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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

2.42 
‚Annalen der Hydrögraphie und Maritimen Meteoroloete, Juni 1986, 
Schon in 20 m Tiefe ist die Verteilung der hydrographischen Faktoren 
(vgl. Fig. 24 auf Tafel 44) gänzlich verschieden von der an der Oberfläche, 
Zunächst sei der 8./9, VIIL betrachtet. Das kälteste und salzhaltigste Wasser 
tritt vor dem westlichen Teil der seeländischen. Küste auf (unter 7° und über 
33%, Südöstlich von Anholt heben sich zwei Kerne salzarmen und warmen 
Wassers heraus. Vor der schwedischen Küste ist der Salzgebalt mit über Sn 
recht hoch; es. scheint sich. bis dahin die nördlich Läsö südostwärts vordringende 
Zunge sehr salzhaltigen Wassers zu. erstrecken, so daß also hier der Oberfläche 
gerade entgegengesetzte. Verhältnisse herrschen, In 20 m Tiefe findet sich das 
schwerste Wasser gerade dort, wo sich an der Öberfläche das leichte Wasser 
des Baltischen Stromes befindet, Ebenso ist das sehr salzhaltige und kühle 
Wasser vor der ganzen seeländischen. Nordküste bemerkenswert, also gerade 
dort, wo sich an der Öberfläche ebenfalls warmes, salzarmes Wasser befand, 
Am 18.720, VIIL ist das Bild gänzliek anders. Ein kleines Gebiet niedrigen 
Salzgehalts findet sich nordwestlich der Laholms-Bucht, von welchem aus der 
Salzgehalt schnell nach dem offenen Kattegat ansteigt zu Maximalwerten bis 
33%, vor der seeländischen. Nordküste, Da das Wasser vor der letzteren außer 
dem. sehr kühl ist, sind die Dichtewerte hoch; es finden sich dort und im Nord- 
ausgange des Sundes die größten Dichtewerte in der 20 mnr-Schicht des ganzen 
Kattegats, Das gefundene entgegengesetzte Verhalten der Oberfläche und der 
20 nı-Schicht bestätigt die von. *,. Schubert Insbesondere aus der Diskussion. 
der auf den Ankerstationen im südlichen Kattegat gewonnenen. Beobachtungen. 
abgeleitete Regel, daß unter salzarmem Öberflächenwasser infolge Hebuny der 
Sprungschicht in der Tiefe ein lokales Salzgehaltsmaximum und enter salz 
veichem Oberflächenwasser in der Tiefe infolge Senkung der Sprungschicht ein 
lokales Salzgehaltsminimum auftritt, Veranschaulicht wird dies weiterhin dureh 
den in Figur 25 auf Tafel 44 dargestellten Verlauf von Temperatur und Salz- 
gehalt in. 0m and 20 m Tiefe auf der Verankerungsposition des R. FD. „Poseidon“ 
vom 10, bis 17, VIIL Der Abnahme der Dichte des Oberflächenwassers infolge 
Salzgehaltsabnahme bei geringer Änderung der Temperatur entspricht: Ver- 
größerung der Dichte des Wassers. in. 20 m Tiefe (Steigerung des Salzgehaltes 
and Abkühlung). Die Änderungen in noch größerer Tiefe erfolgen offenbar 
unabhängig won. denen an der Oberfläche (vgl. Fig, 256), 
Die aus dem Vergleiche der im Zeitabstande von etwa 1% Wochen ge- 
wonnenen hydrographischen. Vertikal» und Horizontalschnitte abgeleiteten. Ver- 
änderungen. des hydrögraphischen Zustandes haben sich nun nicht langsam and 
stetig während. dieses Zeitraumes vollzogen, sondern auf mancherlei Umwegen, 
Eine Vorstellung von dem überaus schnellen Wechsel der hydrographischen Ver- 
hältnisse in Zeit und Raum geben die vom 10. bis 17, VIIL im südlichen Kattegat 
auf den fünf Änkerstationen zum ersten Male an mehreren nahe benachbarten 
Punkten angestellten synoptischen Beobachtungen, Aus diesen ergab sich, daß die 
unperiodischen Änderungen des hydrographischen Zustandes (Strom, Temperatur, 
Salzgehalt) an. den Beobachtungspunkten sowohl zeitlich. wie örtlich ganz außer- 
ordentlich viel größer waren als nach den bisherigen Kenntnissen und An- 
schanungen zu erwarten, und daß die im südlichen Kattegat durch den Abfluß aus 
der Ostsee und Zufluß aus der Nordsee verursachten Mischungsvorgänge weit 
intensirer und turbulenter sind als bis dahin anzunehmen war; dieses für das 
Gebiet der fünf Ankerstationen abgeleitete Ergebnis ist als für das ganze Kattegat 
gültig zu betrachten, Der Vergleich der auf der Aus- und Rückreise gewonnenen. 
Stationen gestattet zwar, wie gezeigt wurde, die Gewinnung von. Anschauungen 
über Wasserbewegungen größeren Umfanges, das abgeleitete Bild der Veränderung 
des hydrographischen Zustandes ist. aber gewiß noch als sehr einfach. anzusehen 
zegenüber den während der ganzen Zwischenzeit tatsächlich erfolgten wechsel- 
vollen. Vorgängen,
	        
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