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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1936.
Atmosphäre, d.h. einem Kohlensäurepartialdruck von 3 - 10—*%*atm. befindet. Durch
Kombination. unserer Löslichkeitswerte mit den. von Buch und Mitarbeitern (2]
Tabelle 5. angegebenen Ghei-
CaCO„-Löslichkeit und Sättigung von normalem Seewasser (19% CI) im OANNgON ZUF D6-
Gleichgewicht mit der Atmosphäre (Pog, = 3 10—4 atm.). rechnung der Koh-
lensäuretension aus
dem pH und der
Alkalinität läßt sich
die CaCO,‚-Löslich-
keit als Funktion
des CO,-Druckes
ermitteln, (Yergl. das Diagramm Abb, 5 Tafel 8,) Für den normalen CO,-Gehalt
der Luft, der uns hier allein interessiert, erhält man die in Tabelle 5 angegebenen
Löslichkeiten,
Das Oberflächenwasser ist also im Gleichgewicht mit der Atmo-
sphäre bei allen Temperaturen an CaCO, übersättigt. In den Subtropen
and Tropen ist die Übersättigung außerordentlich stark, das Wasser enthält bis
über dreimal soviel Kalk wie dem Gleichgewicht entspricht. Das Oberflächen-
wasser kann nur dann untersättigt sein, wenn infolge Zersetzung organischer
Substanzen der Kohlensäuredruck über den der Atmosphäre steigt, Sinkt z.B.
das pH bei 0° unter 7.8, und das ist im Winter durchaus möglich, so kommt
das Seewasser in einen untersättigten Zustand, 100% Sättigung ist bei folgenden
pH-Werten und CO,-Drucken erreicht:
Bei niedrigeren CO,-
Drucken und bei höheren
pH-Werten als den angege-
benen ist also das Seewasser
| an CaCO, übersättigt,
Es sei bemerkt, das man nicht das in situ gefundene pH als Grundlage für
die Berechnung der Sättigungsprozente benutzen darf, weil mit dem Ausfallen
des überschüssigen. Kalks die Titrationsalkalinität in gleichem Maße fällt und
daher bei gleicher CO,-Tension das Wasser saurer ist als bei normaler Alkalinität,
Unter den in der Tabelle 5 angegebenen Verhältnissen würde bei Aufhebung der
Übersättigung sich das pH in folgender Weise ändern: .
Man. muß also die Lös-
lichkeit einem Diagramm:
Löslichkeit/CO„-Tension ent-
nehmen (Abb. 5, Tafel 8).
Für eine in sich abge-
schlossene Wassermasse, die
. nicht mit der Luft im Gleich-
gewicht steht, muß ein abweichendes Verfahren angewendet werden, das bereits
früher ausführlich beschrieben wurde‘), Für diesen Zweck ist auch neuerdings
vom K. Buch [9] eine Berechnungsweise angegeben worden,
Über die Möglichkeit der spontanen Ausscheidung von CaCO, aus dem Seewasser,
Die wichtigste Vorbedingung für eine anorganische Ausfällung von CaCO,
&äus dem Seewasser, eine genügend starke Übersättigung, ist nach dem Vorher-
gehenden überall an der Öberfläche des Weltmeeres, ganz besonders aber in den
Tropen und Subtropen erfüllt, Das übersättigte Wasser kann sich demnach in
seinem metastäbilen Zustand sehr lange halten, Das ist nur dadurch möglich,
daß im allgemeinen, wenigstens im offenen Ozean, Kristallisationskeime, die die
Aufhebung der Übersättigung einleiten. könnten, fehlen,
In denjenigen Flachmeeren jedoch, in denen das übersättigte
Wasser mit festem Kalziumkarbonat in Berührung ist, wie z.B. in den
Lagunen der Korallenriffe und auf Schelfen, die mit Kalkablagerungen bedeckt
Ha 8. 210 bis 214,