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Full text: 64, 1936

244 Annalen der Hydrographie und Maritirmnen Meteorologie, Tunl 1936. 
Störung, die als ein Spiegelbild. der Schiffsbewegung aufzufassen war; war diese 
Erwägung richtig, so brauchte man nur die derart berechneten Störungen von 
den zwölf Beobachtungen abzuziehen, die die anderen Instrumente in ihren zwei 
Minuten aufzeichneten, um auch bei diesen den reinen Strom, ohne Schiffseinfluß, 
übrigzubehalten. Aber dies Verfahren (Wittings „Verbesserungsmethode‘“) 
erwies sich als unausführbar; denn es zeigte sich, daß zu der erwähnten Schwoj- 
störung noch eine zweite durch das Schlingern hinzutrat, die die beiden Iostru- 
mente ungleich störte, und endlich stellte sich heraus, daß auch der Strom selbst 
nicht konstant war, sondern sowohl hinsichtlich der Richtung als auch der 
Geschwindigkeit stärker schwankte, als man vorher angenommen hattel). Es 
blieb somit nichts übrig, als auch die zweimin.utigen Beobachtungen (d,i, jedesmal 
zwölf Einzelwerte) zu einem Mittel zu vereinigen, um die Störungen, so gut es 
ging, fortzuschaffen. | 
Aber hier erhob sich ein ernster Einwand. Die spätere Bearbeitung der auf 
der Ankerstelle gemachten Beobachtungen ergab eine so große Streuung der 
Messungen, daß eine mindestens fünfminutige Beobachtungsdauer erforderlich 
war, um hinreichend zuverlässige Mittelwerte zu erlangen!); und die Zwei- 
Minuten-Mittel mußten als zu unsicher gelten, um Schlüsse daraus herzuleiten, 
und die ganze Mühe der Strombeobachtungen konnte zunächst vergeblich 
erscheinen. Doch bot sich ein Ausweg, als die durch Koppelrechnung erhaltenen 
Minutenmittel des Stroms (also vektorielle Mittelwerte) in ein. Koordinatennetz 
eingetragen wurden (z.B. Abb. Nr. 2, Tafel 46); statt der Strompfeile wurden, 
um die Übersichtlichkeit der Darstellung nicht zu stören, nur ihre Spitzen als 
Punkte eingetragen. Es zeigt sich ganz offensichtlich, daß zunächst die Ströme 
von 1 m bis 6 m Tiefe eine zusammengehörige Gruppe bilden, sodann die in 8 m, 
die in 10m bis 18 m, die in 22 m bis 34 m und endlich die in 35 m bis 39 m 
Tiefe beobachteten; die Abb. Nr, 3 beschränkt sich auf eine Folge von Minuten- 
mitteln in 10 m Tiefe und. beweist damit, daß die in jeder der genannten Gruppen 
auftretende Streuung keineswegs über diejenige hinausgeht, die bei einer ent 
sprechenden Anzahl Messungen in ein und derselben Tiefe gefunden wurde. Es 
ist daher berechtigt, für jede Gruppe einen Mittelwert zu berechnen in der 
Annahme, daß der mittlere Strom in den verschiedenen Tiefenstufen einer ein- 
zelnen Gruppe im wesentlichen derselbe war, Die so erhaltenen Gruppenmittel 
sind in der Nr. 2 durch Punkte gekennzeichnet, die sie umgebenden Rechtecke 
veranschaulichen die mittlere Streuung des Gesamtmittels der Nord- bzw. 
Ostkomponente, Außerdem ist die mittlere Streuung der einzelnen Minuten- 
mittel dargestellt durch den Streukreis (vgl. diese Zeitschrift 1986, S, 201f.), 
der die Eigenschaft hat, etwa */, der Einzelbeobachtungen zu umfassen (sofern 
die Beobachtungen sich entsprechend dem Gaußschen Fehlergesetze anordnen). 
Endlich noch ein Wort über die von der Mittelberechnung ausgeschlossenen 
Messungen der ersten Reihe in 10, 12 und. 35 m Tiefe und die 1 m-Messung der 
dritten Reihe (in Nr, 2 eingeklammert); sie liegen den übrigen in ihrer Gruppe 
zusammengeballten Werten so fern, daß ihre Berücksichtigung den Mittelwert 
geradezu verfälscht hätte, Bei den beiden ersten erklärt sich ihre Ausnahme- 
stellung leicht dadurch, daß sie in der Nähe der Sprungschicht gefunden sind; 
as ist deshalb sehr wohl möglich, daß der Übergang von der 1- bis 8 m-Tiefe zu 
der 10- bis 18 m-Tiefe sich bei der zweiten Reihe (etwa !/, Stunde später) etwas 
anders vollzog als bei der ersten. Die 1 m-Messung ist (im Unterschied zu den 
anderen) mit dem. Backbordinstrumente gewonnen; um jene Zeit aber lag das 
Schiff auf Kursen zwischen 230° und 235°, so daß es in der zweiten Minute den 
Strommesser gegen den Strom abschirmte, wodurch sich die Messung als micht 
einwandfrei kennzeichnet. Was endlich die 35 m-Beobachtung anlangt, so kann. 
zwar kein Grund für ihre Abweichung von den anderen angegeben werden; 
aber sowohl bei der ersten als auch bei der etwa */; Stunde später ausgeführten 
'y Vgl. die Arbeit des Verf. „Über Stromunruhe“, Ann, d, Hydr. 1934, 8. 365 bis 971. Eine 
zusammenfassende Übersicht über die Methoden versuchte Verf, in „Methoden zum Studinor der Meeres- 
nee KM Stern Handbuch der biologischen Arbeitesmethoden, II, 3, 3, Lief. 418, 
TAI 1, 1 Os
	        
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