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Full text: 64, 1936

Mosby, H.: Verdunstung und Strahlung auf dem Meere, 
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Jahresmautel der Wolkendecke über den Meeren sind aus den Jahresmittelkarten 
von Shaw!) bestimmt. Diese Bestimmung wurde von zwei Personen unabhängig 
ausgeführt; die einzelnen Zahlen wichen in keinem Fall um mehr als 1 Einheit 
in GC voneinander ab. 
Endlich. können wir die durchschnittliche Einstrahlung mit der folgenden 
Formel bestimmen: _ 
Qu=k. oo. —/100)].K  (geal/ememin).. 
Die Wärmemengen, die wir mit dieser Formel berechnen, treffen die Meeres- 
oberfläche, dringen aber nicht alle ins Wasser; ein Teil wird in die Atmosphäre 
reflektiert, Die prozentuelle Reflexion in den versehiedenen Breiten schwankt nach 
Schmidt”) zwischen 3.3 Prozent unter dem Äquator und 8.0 Prozent auf 70° Br. 
Durch Reduktion der Einstrahlung nach diesen Prozentwerten finden wir schließ- 
lich diejenigen. Wärmemengen ©, der Einstrahlung, die wirklich in das Meer- 
wasser eindringen, 
Die effektive nächtliche Ausstrahlung habe ich der Tabelle von 
Ängström®) entnommen, indem ich die mittlere Temperatur der Meeresober- 
Mäche und den einer relativen Feuchte von 80%, entsprechenden Dampfdruck 
dabei benutzte. Die so bestimmte effektive Ausstrahlung wurde wegen der ab- 
schirmenden Wirkung der Wolken mit dem Faktor 
(1.— 0.0083 - C) 
multipliziert, der dem Mittelwert von Asklöff%) entspricht und der als wahrschein- 
lichster Mittelwert gelten darf. Die resultierenden Werte der Ausstrahlung, die 
den Wärmeverlust der Meeresoberfläche ausdrücken, werden schließlich durch 
Reduzieren mit 6%, wegen der Reflektion (vgl. Ängström)5) gefunden; sie sind 
in. der Tabelle 1 unter Q, angegeben. 
Die Verdunstung auf dem Meere. Wenn wir die Differenzen Q,—0Q, bilden 
und den Mittelwert zwischen 70° n. Br. und 70° 8, Br. berechnen, indem wir die 
Größe der Meeresareale*) berücksichtigen, so finden wir 0.132 geal/em?min, Diese 
Wärmemenge ist für die Verdunstungs- und konvektiven Prozesse verfügbar; die 
advektiven Vorgänge dürften für diesen Mittelwert bedeutungslos sein. Um die 
mittlere Verdunstung bestimmen zu können, müssen wir nunmehr also noch die- 
jenige Wärmemenge kennen, die durch turbulente Konvektion von der Meeres- 
oberfläche zur Atmosphäre verfrachtet wird. Diese Wärmemenge hängt von 
vielen Verhältnissen ab, in erster Linie von dem Temperaturunterschied 
Wasser = Luft und. von der Windstärke; es ist jedoch heute kaum möglich, sie 
genau zu bestimmen, Nach den Untersuchungen von Ängström”’) an dem 
Vassijaure-See im nördlichen Schweden steht es außer Zweifel, daß eine be- 
deutliche Wärmemenge bei diesem Prozesse verfrachtet wird; vielleicht können 
wir sie auf etwa ein Zehntel der für die Verdunstung verfügbaren Wärme 
schätzen. Auch nach den theoretischen Untersuchungen von Sverdrup®) ist ein 
solcher Betrag wahrscheinlich. Unter dieser Annahme finden wir, daß eine 
Wärmemenge von etwa 0.119 geal/em?min für die Verdunstung verfügbar sein 
muß, Da etwa 590 geal bei der Verdampfung von 1 em* Wasser mitgehen, so 
finden. wir hieraus eine mittlere Verdunstungshöhe von 106 em pro Jahr, 
Im Februar hatte ich in dem Institut für Meereskunde zu Berlin Gelegen- 
heit, die Verdunstungsfrage. mit Herrn Professor” Wüst zu besprechen. Nach 
einer neuen Untersuchung‘ von Wüst, die unabhängig von. der Wärmehaushalts- 
berechnung durchgeführt wurde, ergibt sich als wahrscheinliche mittlere Ver- 
*j Sir Napier Shaw: Manual of Meteorology, Vol. IT, Comparative Meteorology, 8, 146—=147, 
Cambridge 1928. — 2% Wilhelm Schmidt: Strahluog und Verdunstung an freien Wasserflächen; ein 
Beitrag zum Wärmehaushalt des Weltmeers und zum Wasserhaushalt der Erde, Ann. d, Hydr. usw. 
März— April 1915. — 3) Anders Ängström: Applications. of Heat Radiation Measurements to. the 
Problems of the Evaporation from Lakes and the Heat Convection at their Surfaces, Geogr. Ann. 
H, 3. Stockholm 1920, — 4%) Sten Asklöf: Über den Zusammenhang zwischen der nächtlichen 
Wärmeausstrahlung, der Bewölkung und der Wolkenart. Geogr. Ann, H. 3, Stockholm 1920. — 
*) A. Angström: A Study of the Radiation of the A tmosphere, Smithson, Mise, Coll, Vol 65, No. 3. 
Washington 1915, — % Krümmel, loe, cit, — 7) Angsiröm, loc. eit, 1920. — %$ H, U. Syerdrup 
Das maritime. Verdunstungsproblem. Ann, d. Hydr. usw. Februar 1936,
	        
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