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Full text: 64, 1936

Neuere Veröffentlichungen, 
277 
Strönyungen, Es ist also. die völlig objektive, xuf' Die mittleren Lufttemperaturen sind eben- 
statistischer Auswertung berühende ‚Daretellaug falls in Eingradfielder eingetragen {mit mancherlei 
beibehalten worden, wie sie für die praküsche „Aussparungen“ in den wenig befahrenen Gebieten), 
Seefahrt. nach. wie vor die zweckmäßigste zu sein | die Isothermen im Japanischen Meer sind dem 
scheint, Die Rosen sind nicht schematisch für | Climatic Atlas of Japan entnommen, | 
Fünfgradfelder berechnet, sondern man war be- Es folgen die Karten der mittleren Wasser- 
strebt, dabei die natürlichen Strommgebiete zu be- temperaturen. Die rot gezeichneten Isothermen 
ücksichtigen, {Ansätze zu dieser Neuerung waren geben einen ansrezeichneten Überblick über die 
übrigens schon in den holländischen Atlanten zu Temperaturverteilung unter der chinesischen Küste, 
Hoden. Darauf hat A. Schumacher bereits Das Betrachten dieser sechs Kärtchen muß für 
früher hingewiesen !)). Gegenüber den Karten für den Özeanographen eine Freude sein. 
den Indischen Ozean fällt eine neue Darstellungs- Die Karten der Sturmhüäufigkeit leiden 
form der Stromrosen auf: die Stärkestufen sind cbenfalls unter dem allzu kleinen Druck der Beob- 
nicht mehr durch die verschiedene Stärke der achtungszahlen in den Eingradfeldern, ; ; 
Sirompfeile und die Zahl der Felder ausgedrückt, Der Atlas schließt mit den Darstellungen «der 
sondern durch längenmaäß’ ge Aussparung oder Aus- Taifunbahnen und Depressionsstraßen, wobel zu- 
füllang: des (zylindrisch gehaltenen} Strompfeils meist das einschlägige Material der ostasiatischen 
(Baillie-Rosen), Bei der Wahl der Stärkestufen Ubservatorien benutzt wurde 
ist man von der bisherigen, reichlich weitgehenden Der Drack der Karten jet mit äußerster Sorg- 
Unterteilung vom 5 zu 5 Sm abgegangen und hat falt und recht geschmackvoll besorgt worden, Die 
dafür die Unterteilung aus dem Atlas der Meeres Größenform hält sich in den Grenzen, die die 
an ömungen in dem Indischen Ozean der Deutschen praktische Benutzung (z. B. im Kartenzimmer‘ nicht 
Seewane übernommen, Zur Herstelhung eines beeinträchtigen, ; 
Stromsteris sind mindestens fünf Beobachtungen Die. Veröffentlichung jet in erster Linie für 
verwendet worden, für die Stromkarten standen die Seefahrt bestimmt, Es muß die niederländischen 
insgesamt 22178 Einzelversetzungen zur Verfügung Seeleute, die den Hauptteil des Beobachtungs- 
{m Anschluß daran seien sogleich die Wind- materials, des „Robhstoffes“, lieferten, mit Befrie- 
karıen besprochen, kartographisch und im der dieung erfüllen, daß sie nun die Früchte ihrer 
änßerlichen Anordnung‘ den Stromkarten ganz ent- jahrzehntelangen, ‚eitrigen Arbeit in der Gestalt 
sprechend. (Damit ist eine Symbolisierung der dieses wertvollen Werkes ernten. Ernst Römer, 
analogen Bewegungsvorgänge im Wasser. und Luft- 
ozean erreicht worden.) Das linke Blatt bildet die 
allgemeine Luftbewegung ab, das rechte die 
Windrosen, hier im Fünfgradfelderm Für die 
Windstärken bat man — in Abweichung: von der 
internationalen Festsetzung‘ — vier Stufen gewählt, 
nämlich von 1—3, 4-—5, 6—7 und S—12, Ari 
der Jamaar- Karte der Windrosen überraschen die 
Windstärken zwischen 8 und 12 im Bereich des 
Nordost-Monsans: im Östchinesischen Meer sind 
es 1%, Östlich Formosa 4%, Dort and nördlich 
der Philippinen kommt diese Stärkestufe selbst 
noch im April vorn. 
