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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

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Annalen der ‚Hydrographie und. Maritimen Meteorologie, Juni 1036, 
ville lag, waren. dort bei klarer Sicht keinerlex Wolken, am Osthimmel zu sehen. 
Es fand keine Ausströmung von Cirruswolken aus dem Sturmgebiet statt; in 
Miami wär der erste Vorbote ein dichter Altostratus, der neun Stunden xor 
Ankunft des Zentrums schnell aus NE heranzog, und zeigten sieh noch zwei 
Stunden später Cirren, die aus N zogen. 
Eine Erklärung all dieser außergewöhnlichen Verhältnisse ist wohl noch nicht 
möglich, obwohl Anhaltspunkte dafür in der allgemeinen Wetterlage gegeben 
sind. Die vielen aerologischen Beobachtungen, die jetzt täglich in. den Vereinigten 
Staaten zemacht werden, gestatteten Herrn XII. R, Brers für den 1. November 
einen Querschnitt zu entwerfen (M, W, Review 1935, 8. 820), der in. vorstehende 
Fig: 2 vereinfacht wiedergegeben ist. In diesem. hat er versucht, die verschiedenen 
Luftkörper nach. ihrer Herkunft erkennen zu. lassen, 
Man vergleiche das Obige mit meinem Bericht über die Orkane des Jahres 
1926 auf S. 147 bis 150 des Jahrgangs 1927 dieser Zeitschrift. 
Bemerkungen zur Entstehung der Golfstromzyklonen. 
Von R, Scherkag, Hamburg, Deutsche Seewarte. 
Zusammenfassung; Es wird Stellung genommen ZU dem im vorigen Heft dieser Zeitschrift er- 
zehfenenen Versuch von W. .Budloft, die Entstehung der Golfstromzyklonen nt der Feuchtlabilität 
zu deuten. wood. auf die offenbare Unzulänglichkeit seiner Beweistührung hingewiesen, Anschließend 
wird betont, wie gerade die Golfstromzyklonen auf Grund der horizontalen Temperaturgegensätze 
ohne Schwierigkeit erklärt werden. könnzen, 
Wie vor einem halben Jahrhundert, so scheint in der Meteorologie der alte 
Streit zwischen der „Gegenstromtheorie“ und der „Kondensationstheorie“ bzw. 
„Konvektionstheorie“ von neuem aufzuleben, der seit den klassischen Unter- 
suchungen. von Margules endgültig zugunsten. der ganz überragenden. Bedeu- 
kung der in den horizontalen Temperaturdifferenzen verfügbaren Energiemengen 
entschieden zu. sein schien und schließlich zur Polarfronttheorie führte. Wenn 
ich selbst in der „Divergenztheorie der Zyklonen“ der an den Frontalzonen ent 
stehenden stürmischen. Höhenströmung die wesentlichste Bedeutung für die 
Zyklogenese zuschreibe, so ist diese Höhenströmung letzten Endes eine Folge 
der horizontalen Temperaturgegensätze, und diese Theorie steht insofern mit 
der Polarfronttheorie in. Yollem Einklang, 
Demgegenüber unternimmt W. Rudloff im letzten Heft dieser Zeitschrift!) 
den Versuch, die Kondensationstheorie wieder zur Geltung zw bringen, was 
durchaus lohnenswert sein. könnte, wenn. nicht die Durchführung ganz offenbare 
Unzulänglichkeiten zeigte, auf die hingewiesen werden muß, wenn eine Diskussion 
(ruchtbar werden soll. . 
Es ist bedauerlich, daß mit dem Beweise für die primäre Bedeutung der 
Labilität für die Zyklonenentstehung: nicht mit dem. mitteleuropäischen. Raum 
begonnen wird, wo jetzt täglich eine solch große Zahl von aerologischen. Auf- 
stiegen mit Flugzeugen, Drachen und Pilotballonen ausgeführt wird, daß man 
jen. Beweis mit diesem Material in allen Einzelheiten versuchen könnte, Dem- 
gegenüber den Beweis auf Grund von Zyklonenuntersuchungen Über dem Golf- 
stromgebiet zu beginnen, wo bekanntlich überhaupt kein aerolögisches Material 
zur Verfügung steht, erscheint wenig glücklich, und die von Rudloff gezogenen 
Folgerungen vermögen deshalb nicht zu überzeugen, weil sich. diese auf zahl. 
reiche synoptisch noch unbewiesene Behauptungen gründen, die der Verfasser 
den bekannten Arbeiten von Raethjen und Seifert entlehnt. 
KRudloff stellt objektir fest, daß der Vorstoß eines Hochs vom amerika- 
nischen Kontinent her irgendwie mit der einige Tage später erfolgenden 
Zyklogenese über dem Golfstrom in. Verbindung‘ zu stehen scheint, Er beobachtet, 
daß ein vom Seengebiet heranziehendes Hoch sich verstärkt und schließt 2): „, Wir 
2 Golfstromzyklonen, Kine synoptiech-dynamische Untersuchung über die Entstehung nord- 
gg Selm in. ausgewählten Beispielen, Ann, d, Hrdr, 1936, 5, 185. — 3 aa. 0. 
193, UND,
	        
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