Forstinger, Rz Die Eisverhältnisse der Südpolargebiete,
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packungen vor, wie sie als Packeis aus der Arktis bekannt sind, wo ja das Eis
zwischen Landmassen eingeschlossen ist.
Infolge der Bauart des Südpolargebietes ist kein Teil durch besonders
weites Vordringen und durch große Anhäufung von Treibeis ausgezeichnet, wie
auf der Nordhalbkugel, z. B. Neufundland, Eine Ausnahme bildet höchstens der
Dirk Gerritsz-Archipel, wo das Eis auf der atlantischen Seite stärker vorzustoßen
pflegt als auf der pazifischen, Da die Wasser- und Luftbewegungen nicht in
meridionaler Richtung, sondern. in breitenparalleler, ihren Verlauf nehmen, so
werden die Eismassen ringsherum kreisförmig ausgesandt, ohne aber auch über
eine gewisse gleichmäßige Grenze hinauszutreiben,
a) Eisberge,
Die Eisberge haben alle Eigenschaften des Inlandeises und des Schelfeises,
da sie ja von beiden herkommen. In gleichmäßiger Bewegung wird das Eis
dem Meere zugeführt, wo die einzelnen Stücke abbrechen. Infolge der einförmigen
Landformen haben die Eisberge eine regelmäßige Gestalt, die Tafel. oder Kasten-
form, wodurch sie sich scharf von den Gebilden im nördlichen. Eismeer unter-
scheiden. Eine besondere Art bilden die Blaueisberge, die jedoch; genau wie
das Mürbeis und der durch beide gebildete Mischtypus, zum Schelfeis zählen.
Sie werden durch Untiefen an einem Platz festgehalten und von den Winden in
jahrelanger Umbildung geglättet und abgeschliffen. Hierdurch werden auch die
freigelegten. unteren, ursprünglich lockeren Eislagen verfestigt, die dann blau
erscheinen,
Die Länge der Eisberge ist bis 1 km und mehr. Jedoch werden auch
häufig solche von 10 oder 15 km Länge angetroffen. Die Höhe der Berge ist
gering, denn als Mittelwert gelten 35 m. Doch da sich das Fünf- bis Sechsfache
noch unter der Wasseroberfläche befindet, so sind es ganz bedeutende Dimen-
sionen, die solch ein Eisberg hat, Der größte Eisberg in der Nähe der Gauß-
Station, ein Blaueisberg, war 25 km lang und maß 500 qkm. Aber auch unter
44° S-Br. wurde noch ein 111 km langer und 500 qkm großer Eisberg angetroffen,
was aber eine Ausnahme ist, Eisberge von 500 qm dagegen sind am Kap Horn,
wo sie vom Juni ab erscheinen und wohin sie der kalte Falklandstrom führt,
keine Seltenheit. Östlich von den Falkland-Inseln wurden noch Berge von
200 akm gesichtet. |
Bis ein neuer Eisberg von derselben Stelle abbricht, vergeht in der Ant-
arktis eine weit größere Zeitspanne als in Grönland, wo z, B, der Große Karajak
nur 12 bis 14 Tage braucht, um den nächsten Berg zu entsenden, was an der
größeren Geschwindigkeit der Eismassen und an dem geringeren Ausmaß der
Eisberge liegt, Dagegen ist die Lebensdauer der antarktischen Eisberge größer
als die der grönländischen, die nicht alt werden, während bei den Eisbergen
der Antarktis mehrere Jahre nicht selten sind.
b) Meereis,
Das Meereis entsteht durch direktes Gefrieren des Seewassers bei —1.9° C.
Unter allmählicher Ausscheidung des Salzes verdichtet sich das Wasser in kleine
Kristallplättehen, die dann das Scholleneis von 1 bis 1,5 m. bilden. Das weitere
Wachsen der Schollen erfolgt durch den sich anhäufenden Schnee, wodurch sie
eine Dicke bis 20 m erreichen können. Der Durchschnitt jedoch ist 6.m. Das
Gewicht des Schnees drückt die Scholle immer tiefer ins Wasser, so daß sie
unten abgeschmolzen wird. Die Dicke ist je nach dem Alter der Felder, denen
sie entstammen, verschieden. Wenn die Schollenr von jung aufgebrochenen
Feldern stammen, sind sie eckig, runden sich aber immer mehr ab, je länger sie
sich im Wasser bewegen.
Der Meereisgürtel. ist am breitesten und lockersten vor den nordsüdlich
gerichteten Küsten des Roß- und des Weddell-Meeres, am schmalsten und diechtesten
vor den übrigen, ostwestlich verlaufenden Küsten des antarktischen Kontinents.
Die Schollen reiben. sich während des Abtreibens nach Norden aneinander und
durch Drehungen nehmen sie größtenteils eine rundliche Form an. Zugleich
werden sie an den Rändern aufgewulstet, wodurch die für das Südpolarmeer