268 Annalen der Hydrographie und Maritinen. Meteorologie, Juni 1936,
Mitte durchflogen, als zwischen 750 und 500 m Höhe befindlich; das Kliff hatte
hiernach eine Höhe von 150—200 m. Seine age ist in Abb. 1 verzeichnet.
Seine Vergänglichkeit erhellt daraus, daß bei einem nach 12.30 unternommenen
Photofluge die Erscheinung nicht mehr festgestellt werden konnte, Anderseits
spiegelt sich die Dreiteilung: dicke Wolkenschicht, dünnerer Wolkensaum, klares
Gebiet schon in den 8h-Bodenbeobachtungen wieder; z, B. Amrumbank-Feuerschiff
— Nebel, 200 m Sicht; List auf Sylt — 10/10 Steu, 10 km Sicht; Blaavandshuk
2/10 Ci und St, 10 km Sicht,
Da der linienhafte, scharfe Wolkenabbr uch das Gegenstück zur linien-
haften Wolkenbildung, etwa des Böenkragens, ist, kann die Erklärung der
Wolkenkliffbildung nur in einem linienhaften und ziemlich gewaltsamen Absteigen
von Luft gesucht werden, Das Wolkenkliff findet anderseits seine Parallele in
der orographisch bedingten „Föhnmauer“, nur daß bei ersterem die Strömung
gegen die Wolke steht und daß es selbst fortschreitet,
Das Luftabsinken ist im unserem Falle aber nicht der Abgleitfläche der
passiven Seite eines Hochs angehörig, sondern es erfolgt gerade mit einem
Hochdruck vorstoß: So steigt der Luftdruck in der Zone Skagerrak—Danziger
Bucht am 15, März von 5—8% besonders stark an, um 2 mm und mehr, maximal
in Kopenhagen um 8.5 mm. Eine Bedingung nun für die Absinkbewegung geht
schon aus der Bodenwetterkarte (siehe Abb. 1) hervor: Die Isobaren (770 bis
760 mm) divergieren vom 60, Parallel nach Süden rasch auf etwa das Doppelte
des ursprünglichen Abstandes voneinander, Der durch das Auseinanderfließen
der Bodenluftmasse notwendig werdende Ersatz muß aus der Höhe kommen,
ünd der Massenzufluß in der Höhe ist dabei in unserem Falle derart, daß sogar
kräftiger Druckanstieg am Boden resultiert.
Was zeigt nun der Vergleich zwischen Hamburger Flugzeugaufstieg und
-abstieg an Bemerkenswertem? (Die nach späterer Eichung korrigierten Werte
erscheinen sehr zuverlässig; Instrumententrägheit machte sich in der denkbar
scharfen Kurvenzeichnung
so gut wie gar nicht be-
merkbar.) Die Zuüustands-
kurven der Abb. 2 [a] lassen
erkennen, daß die um 2 km
und 1 km Höhe befindlichen
Inversionen während des
Fluges um 150—200 m bzw.
200 —300 m abgesunken
sind, oder besser: nördlich
des Wolkenkliffs um diesen
Beitrag tiefer liegen. Zu-
gleich ist bei dem Abstieg
nördlich vom Wolkenkliff
die relative Feuchte ganz
beträchtlich niedriger, in
950m Höhe um rund 35 %!
Hier zeigt sich der Föhn-
einbruch in voller Schärfe,
Da die Inversionen des
Auf- und Abstieges zweifel-
{os miteinander identisch sind, kann ihre Senkung nur eine gleichsinnige Senkung
der Inversionsoberluft bedeuten, die also gleichfalls um größenordnungsmäßig 200 m
abgestiegen sein müßte, Wäre die Abstiegsluftmasse die gleiche wie die des
Aufstiegs, so müßte sich damit die Luft an der Öbergrenze der Inversionen um
rund 2° erwärmt haben, ein Betrag, der nicht einmal zur Hälfte erreicht wird.
Es erfolgt also tatsächlich zwischen Aufstieg und Abstieg Zufuhr äquivalent-
potentiell kälterer Luft — was sich oberhalb der 2 km-Inversion in der kurzen
Flugzeit direkt zeigt —; aber indem die äquivalent-potentielle Temperatur (etwa 16°
Fe,