Nebel, Die prozentische Nebeldauer für das 
Eingradfeld. wurde berechnet, wenn 100 und mehr 
Beobachtungsstunden da waren, Der Gebrauch 
der sechs Kärtchen wird erschwert durch den sehr 
kleinen Druck der Stundenzahlen, Das trifft a. 
xuch für die Darstellung: der Niederschläge zu 
Bei den Luftdruüuckkarten ist die Verbesse- 
rung im Vergleich mit denen der älteren Karten 
des niederländischen Atlasses für den Indischen 
Ozean augenfällig. Der mittlere Barometerstand 
zunächst ist. eingradfelderweise mit der Anzahl der 
Ablesungen {nur am Quecksilberbarometer) sowie 
die Isobaren in Millimetern gegeben, Die Werte 
sind. für 0°- Temperatur und die Meeresoberfläche, 
dagegen nicht für Schwere berichtigt, Ein zweites 
Kürtchen bringt den mittleren Luftdruck in Mille 
bar für die Meeresoberfläche, Der charakteristische, 
sick von den ebinesisch-japanischen Gewässern nach 
Südosten erstreckende Hochdruckrücken reicht auf 
dem. Februar- Kärtchen muß der 1017 mb- Isohure 
bis zu den Bosin-Inseln, während sie in den 
älteren Darstellungen. rd, 15 Längengrade weiter 
Dach Osten geführt ist, In diesem vergleichenden 
Sinne bemerkenswert ist auch der Isobarenverlauf 
der winterliehen Zyklone, deren Kem von rd. 
750 mm üher den Alcuten liegt. 
2 A, Schumacher, Nenere Arbeiien zur Karte 
graphie der Meeresstrdmungen, „And, d, Hrdc, 66, 1022, 
Lübbert, HM. und Ehrenbaum, E.: Hand- 
buch der Seefischerei Nordeuropas, herausgezeben 
unter Mitarbeit zahlreicher Fachleute, Verlar 
E. Schweizerbart, Stutrgart ab 1928. Bis jetzt 
sind erschienen zwei Bünde und 18 Heite, 
Das nordwest-. und nordewropäische Schelf- 
gebiet ist eines der Hauptfirchereigebiete der Erde, 
und das sich mit den vielen damit im Zusammen- 
hang stehenden Finzelfragen beschäftigende Schrift. 
tum ist bereits unübersehbar. Die Herausgabe 
eines Handbuches der Seefischerei Nordeuropas 
wurde daher seit langem von Fircbereikreisen 
und Meeresforschern im weitesten Sinne als eine 
Notwendigkeit empfanden; es ist. deshalb ein großes. 
Verdienst der beiden Herausgeber, daß sie eine 
große Zahl von maßgehlichen Fachvertretern der 
verschiedenen an dieser Fischerei beteiligten Länder 
zur Mitarbeit an dem großen Werk zu bestimmen 
wußrer, und des Verlages, daß er das Ananzielle 
Wagpis auf sich pahm, . 
Das Werk wird nach Vollendung zehn Bände 
umfassen; der erste behandelt die Naturbedingungen 
des. Lebens im Meere, der zweite und dritte: Syste- 
matik und Biologie der Seefisehe und anderer wirt- 
schaftlich wichtiger Meerestiere Nordeuropas, der 
vierter Die wichtigsten Fanggeräte, der fünfte: 
Die deutsche Seefischerei, der sechste: Die See- 
fischerei von Großbritannien und Irland, dersiebente: 
Die Feefischerei. von Frankreich, Niederlande, Bel 
gien, Island, der achte: Die Seefischerei von. Nor- 
wegen, Dänemark, Schweden, Finnland, Rußland, 
Estland, Lettland, Danzig und Polen, der neunte: 
Verwertung der Seefischereiprodukte, und derzehnte: 
Förderung der Seefischerei., Bereits abreschlossen 
sind der zweite und sechste Band, von allen übrigen 
liegen einzelne Hefte vor. Für den Leserkreis 
dieser Zeitschrift sei besonders hingewiesen anf: 
K, Brandt und J.Reibisch: „Der Stoffhausbalt 
im Meere“, W. Schnakenbeek: „Die Nordsee- 
Ffischerei*, H, Henking: „Die Ostseefischerei“, 
W.Schnakenbeck: „Der Wallang“ und B, Sae- 
mundssan: „Die islindische Seefischerei*“. Die
	        
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