36 Antalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1936,
worden, In den ersten drei Spalten sind die olme weiteres verständlichen
gemessenen Daten aufgeführt. In der vierten Spalte ist der aus dem pH errech-
nete CO,-Druck angegeben, In der letzten Spalte findet man das Löslichkeits-
produkt des CaCO,, das durch Multiplikation der Ca”- und der CO,”-Konzentra-
tion erhalten wurde, Die Ca”-Konzentration ist gleich CaCO, gelöst + 0.477 - CI
(in Millimol), wobei das zweite Glied die an starke Säuren gebunden zu denkende
Ca -Konzentration vorstellt, Die CO,”-Konzentration errechnet sich aus dem pH
und der gelösten CaCO,-Menge nach der Formel ... [cos”] NEST
" A? Ag
Die Ergebnisse sind außerdem in anschaulicher Weise in dem Diagramm
(Abb. 4, Tafel 8) dargestellt, das als Koordinaten das pH und die gelöste CaCO,-
Menge enthält. Die gemessenen Werte sind als Kreise usw, eingezeichnet, wäh-
rend die Kurven nach der weiter unten angegebenen Formel aus den Mittel-
werten für K'e:co, berechnet wurden,
Durch die parallel zur Abszisse gezogene punktierte Linie ist der Kalkgehalt
des normalen Seewassers (entsprechend einer Titrationsalkalinität von 2.8 Milli-
äquiv,) angedeutet, Man erkennt daraus ohne weiteres, daß z. B. bei 25° normales
Seewasser bei einem pH von über 7.4 am CaCO, übersättigt ist,
Der Unterschied zwischen unseren Ergebnissen (K’c400, = 0.44 -10—% für 30°)
und denen. von Revelle und Fleming (K’cco,== 2.4 -10—) ist zu groß, als daß er
zufälligen Fehlern zugeschrieben werden könnte, Zur Aufklärung der Diskrepanz
wurde Seewasser (17.1°% 9 Cl) durch Zusatz yon Salzsäure und durch Austreiben
von CO, auf eine Titrationsalkalinität von A = 1,08 Milliäquiv. und ein pH=8,9
gebracht, wie es annähernd dem Endzustand der Versuche von Revelle und
Fleming entspricht. Dieses Wasser wurde dann wie bei unseren anderen Ver-
suchen. mit festem CaCO, im Rührthermostaten bei 30° behandelt. Der Kalk-
gehalt fiel auf 0.57 Milliäquiv,, das pH auf 8.12. Das Wasser war also noch
sehr stark übersättigt gewesen. Daß bei den Versuchen. von Revelle und
Fleming kein Gleichgewicht erreicht wurde, ist nicht überraschend, da bei
ihnen am Schluß erst etwa 0.08 g festes CaCO, pro Liter vorhanden war; soviel
aämlich, als während des Versuchs ausfiel. Solche geringen Mengen reichen aber
nach unseren Erfahrungen nicht aus, um die Einstellung des Gleichgewichts auch
innerhalb vieler Tage sicherzustellen, ;
Aragonit. Man könnte einwenden, daß in der Natur bei der spontanen
Kalkausfällung meist Aragonit entsteht, der bekanntlich eine größere Löslichkeit
als Kalzit besitzt. Auch Revelle und Fleming hatten als Bodenkörper ‚in ihren
Versuchen Aragonit, Das Verhältnis der Löslichkeiten der beiden. CaCO,-Modi-
fikationen ist oft bestimmt worden. Nach Johnston, Merwin und William-
son [se] sind die Daten von J, Kendall und R.C, Wells am zuverlässigsten.
Wenn wir außer diesen die neueren sorgfältigen Bestimmungen von Bäckström [:]
berücksichtigen, so ergibt sich, daß Aragonit je nach der Temperatur 7 bis 9%
leichter löslich ist als Kalzit, Unter dieser Voraussetzung sind die gestrichelten
Löslichkeitskurven in Abb, 6 für Aragonit berechnet worden, Der Unterschied
Tabelle 2. in der Löslichkeit zwischen bei-
Das Löslichkeitsprodukt von CaCO, in Seewasser den Modifikationen ist für unsere
(17 bis 18% CD. Schlußfolgerungen ohne Belang,
PAAR nn 5 —————— Temperatur - Abhängig-
Temperatur | Koa00, Bemerkungen keit, Das Löslichkeitsprodukt
des CaCO, ist, wie man aus
Tabelle 2 sieht, nur wenig von
der Temperatur abhängig. Um
K'caco, auch für niedrigere Tempe-
raturen zu erhalten, ist der aus
den Löslichkeitsversuchen von
-—— — — - Bäckström abgeleitete Tempe-
raturkoeffizient verwendet worden, Man erkennt, daß das aus den früheren
Bestimmungen bei 20° errechnete Löslichkeitsprodukt gut zu den neu gefundenen
Werten. bei 25°, 30° und. 35° paßt.