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Full text: 64, 1936

Ann, d. Hydr. USW.y LXIV. Jahrg. (1936), Heft VII, 
aQı 
Verdunstung und Strahlung auf dem Meere. 
Von Häken Moshy, Bergen (Norwegen), 
Zusammenfassung: Die Arbeit ist ein Versuch, unserer Kenntaig der mittleren Verdunstung 
auf den Meeren bezüglich der Fiustrahlung‘ eine festere Grundlage zz schaffen, Eine große Üesicher- 
heiß der Besthammg der Kinstrablung geht. aus den abweichenden. Annahmen der verschiedenen 
Autoren deutlich hervor. Mit Hilfe von Beobachtungstatsachen. it eine vorläufige Grandlage einer 
empirischen Strablungsförmel gewonnen, welche sieh auch für andere thermische Probleme. er Imft 
und des Meeres als praktisch und bequem. erweisen. mag. 
Die wichtigsten. thermischen Faktoren, die sich an der Meeresoberfläche 
geltend machen, sind folgende: Erstens wird die Fläche von der totalen Ein- 
strahlung getroffen, d.h, von. der direkten Sonnenstrahlung und. von der diffusen 
Strahlung von. dem Himmel uud den Wolken, Zweitens sendet die Fläche selbst 
eine lJangwellige, dunkle Strahlung aus, die sogenannte „nächtliche Ausstrah- 
lung“ und sie empfängt eine gleichfalls dunkle Kücksetrahlung von der Atmo- 
sphäre. Der Unterschied beider wird die effektiye nächtliche Ausstrahlung g6e- 
nannt., Drittens verliert die Fläche Wärme für den Verdunstungsprozeß. 
Viertens wird Wärme in vertikaler Richtung verfrachtet, durch molekulare 
und. zurbulente Leitung in der Aimosphäre und im Meere, Schließlich wird 
Wärme bei advektiven Vorgängen, wie Luft- und Meeresströmungen, horizontal 
verfrachtet. Von. allen diesen Faktoren wissen wir, daß ihre Gesamtsumme ver- 
schwinden. muß, wenn die Meeresoberfläche ihre Temperatur behalten soll, über- 
haupt wenn. die thermische Situation stationär sein soll. 
Die totale Einstrahlung, Die Sonne ist unsere Wärmequelle, und die erste 
und wichtigste Vorbedingung zur Bestimmung der Einstrahlung ist demgemäß 
die Kenntnis der Sonnenhöhe Was sodann zu größeren Schwankungen der Ein- 
strahlung führen kann, ist die Wolkendecke, und deren abschirmende Wirkung 
kennen wir verhältnismäßig gut, jedenfalls soweit es nur auf Durchschnittswerte 
ankommt, Da man aber immer die Sonnenhöhe bestimmen kann, sogar sehr 
genau, so liegt es nahe, nach einer allgemeinen Formel zu suchen, die uns die 
Einstrahlung als Funktion von Sonnenhöhe und Wolkendecke hinreichend genau 
bestimmt... .Die Einwirkung der übrigen Faktoren [Luftdruck, -staub und -wasser- 
dampf, der veränderliche Abstand zwischen Sonne und Erde w a, m.] auf die 
Strahlung wird dann entweder bei der Festlegung der Jahresmittel der Koeoffi- 
zienten empirisch berücksichtigt oder ohne weiteres vernachlässigt werden können. 
In meiner Bearbeitung der Strahlungsbeobachtungen. der „Maud“ Expedition!) 
habe ich versucht, eine Beziehung zu ermitteln. zwischen der totalen Einstrahlung 
bei klarem Himmel und den dazugehörigen Sonnenhöhen, Es ergab sich, daß die 
eiwa 200 einzelnen. Stundenwerte sehr nahe durch die folgende lineare Gleichung 
ausgedrückt werden konnten? Oe= 0.0878, 
wo Q, die totale Einstrahlung‘ bei klarem Himmel und h* die Sonnenhöhe ist, 
Zum besseren Verständnis dieses linearen Zusammenhangs sei die direkte 
Sonnenstrahlung auf eine zur Strahlungsrichtung senkrechte Fläche betrachtet, 
Sie beträgt = Se 
wo (, die Sonnenstrahlung, S die Solarkonstante == 1,932 geal/em?min, e= 2.7188 
die Grundzahl des natürlichen Logarithmensystems, T' der Trübungsfaktor nach 
der Definition. von Linke?) und m die von den Sonnenstrahlen durchlaufene 
Luftmasse ist; als Einheit für m gilt die Luftmasse, die bei 760 mm Luftdruck 
von. lofrecht einfallenden Strahlen. passiert wird, Bei diesem Luftäruck ist m 
eine Funktion. von der Sonnenhöhe alleinz Sie ist ein. für allemal ausgerechnet 
und wird aus einer Tabelle von Bemporad®) gefunden; beim Luftdruck p muß 
die Luftmasse mit p/760 multipliziert werden. Endlich haben. wir ; 
An => 08 — 0054 log, 
5 Häkon Mosby: Sunshine and Radiation, "Che Norw. North Polar Exp, with the „Mand“ 
1218—1025.. Sejent, Kes. Vol, L No. % Bergen 193% = 2 Franz Linke: Transmissionskoeffl- 
zient and Trübungsfaktor, Beitr, zur Phys. d, ir, Atm, Bd, X. H. 2-3. Leipzig-München 1922, — 
3 A. Bemporad: Zur Theorie der Extinktion. des Lichtes in der Erdatmosphäre, Mitt, d. Großh. 
Stern. Heidelb, Karlsruhe 1904, 
‚Ay. d. Aydr. usw. 1066, Heft WIE
	        
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