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Volltext: 64, 1936

322 Annalen der Hryrdrographie and Maritimen Meteorologie, Juli 1936. 
mein in kürzester Zeit, und man hat bei einer mittleren Morgen- und Abend- 
temperatur von 1814° oft das Gefühl der Kälte umd des Fröstelns, Der anhal- 
tende Mangel an Sonnenschein wirkt niederdrückend wie an trüben deutschen 
Herbsttagen. Und so ist es nicht zu verwundern, daß in der Zeit stärkster 
Bewölkung und Nebelhäufigkeit der Gemütszustand empfindsamer Menschen 
Jeidet, Reizbarkeit, Unlust zu körperlicher und geistiger Ärbeit und seelische 
Niedergeschlagenheit, unter Umständen in schwerer Form, sich einstellen. können, 
In dieser nebelreichen Jahreszeit zählt der Aufenthalt in Buea trotz der durch 
die Höhenlage bedingten niedrigeren Temperatur gegenüber dem Küstentieflande 
nicht zu den Annehmlichkeiten, und als Gesundheits- und Erholungsstation, als 
welche ursprünglich Buea gedacht war!}, ist der Ort in der Regenzeit wenig 
oder gar nicht geeignet. Aus solchen klimatischen Verhältnissen ergibt sich all- 
gemein die Forderung, daß bei der Wahl und Anlage von Gesundheitsstationen 
im den Tropen nicht die Temperaturverhältnisse das ausschlaggebende Moment 
sein dürfen, vielmehr sollten neben der Erfüllung der sonst zu stellenden An- 
forderungen. die psychischen Auswirkungen des örtlichen Klimas ent 
scheidend sein. W, Semmelhack. 
7. Golfstromzyklonen: eine Erwiderung., In den im vorigen Heft ge- 
machten. „Bemerkungen zur Entstehung der Golfstromzyklonen“ stellt sich Herr 
Scherhag auf den Standpunkt, daß der Streit zwischen der „Gegenstromtheorie“ 
und der „Kondensationstheorie“ bereits von Margules endgültig zugunsten der 
Gegenströmtheorie entschieden sel. Dies dürfte ein Irrtum sein, da gerade die 
Margulesschen Energieuntersuchungen von Refsdal (siehe „Thermodynamik 
der Atmosphäre“) und die Margulesschen Gleichgewichtsuntersuchungen von 
Raethjen (siehe „Die Aufgleitfront, ihr Gleichgewicht und ihre Umlagerung“) als 
Baugrund gebraucht wurden. Nach Ansicht des Verfassers ist: es nicht angängie, 
die Feuchtlabilitätstheorie nur im Gegensatz zu anderen Auffassungen zu sehen, 
Herr Scherhag erhebt den. Vorwurf, daß der Verfasser alle anderen 
Zyklonentheorien unberücksichtigt gelassen hat. Der Verfasser hat dagegen ge- 
zeigt, „daß die Auffassung von der feuchtlabilen Auslösung nicht im Wider- 
spruch zur Bjerknesschen Zyklonendarstellung steht“. Bezüglich der nicht 
erwähnten Divergenztheorie des Herrn Scherhag bittet der Verfasser um die 
Erlaubnis, seine Meinung zurückhalten. zu dürfen, bis diese Theorie weniger 
Gelegenheit zu hydrodynamischen Mißverständnissen bietet, 
Im übrigen ist die Arbeit des Verfassers ein Versuch, die Entstehung der 
Golfstromzyklonen mit Hilfe der Feuchtlabilitätstheorie zu erklären, Dabei wird 
der von Seifert geprägte Begriff der „Kaltluftaktivierung“ ebenso als Arbeits- 
hypothese gebraucht wie die Feuchtlabilitätstheorie überhaupt. Die Ausführungen 
von Herrn Scherhag zeigen, daß er den Seiferitschen Begriff der Kaltluft- 
aktivierung mißverstanden hat, Verfasser weist nur darauf hin, daß Seiferts 
Betrachtungen, wie er mehrfach betont, auf ein tropesphärenströmungsfestes 
Koordinatensystem zu beziehen sind (S, 250 seiner Arbeit). 
Eine weitere Auseinandersetzung in dieser Hinsicht hält der Verfasser wegen 
der Mißverständlichkeit der von ‚Herrn. Scherhag gebrauchten hydrodyna- 
mischen Formulierungen (z. B. „dynamischer Druckfall, also echter Massen- 
verlust über einem Orte“ oder „Divergenz“ und „Konvergenz“) in der Öffent- 
lichkeit nicht für angebracht, ist aber gern zu privaten Mitteilungen bereit, 
Der Jetzte Abschnitt der Bemerkungen von Herrn Scherhag sollte zeigen, 
daß „gerade die Golfstromzyklonen auf Grund der horizontalen Temperatur- 
gegensätze ohne Schwierigkeit erklärt werden können“, In Wirklichkeit bringt 
dieser Absatz nur eine Wiederholung der Tatsache, daß bei Neufundland ein 
Gebiet großer Temperaturgegensätze liegt. Verfasser glaubt, daß bereits in 
seiner Arbeit genügend hierauf hingewiesen wurde durch die dort erwähnten 
VYeröffentlichungen, 
4 Wegen der schlechten Gesundheitsrerhältnisse io Duala im Mangrovengürtel des Kamerun- 
ästuars wurde der Sitz des Gourernements von Kamerun im Jahre 1907 von Duala nach Buea verlegt.
	        
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