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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

948 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1936. 
man kann dies aber für jede einzelne Station Für sich tun, indem man sich je- 
weils ein 1m langes Stück des Querschnitts abpgeteilt denkt und nun danach 
fragt, welche Mengen an Wasser und Salz in der Sekunde hindurchtreten (s. die 
Spalten 8, 9 der Tabelle, bei deren Berechnung immer nur die quer zum Schnitt 
(aufende Stromkomponente berücksichtigt ist), Man erkennt, daß auf jeder der 
beiden Stationen P 9 und P 10 sich die ein- und. ausströmenden Mengen fast auf- 
heben; es mag dahingestellt bleiben, ob dem kleinen Überschuß der nach Norden 
geführten Mengen eine hinlängliche Bedeutung zukommt. Auch auf F12 heben 
sich die Wassermengen beinahe auf, bei den Salzmengen bleibt jedoch ein Ein- 
fuhrüberschuß von 44.3 kg in der Sekunde, und suf P11 bewirken die hohen 
Geschwindigkeiten trotz der geringen Abweichung der Stromrichtung vom Schnitt, 
daß sekundlich ein Zustrom von 4 t Wasser 21/, Zentner Salz herauskommt. 
Sofern man, trotz der oben gemachten Vorbehalte, den Strommessungen eine 
mehr als rein Örtliche und vorübergehende Bedeutung beimessen darf, hätte 
man es demnach am Beobachtungstäge mit einer erheblichen Wasser- und Salz- 
ainfuhr in das Kattegat zu tun gehabt, Daß es sich in der Tat nicht nur um 
ganz flüchtige Augenblickswerte des Stroms handelt, dafür spricht die Tatsache, 
daß die beiden im Verlauf einer Stunde gewonnenen Reihen immerhin mitein- 
ander erträglich übereinstimmen, wie übrigens auch ein Blick auf die mittleren 
„Fehler“ beweist. Man vergleiche z.B. die beiden, über eine Stunde verteilten 
Meßreihen der Abb. Nr. 2, Tafel 46, miteinander. Ihre Übereinstimmung läßt 
die zeitliche Änderung des Stroms in der 10 m-Tiefe auf derselben Station dann 
doch als eine Ausnahme erscheinen, die Sich auf die Nähe der Sprungschicht 
beschränkt (vgl. S. 245). 
Obwohl daher der festgestellte Tatbestand recht uneinheitlich ist, und Ob- 
wohl — ein nicht leicht zu nehmender Einwand — die Beobachtungen nicht 
N a gleichzeitig stattfanden, mag es doch erlaubt sein, Ver- 
eb 7 Di ee  mutungen über den Zusammenhang der anscheinend 
so widerstreitenden Messungen anzustellen. Man könnte 
sich denken (Abb. Nr. 7), daß das salzreiche Wasser 
aus der Nordsee auf seinem Wege nördlich von Skagen 
sich unter dem Einfluß der Erdumdrehung an die 
dänische Küste lehnt, wo es eine tiefe Rinne vorfindet. 
Es mag so, unter Abgabe einiger Wasserfäden, 
nach Osten ausholend, die vor Vendsyssel liegende 
Mache Böschung umkreisen?!) und hierbei Teile des vor 
der schwedischen Küste fließenden Baltischen Stroms 
mit nach Süden führen und durch die Verbindungs- 
rinne auf die Läsö-Rinne zu vordringen, wodurch das 
Südwärtsströmen der Deckschicht auf P10 und P11 
bedingt sein könnte. Dann wäre der auslaufende Strom auf P 9 unter der jütischen 
Küste als ein. Teil eines Wirbels aufzufassen, der auf der erwähnten Untiefe rechts- 
herun kreisen und von einem entgegengesetzten Wirbel in der Tiefe unterlagert 
würde. Ist dies richtig; so müßte sich nach A, Defanft die Sprungschicht über der 
Bank senken. Damit würde dem Baltischen Strome ein verhältnismäßig schmaler 
Streifen vor der schwedischen Küste zugewiesen und für den größten Teil des 
Schnittes Mischbewegung in großem Maßstabe angenommen; leider läßt sich 
aus den längere Zeiträume behandelnden Arbeiten von O, Pettersson und 
J. P. Jacobsen für den hier untersuchten Schnitt keine Bestätigung entnehmen, 
Aa er bereits außerhalb des dort in Betracht gezogenen Gebiets liegt, und so 
bleibt die obige Auffassung vorläufig eine reine Vermutung. Es wäre die Auf- 
gabe einer künftigen Untersuchung, festzustellen, ob ein Wirbel der vermuteten 
Art vielleicht auch sonst auf der Bank vorkommt. In Ermangelung weiterer 
Beobachtungen bleibt daher nur übrig, zu untersuchen, ob diese Vermutung sich 
mit den vorhandenen Kräften verträgt. 
a 4) Dies stände im Einklange mit der Eknmanschen Theorie, insofern als ein Tiefenstrom über 
aysteigendem Grunde einen Wirbel cum sole ausführt. Doch ist die Meerestiefe in diesem Falle wohl 
zu Xlein und. die Reibung zu groß, um diesem Umstande entscheidendes Gewicht beizulegen. 
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