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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

390 Annalen. der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1936, 
der halbjährigen. Luftversetzung, Der Korrelationskoeffizient zwischen den 
erwähnten Druckdifferenzen auf 70° N-Br. (nach Brennecke, 9, Taf, 3) und den 
Amplituden von Haparanda für je ein Jahr während der Jahre 1884 bis 1895 
ist r=0,68- 0.10. Über Skandinavien und Gxrönland erstreckt sich im März 
bis Mai ein Steiggebiet der halbjährigen Druckwellel), Die mehrjährigen 
Schwankungen der Amplituden über Grönland und Skandinavien scheinen nicht 
gleichsinnig zu verlaufen, In den Jahren mit großen Amplituden über Skandi- 
nayvien wird das betrachtete Druckgefälle kleiner; die Luftdruckfurche wird im 
Frühjahr ausgefüllt, Ist aber die halbjährige Zirkulation schwach entwickelt 
and sind die Amplituden über Skandinavien klein; dann tritt die nordskandi- 
aavische Luftdruckfurche im Frühjahr stärker hervor und die Druckdifferenzen 
werden. größer, 
Die Luftdruckverhältnisse südlich des 65. Breitengrades sollen nach Brennecke 
nicht maßgebend sein für die größere Stärke der nördlichen Luftströmungen, 
Mittelbar sind sie es aber doch; denn die halbjährige Luftverfrachtung ist ab- 
hängig von dem Verlaufe des vom subtropischen Hochdruckgürtel. nach Norden 
gerichteten Druckgefälles, 
{n. den Wintermonaten (Dezember bis Februar) wirkt die halbjährige Druck- 
welle in der entgegengesetzten Weise auf den Gang der Druckdifferenzen zwischen 
Grönland und Nordskandinavien ein, da in dieser Zeit dort ein Fallgebieß von 
ihr vorhanden ist. Das Druckgefälle wird in dieser Jahreszeit verstärkt in den 
Jahren mit großen Amplituden, abgeschwächt dagegen in den Jahren mit kleinen 
Amplituden, Wenn dem Druckgefälle im. Winter und im Frühjahr die gleiche 
Bedeutung zukäme, höbe sich die Einwirkung der halbjährigen Druckwelle auf 
die Ausbreitung des Eises im Ostgrönlandmeer auf, Nach den Ausführungen 
Brenneckes ist jedoch die Luftdruckyverteilung im Frühjahr für die Ausbreitung 
des Eises im Frühjahr und Sommer maßgebend, wenn auch das winterliche 
Druckgefälle nicht zu vernachlässigen ist (vgl. 2, 5. 361; 3, 5. 227). 
In. längeren Zeitabschnitten scheint der Einfluß des winterlichen Druck- 
gefälles zu überwiegen, wie man nach der positiven Korrelation zwischen dem 
Charakter der Eisjahre bei Island und den Amplituden für je vier Jahre von 
[861 bis 1904 annehmen könnte (r= 0.38 1 0.17), Die schweren Eisjahre in 
der Barentssee, welche auch eine etwa 4'/ jährige Periode haben und in be« 
stimmter Beziehung zu den Eisjahren bei Ostgerönland stehen, scheinen ebenfalls 
anter. dem. Einfluß der halbjährigen Druckwelle zw stehen (vgl. Hann-Süring, 
S. 648). 
Die Dauer und Schwere des Eisvorkommens im Laufe der Jahre bei Island. 
and Neufundland unterliegen den gleichen atmosphärischen Verhältnissen, die 
aber im umgekehrten. Sinne wirken, Eisarmut bei Neufundland ist verknüpft 
mit schwacher atlantischer Zirkulation und fällt mit Eisreichtum bei Island 
zusammen: eisreiche Jahre dagegen kommen bei starker atlantischer Zirkulation 
vor und sind begleitet von eisarmen Jahren bei Island (vgl. 2, 3. 3581f.). Diese 
Tatsache findet auch ihren Ausdruck in der großen positiven Korrelation zwischen 
dem Eischarakter der Jahre 1890 bis 1900 bei Neufundland {vgl. Mecking, 
L, 8. 853, Tab. III) (Summe von allen vier Bezirken, in die Mecking die ganze 
Region einteilte) und den Anomalien des meridionalen Druckgradienten im Nord- 
atlantik (m Defant), r= 0.75 4 0.09, Eisreiche Jahre bei Neufundland müssen 
dann auch mit Maxima der Amplituden der halbjährigen Welle über Skandinavien 
zusammenfallen. Das trifft fast ausnahmslos zu, wie man der folgenden Zusammen- 
stellung entnimmt (s. Tab. 3), In der dritten Reihe sind durch die fettgedruckten 
Jahreszahlen die Maxima der Amplituden. von Haparanda bezeichnet; die anderen 
Jahreszahlen geben die Jahre an, deren Amplituden noch beträchtlich die benach- 
barten. überragen. 
u Vgl. „Die srmoptieche Darstellung der halbjährigen Luftdruckwelle“, v, Verfassen, Veröff, d, 
Geophysik, Inst. d, Univ, Leipzig, her, 7. I. Weikmann, 1936, Ser: 2, Bd. VIL 5 (s. bes, Karte 16, 
14, 15 m. Absch. TIL
	        
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