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Full text: 64, 1936

Kleinere Mitteilungen, 
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am Boden und 30° oberhalb 2,2 km Höhe) an den Inversionen sprunghaft mit 
der Höhe zunimmt, wirkt sich hier der Vorstoß der absinkenden Kaltluft 
dennoch als: Föhneinbruch aus. Die Inversion stellt sich am Wolkenkliff in die 
Senkrechte; daher die glatte Mauer. 
As ergibt sich so der in Abb. 2 [b] überhöht dargestellte Vorgang, Bemerkens- 
wert ist, daß beim Abstieg die untere Inversionsgrrenze (630 m) mitten in der 
Wolke liegt, was ebenso wie die Abkühlung (Verdampfungskälte!) und Aus- 
trocknung oberhalb 400 m den Zerfallsprozeß dieses „Abrasionsreliktes“ anzeigt. 
Der nur niedrige Rostocker Drachenaufstieg von $8* erreicht gerade noch die 
Inversion, die dort, um weitere 130 m. tiefer, bei 500 m Höhe beginnt. Luft- 
absinken findet, nach der Wolkenverdünnung und Sichtbesserung, auch unter«- 
halb der Hochnebeldecke nahe dem „Kliff“ statt, und die nahe „Aufstieg Rostock“ 
in Abb. 2 {b] skizzierte Bodenkonvergenz deutet sich auch in der synoptischen 8b- 
Karte hinter der Front an (NW—=—NE)}) / 
So wetterwirksam im übrigen diese „Front“ ist, indem ie den Umschlag 
vom Nebel. und Nieselwetter zum klaren Schönwetter bringt, so wenig ist sie 
thermisch und dynamisch von Belang. Sie verdeckt nur, was die Höhenaufstiege 
und Piloten!) deutlicher zeigen: daß die eigentliche, wenn auch breitere Frontal- 
zone in der Höhe etwa von den Lofoten nach Schlesien weist, also — anders 
als die Bodenfront — Nord-Südstreichrichtung hat. Daher ein heftiger nörd- 
licher Höhenwind (Rostock in 3 km N 24 m/sec, Göteborg NzW 28 m/see, Stock- 
holm in 2 km NzE 39 m/sec), der über die Bodenfront Warschau—Aberdeen 
hinwegsetzt, Mit ihm vermag die vorauseilende, so weit westlich wie Hamburg 
nur geringfügige Abkühlung bringende, kältere Höhenluft die Bodenfront zu über- 
flügeln, und das Wolkenkliff wird deshalb so vergänglich gewesen sein, weil der 
„Böenkopf“ des verkappten Kaltluftvorstoßes (siehe Abb, 2 [b]) bald in eine 
horizontal über der Wolke liegende Inversion umschlug, Martin Rodewald. 
3. Wetterskizzen. Nr, 4: Das erste Hamburger Frühjahrsgewitter vom 
5. Mai 1936. Die in den ersten Maitagen herrschende Druckverteilung?} mit 
einem Hochdruckgebiet über Skandinavien und tiefem Druck über Mittel- und 
Südeuropa führte über Norddeutschland 
zu einer anhaltenden nordöstlichen bis Öst- 
lichen Luftströmung, die Hamburg am 
5, Mai Warmluftmassen. (allerdings nicht 
subtropischen. Ursprungs) zuführte, so daß 
das Temperaturmaximum des Vortages um 
5° überschritten wurde. Trotzdem lag es 
aber noch wesentlich unterhalb der Werte, 
die im Binnenlande beobachtet wurden 
(Berlin 24°, Magdeburg 23°, Hamburg 17°), 
denn eine Schleifzone, die sich am deut- 
lichsten in den Bodentemperaturen aus- 
prägte, aber auch in der Höhe noch zu 
erkennen war, lag über Norddeutschland. 
Der Temperaturgegensatz an dieser Schleif- 
zone verstärkte sich tagsüber unter dem 
Einfluß des im küstennahen Gebiet auf- 
tretenden Seewindes, dessen Eintritt sich 
in Hamburg durch Winddrehung auf NE 
bemerkbar machte, Gleichzeitig trat eine, 
wenn auch nur geringfügige, Abkühlung 
ein, und im weiteren Verlauf zeigte sich 
eine deutliche Abflachung‘ des täglichen 
Temperaturganges, Da die Luftschichtung über Hamburg feuchtlabil war (vgl 
Abb. 1), könnte sich schon gegen 15% über dem Bergland südsüdwestlich Hamburg 
1} Vol, des näheren die Aerologischen Berichte 1020, — 2) Vgl, die „Täglichen Wetterberichte 
des Deutschen Reichsweiterdienstes“, Herausgegeben von der Deutschen Seewarte, Hamburg: 
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