewöhnlichen Deviationsformel
1)
d = Bsin& + Ccos? + Dsin2E
‘wo © den Kumpafskurs bezeichnet) sich meist damit begnügen, dafs man setzt
PP RX A
B = Y C = H D = 2
Um die genauen Werthe der Koefficienten zu bekommen, berechnen
. N a+e 2
wir zunächst den Faktor 42=1+- £ und finden dann
P Q 14—e
— nn ba — + 6 => $ _. dl
B= 4 = =, = Des a =D)
womit zugleich die Koeflicienten 3, C, D der exakten Formel
(II) sind = Bsinf + CE cos + © (sin 2 +0)
bis auf Größen zweiter Ordnung bestimmt sind.
Um auch hier ein Beispiel zur Illustration der Formeln heranzuziehen,
wählen wir dieselbe Eisenanordnung, die den oben berechneten Versuchen mit
dem Thomson-Deflektor zu Grunde lag (s. S. 221).
Die Beobachtung mit dem auf H eingestellten Deflektor ergab:
5 B, C, D sind hier natürlich als in "Theilen des Radius gemessen anzusehen, während
man sie gewöhnlich ja in Gradmafs ausdrückt.