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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

302 Annalen der Hydrographie und Maritimen: Meteorologie, Juli 1986, 
charakteristische Form des Paneake-Eises entsteht, Diese Drehschollen sind in 
der Regel klein, etwa 2 oder 3 m im. Durchmesser. Doch gibt es auch noch 
kleinere, während große Pancake-Schollen dagregen selten sind. Die breiigen 
Zertrümmerungsprodukte, die durch den. Reibungsprozeß entstehen und Gasch 
genannt werden, treiben zwischen den Schollen umher, 
Auch. die Wirkung der Meereswellen ist bei den Schollen fast überall zu 
finden, weil sie, wenn sie sich im offenen Wasser zerstreuen, von diesem be- 
arbeitet werden. Fast immer befinden sich ber dicken Schollen in der Wasser- 
linie braune oder gelbe Ränder und Kehlen, die durch das Eindringen von 
Diatomeen gefärbt sind. Meist sind die Schollen der verschiedenen Altersstufen 
im Gruppen gesammelt, wobei die schwersten Yon ihnen am meisten angetroffen 
werden, da sie sich am längsten halten. 
Y. Die Antarktis zur Kiszeit, 
Wie meist angenommen. wird, beherrschte die Eiszeit gleichzeitig die ganze 
Erde, Die Hauptbegründung dieser Ansicht liegt in der Verbreitung und Gleich- 
artigkeit der diluyialen Spuren durch alle Zonen, sowie in ihrer Umwandlung 
seit der Eiszeit. Die abweichenden klimatischen Verhältnisse der Antarktis 
zwingen also nicht dazu, für sie eine Sonderstellung unter den vergletscherten 
Gebieten der Erde anzunehmen, 5 
Während der Eiszeit wird der sechste Erdteil nicht viel. anders ausgesehen 
haben. als sein jetziges Inlandeis, nur sind manche, heute freie Bodenformen 
überdeckt gewesen. Ein Unterschied lag im der horizontalen Verbreitung und 
im der Einbeziehung des Schelfeises ins Inlandeis, so daß es also unter diesen 
Umständen. weniger Schelfeis gab. Auch das Roß- und‘ Weddel-Meer sind. weiter 
als heute vereist gewesen, doch konnte das Eis über die Grenzen des Schelfs nicht 
hinaus, da die Flachsee mit steiler Böschung in die Tielsee übergeht. Also war 
die frühere Vereisung genau wie die heutige von. den Landformen abhängig, denn 
das ganze Eis ist auf die gleiche Weise und durch. dieselben Ursachen entstanden, 
Ob verbunden oder getrennt, ob strömend oder bewegungslos, ob wachsend oder 
schwindend, ob auf Bergen oder im Vorland, alle Formen des Eises sind Bestand- 
teile eines großen Ganzen, mit dem sie bestehen und vergehen, aber auch immer 
nach den Landformen gestaltet, je nach ihrer Dicke in verschiedener Weise. 
Die Antarktis liegt fast ganz innerhalb des Polarkreises, der mit der 0° Iso- 
therme des wärmsten Mönats ungefähr zusammenfällt. Wenn sich num die 
mittlere Jahrestemperatur zur Eiszeit um 5° verringert hat, es ist dies der für 
die gemäßigte Zone geltende Wert, so. mußte sich. die 0° Isotherme um. etwa 
fünf Breitengrade nordwärts verschieben. Die Antarktis war somit von einer 
500 bis 600 km breiten Zone eingeschlossen, In. der das Eis nicht abtrieb, 
Da auch. im Innern des Erdteils die Kisbelastung während des Diluviums zu- 
nahm, mußte die Kontinentaltafel isostatisch sinken, während sich der Schelfrand 
hob. Hierdurch. verringerten sich Gefälle und Gleitgeschwindigkeit des Eises, 
Vorgänge, die ebenfalls zur Anhäufung von Kismassen führten, Diese Belastung 
wurde durch Zunahme der Niederschläge, der Hauptfaktoren beim Zustande- 
kommen der Eiszeit, veranlaßt. | 
Bei der Größe des Landes bedarf es nach Meinardus nur 40 mm Nieder- 
schlages im Jahr, um den Verlust des Inlandeises durch Bewegung und KEis- 
oildung zu decken. Zur Ernährung der doppelten Dicke würde deshalb weniger 
als die doppelte Niederschlagsmenge genügen, weil die Bewegung und das Ab- 
stoßen. von Eisbergen langsamer wächst, als die Dicke des Eises, So ist die 
Vermehrung der Niederschläge, ein großer klimatischer Vorgang, als Haupt- 
ursache der Eiszeit anzusehen, und zwar nicht nur für ein antarktisches Diluvium, 
sondern. auch für das der anderen Erdteile, zumal die für den sechsten Erdteil 
angenommenen Niederschläge auch für die Vereisung nichtpolarer Breiten genügen. 
Darch die thermische Tiefenstufe, die im Polareis ungefähr 60 m beträgt 
brgibt sich, daß ein Sinken der mittleren Jahrestemperatur um 5° die.Dicke des 
Eises in der Antarktis um mehrere hundert Meter anwachsen lassen würde, 
Durch Gefällverringerung infolge isostatischer Vorgänge, durch Stauung des
	        
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