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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Mosby, H.: Verdunstung und Strahlung auf dem. Meere. 5838 
Sonnenständen, insbesondere bezüglich des Verhältnisses x; bei diesen Werten 
sind daher die Kurven gestrichelt. Da aber die niedrigsten Werte die Summe 
der Einstrahlung verhältnismäßig wenig beeinflussen, ist diese Unsicherheit von 
geringer Bedeutung. Wichtiger sind die Werte bei Sonnenhöhen über 20-—80°; 
diese Werte stimmen mit den geraden Linien aus Origo bis etwa 60° Sonnen- 
höhe recht gut überein, Bei Sonnenständen von )> 60° aber geben die geraden 
Linien allzu hohe Werte und können daher nicht olıne weiteres benutzt werden. 
Da die lineare Formel aber so: viel bequemer als jede andere ist, bedienen wir 
uns hier eines kleinen Kunstkniffes: die Sonnenhöhen, die größer als 60° sind, 
werden vor dem Einsetzen nach dieser kleinen Tabelle reduziert: 
Wahre Höhe . ‚ ‚ . 60 65 70 75 80 85 90%, 
reduzierte Höhe , ,‚ . 60 62 64 66 68 69 70° ; 
Diese Reduktion dürfte bei den gewöhnlichen Werten des Trübungsfaktors un- 
gefähr richtig sein. Eine größere Genauigkeit wäre leicht zu erzielen durch 
Anwenden einer detaillierteren Reduktionstabelle, indem man z. B. verschiedene 
Werte für verschiedene T einführte, Da wir aber nur wenige Beobachtungswerte 
mit Sonnenhöhen über 60° bearbeiten, werden die obigen Werte genügen, 
Der lineare Zusammenhang zwischen Totaleinstrahlung und Sonnenhöhe, den 
wir über dem Polarmeer empirisch gefunden haben, hat also als Annäherungs- 
formel eine gewisse physikalische Grundlage. Die Richtungskoeffizienten, die den 
obigen Werten 1.5, 2,5 und 3.5 des Trübungsfaktors entsprechen, sind 0.028, 0,024 
und 0.020, Es mag hier bemerkt werden, daß der Wert k= 0.0275, der aus den 
„Maud“-Beobachtungen hervorging, einem Trübungsfaktor von etwa T==1.6 
antsprechen würde — in bestem Einklang mit den gleichzeitigen Bestimmungen 
von T durch pyrheliometrische Messungen! ; 
Durch Reduzieren der höheren Sonnenstände können wir also immer einen 
bequemen linearen Ausdruck benutzen, um die totale Einstzahlung aus der 
Sonnenhöhe zu berechnen; wir beschäftigen uns noch nur mit klarem Himmel. 
Es gilt nun festzulegen, welche Werte des Koeffizienten k auf den verschiedenen 
Breiten einzusetzen sind, Über dem Polarmeer ist die Atmosphäre in hohem 
Maße staubfrei und wasserdampfarm, was am deutlichsten aus den niedrigen 
Werten. des Trübungsfaktors hervorgeht. Der „Maud“-Wert des Koeffizienten k 
wird daher auf niedrigeren Breiten wahrscheinlich zu hoch sein. Leider sind die 
Beobachtungen der „Maud“-Expedition bisher die einzigen, die auf diese Weise 
analysiert sind; man hätte daher Beobachtungen aus anderen Gebieten, und zwar 
aus möglichst vielen Stellen aussuchen müssen, um zu sehen, wie der Koeffizient k 
mit der Breite schwankt. Ich habe vorläufig keine solche umfassende Analyse 
ausgeführt, sondern mich. darauf beschränkt, einige veröffentlichte Beobachtungen 
aus Stocksund in der Nähe von Stockholm [Schweden] und aus Johannesburg 
[Südafrika] etwas eingehender zu prüfen. 
Aus den Registrierungen!) von 17 Monaten der Jahre 1926 und 1927 in 
Stocksund habe ich die 95 Einzelstundenwerte herausgegriffen, deren Auftreten 
mit klarem Himmel in Stockholm verbunden war, und zwar nur dann, wenn auch 
am yorhergehenden und nachfolgenden Beobachtungstermin der Himmel wolken- 
los war. Die entsprechenden Sonnenhöhen übersteigen. nicht 50%, Zu bemerken 
ist, daß in diesem Beobachtungsmaterial ein deutlicher Einfluß des Dampfdruckes 
auf die Strahlung unverkennbar ist; ein näheres Studium dieser Frage an Hand 
jenes Materials würde wahrscheinlich die Mühe lohnen. Für die Strahlung auf 
den offenen Meeren wird man aber diesen Beobachtungen vielleicht nicht zu 
großes Gewicht beimessen dürfen; nach grober Schätzung scheinen sie zu dem 
Wert k==0.026 zu führen. 
Aus Johannesburg sind nur Maximalwert und Gesamtwert der Einstrahlung 
für jeden Tag veröffentlicht”). Wenn man aus dem Material des Jahres Juli 1909 
bis Juni 1910 die Maximalwerte solcher Tage benutzt, die nach den drei täg- 
‘4 Anders Ängström: Recording Solar Radiation, & Study of the Radiation Climate of the 
Surroundings o£ Stockholm. Medd. St; Met.-Hydrogr. Anst, Bd, 4, No. 3 Stockholm 1928. — 
') Transvaal Observatory, Annual Report o£ the Meteorologieal Department I910. Pretoria 1910.
	        
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