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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1936,
2. Der Intensitätsverlauf während der Dämmerung,
Merkwürdigerweise scheint es an einer genauen photometrischen Definition
der Grenzhelligkeit, die man abends (morgens) als Ende (Anfang) der Dämmerung
annimmt, zu fehlen. Statt dessen wird meistens eine wahre Sonnenhöhe von
— 61/49 als Grenze angenommen; ihr dürfte nach Kähler!) ungefähr eine Hellig-
keit von 1—2 Lux entsprechen. Eine strenge Festlegung wäre hier sicher
wünschenswert; alsdann wäre man auch berechtigt zu sagen, daß die Dämmerung
bei beliebiger Bewölkung zu Ende sei, wenn. infolge dieser Bewölkung die gleiche
Grenzhelligkeit erreicht wird, Dies tritt dann natürlich bei einem anderen
Sonnenstande ein, der je nach der Art und Stärke der Bewölkung und den Ört-
lichen. Umständen jedenfalls näher am Horizonte gelegen sein wird, Die einem
solchen veränderten Sonnenstande entsprechende Kürzung der Dauer der Däm-
merung ist nun. die von uns gesuchte Größe. ;
Erfroulicherweise sind wir über den Intensitätsverlauf der Dämmerung schon
ganz gut unterrichtet, nachdem von verschiedener Seite bereits photometrische
Messungen ausgeführt worden sind. Die ziemlich zahlreichen Beobachtungen von
F, Schembor?)% aus neuerer Zeit beziehen sich jedoch leider fast nur auf
wolkenlosen Himmel, während Intensitätsmessungen auch bei bewölktem Himmel
neuerdings wohl nur von Kähler vorgenommen wurden. Die Form des Inten-
sitätverlaufs ist bei beiden Beobachtern gleich gefunden, So daß man aus diesen
Messungen wohl Schlüsse ziehen darf, Es muß aber als sehr wünschenswert be-
zeichnet werden, die Intensitätsmessungen bei verschiedener Bewölkungsart und
rerschiedenem Bewölkungsgrad noch weiter auszudehnen*), um die im folgenden
hieraus gezogenen Schlüsse auf eine breitere Basis zu stellen.
Kähler teilt seine Beobachtungen in vier verschiedene Gruppen ein:
a. Beobachtungen an wolkenlosen Tagen „ . . (7 Tage),
b. Beobachtungen an leicht bewölkten Tagen . (9 Tage), .
®, Beobachtungen an gleichmäßig trüben Tagen (7 Tage),
d. Beobachtungen an Regentagen . . . . + + (7 Tage).
Bildet man aus den von Kähler gegebenen Mittelwerten dieser vier Gruppen
die Quotienten EZ SZ A, So erhält man für jede Gruppe die relative Intensität,
die in der folgenden Übersicht für die verschiedenen Sonnenhöhen zusammen-
gestellt ist.
Relative Infensität der Dämmerung bei verschiedenen Sonnenhöhen und verschiedener Bewölkung,
(Nach den Beobachtungen von Kühler}
(Walkenloser Himmel = 100 %.}
— Scheinb. Sonnenhöhe | 06
Bewölkung
leicht bewölkt v...00.7. |
gleichmäßig begeht „..
Regentage eu cuskeka we
— 19
96
21% | 67% | 65%
28° | 23° | 26° |
13 . 14 15
80
50%
0% |
15
nl
mo |
65% |
27 |
16
66%
27
18
Mittel
65.5%
26,3
152
Schr bemerkenswert an diesen Zahlen ist, daß die relative Intensität nahezu
unabhängig von der Sonnenhöhe ist, Mit anderen Worten: das Verhältnis der
Dämmerungsintensität bei gleichbleibender Bewölkung zur Dämmerungsintensität
des wolkenlosen Himmels ist für den ganzen Verlauf der Dämmerung konstant,
also unabhängig von der Höhe der Sonne, Ob die geringen in den öbigen Zahlen
noch angedeuteten Schwankungen als reell anzusehen sind, kann wohl erst durch
neue umfangreiche Messungen entschieden werden.
_ Diese aus den Kählerschen Beobachtungen gefundene Gesetzmäßigkeit ist
jedoch. für die Bestimmungen des Einflusses der Bewölkung auf die Dauer der
— }K, Kähler: Über die Helligkeit nach Sonnenuntergang, Met. Zechr. 1927, 8, 212. —
Da Schembor: Ergebn, von Helligkeitsmessungen mit der Kalziumzelle in der Dämmerung, Gerl,
itr. z. Geoph, 28, 5. 279. — *) F, Schembor: Photometrische Photometrie der Di Pühn:
Ger]. Beitr, z. Geoph. 29, S. 69, Hier auch ausführliche Lit-Angaben, -— 4) Hierzu gehören au
Angaben über Dunst, Schneeverhältnisse, vielleicht auch Mondschein usw.