Schütte, K.: Der Einfluß der Bewölkung auf die Dauer, der, bürgerlichen Dämmerung, 307
Dämmerung von großem Werte. Wenn auch die Intensität der Dämmerung bei
bewölktem Himmel noch nicht so sicher und genau bekannt ist, wie die des
wolkenlosen Himmels, so müssen wir uns vorläufig mit den Resultaten der Kähler-
schen. Messungen begnügen. Das Problem läßt sich grundsätzlich mit dem vor-
liegenden Material lösen; weitere Beobachtungen werden die Resultate sicherer
gestalten und. vielleicht eine kleine Anderung der Zahlen mit sich bringen.
Es erscheint nun zweckmäßig, die Kählerschen Messungen etwas anders
darzustellen, indem nicht die Intensitäten selbst, sondern ihre Logarithmen auf-
getragen werden. Dann wird nämlich der Intensitätsverlauf fast geradlinig, wie
auch sehon Schembor bemerkt hat, Nur in unmittelbarer Nähe des Horizontes
bleibt noch eine leichte Krümmung der Intensitätskurven bestehen, die für unsere
Untersuchung aber ohne Bedeutung ist. Die folgende Tabelle gibt die Logarithmen
der unveränderten Kählerschen Mittelwerte und die Figur 2 stellt diese
graphisch dar.
Logarithmen der Dämmerungsintensitäten für Kählers in 4 Gruppen,
Scheigp
Sony =
Himmel ih
8 = wolkenl0s$ vaserasersan namen
b = leicht bewölkt ‚v..0.s 00 re re
€ == gleichmäßig trübe .5..n0u00
de opera WKN KM
0°
4261
42.46
42.05
158
46
+ 2.40
+222
+1,76
4.1.53
_ 90
+ 2.05
+ 1.86
+ 21.46
a 1238
— 90
4-1.61
+1,38
+1,04
0.80
AO
+ LE
40.93
+ 0.54
10.32
_—_ 50
|
40.64
+0,46
+ 0.08
— 0.10
Kähler spricht in seiner Arbeit von scheinbaren Sonnenhöhen unter dem
Horizonte; damit sind offenbar die Sonnenhöhen vom. scheinbaren Sonnenunter-
gang an gerechnet. Einer wahren Sonnenhöhe von == 61/,°, wie sie von uns als
Ende der Dämmerung angenommen wurde, entspricht also bei Kähler eine
scheinbare Sonnenhöhe von — 5° 40. Doch ist das nicht wesentlich, da sich
die oben gefundene Konstanz der relativen Intensität jetzt in parallelen Kurven
äußert. Dieser glückliche Umstand erlaubt es nunmehr auch, für die Berechnung
des Einflusses der Bewölkung auf die Dauer der Dämmerung von der Festlegung
einer genauen Grenzintensität abzusehen,
3. Bestimmung des Einflusses der Bewölkung auf die Dauer der Dämmerung.
Ohne Zweifel. kann Bewölkung die Dauer der Dämmerung oft wesentlich
kürzen und für viele praktische Fragen ist es wichtig zu wissen, wie groß dieser
Einfluß werden kann. Auch Dunst, Schnee und sonstige Örtliche Verhältnisse
sind. Faktoren von großer Wichtigkeit, die jedoch wohl zu verschieden. sind, als
daß man sie gleich allgemein berücksichtigen könnte.
Es ist auch schon verschiedentlich der Einfluß der Bewölkung diskutiert
worden?), doch scheint ein. allgemeiner Ansatz hierzu bisher nicht gemacht worden
zu sein, Im folgenden soll nun versucht werden, diese in der Praxis off so
wichtige Frage einer allgemeinen. Lösung näherzubringen. Wenn. auch der
eingeschlagene Weg streng ist, so dürfen wir die gefundenen Resultate zunächst
aur als eine Annäherung betrachten, einfach aus Mangel an umfassendem und
ausreichendem Beobachtungsmaterial. Vielleicht geben diese Zeilen aber die An-
regung zu. weiteren Messungen, so daß wir bald zuverlässigere Grundlagen
haben werden,
Wir legen jetzt in der Figur 2 in der Nähe des Dämmerungsendes eine
wasgerechte Gerade durch die Intensitätskurven, welche die Kurven überall in
Punkten gleicher Intensitätslogarithmen schneidet, Die eingezeichnete Gerade
hat die Intensität 2 Lux (log i=<0.30) und schneidet die Intensitätskurve des
wolkenlosen Himmels bei einer scheinbaren Höhe von —5° 45, was ziemlich
genau einer wahren Sonnenhöhe von — 6'/,° entspricht, Wir befinden uns somit
auf dieser Geraden in Übereinstimmung mit dem oben durch eine wahre Sonnen-
uw HC. Freiesleben: Praktische Dämmerungsfragen, Ant, d, Hydr. 1931, 8. 417,