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Full text: 64, 1936

Schulz, B.: Die hydrographische Lage im Kattepyat im August 1931, 241 
sprechen also nicht in allen Fällen tatsächlichen Beobachtungen; dies liegt daran, 
daß entweder die Beobachtungen in der Vertikalen nicht dicht genug aufeinander 
folgten, um das Kerngebiet des Zwischenwassers zu erfassen, oder aber daran, 
Jaß dieses Kerngebiet infolge weitgehender Vermischung mit der Ober- oder 
Unterschicht nicht mehr rein vorhanden war, Die Tiefen der so ermittelten 
T- und S-Werte schwanken zwischen 12 m und 32 m. Obgleich die geschilderte 
Methode der Bestimmung der Werte nicht immer zu eindeutigen Ergebnissen 
führte, sind die ihnen im T—$S-Diagramm entsprechenden Punkte nicht regellos 
verteilt, sondern. gruppieren. sich. sowohl für den 8./9. VIIL wie den 18./20. VIII 
um zwei Beziehungskurven (vgl. Fig, 20a auf Tafel 43); allerdings ist die Streuung 
erheblich größer als bei den Bodenwasserwerten. Die zu den beiden verschiedenen 
Beobachtungsterminen festgestellten T—S-Kurven sind als untereinander über- 
einstimmend anzusehen, wie Figur 20b zeigt. Der Vergleich der räumlichen 
Ausdehnung der Gebiete, für welche die Beziehungskurven gelten (siehe Figur 21), 
ergibt, daß sich innerhalb der etwa 1!/, Wochen umfassenden Zwischenzeit vom 
8,/9. VIII bis zum 18./20, VIII, das Gebiet des Zwischenwassers I etwas nach 
Südosten verlagert und das des Zwischenwassers II erheblich nach Süden aus- 
gedehnt hat. Die fünf Stationen J1 bis J5, welche sich am 8,9. VIII nicht in 
die Beziehungskurve II eingliedern ließen, sind am 18./19. VIII, als zur Kurve 2 
zugehörig zu betrachten und es ist das Zwischenwasser dort wärmer und salz- 
haltiger geworden, 
Bei der dritten Wasserart, dem Oberflächenwasser, war die Streuung der 
Punkte im T—$-Diagramm so groß, daß sich einigermaßen verläßliche T—S- 
Kurven nicht zeichnen ließen. Auch die Versuche, Beziehungskurven für 5m 
and 10 m Tiefe sowie für die Mittelwerte aus 0 m, 5 m und 10 m Tiefe abzuleiten, 
führten nicht zu befriedigenden Ergebnissen, Dies ist nicht verwunderlich an- 
yesichts der regional wechselnden Wirkung der Ein- und Ausstrahlung, der Zufuhr 
von Landwasser sowie der leichten Beweglichkeit des Oberflächenwassers unter 
dem Einfluß des Windes, Eine gute Übersicht über die Entwicklung an der 
Oberfläche geben die Oberflächenkarten von Temperatur, Salzgehalt und Dichte 
(vgl. Fig. 22 und 23 auf Tafel 43), für welche zußer den Beobachtungen auf den 
Stationen und Feuerschiffen auch die stündlich auf der Fahrt des R.F.D. „Poseidon“ 
gewonnenen Werte herangezogen werden konnten. Auf der Temperaturkarte vom 
6./9. VIII heben sich das Gebiet vor der Nordküste Seelands (über 19°), der Sund, 
der Kleine Belt und auch noch der Große Belt als wärmste Gebiete heraus, Auf- 
fallend kühl ist das Oberflächenwasser des Fehmarn-Beltes und der Gjedser Enge 
(bis unter 15°. Im Kattegat selbst besteht ein erheblicher Gegensatz zwischen 
dem kühlen Westen und dem 2° bis 3° wärmeren Osten. Nach Ablauf von fast 
zwei Wochen ist durchgehend eine erhebliche Abkühlung eingetreten. In den 
Belten, im Sund und im westlichen Arkona-Becken. betrug diese rund 2% Die 
wärmsten Gebiete sind jetzt wiederum vor der Nordküste Seelands, weiter um 
Anholt und in der östlichen Hälfte des Schnittes durch das nördliche Kattegat 
gelegen. Der Gegensatz zwischen der West- und Ostseite des Kattegats ist sehr 
wenig ausgeprägt. Noch erheblich größere Veränderungen zeigen die ÖÜber- 
Nächenkarten von. Salzgehalt und Dichte, Nach den vom 6 bis 9, VIIL ge- 
wonnenen Beobachtungen tritf im Kattegat das Wasser mit dem niedrigsten 
Salzgehalt an der Ostseite auf; da es zugleich sehr warm ist, sind die westöst- 
lichen Dichteunterschiede beträchtlich; das warme, salzarme und leichte Wasser 
des Baltischen Stromes hebt sich gut heraus, In weit geringerem Umfange ist 
dies am 18./21, VIIL der Fall. Dies liegt teils daran, daß die Salzgehalte des 
Baltischen Stromes, soweit er erfaßt wurde, gestiegen, als auch daran, daß die 
auf der Westseite des Kattegats auftretenden Salzgehalte weit niedriger geworden 
sind, Am größten ist die Änderung westlich Läsö, wo bei der ersten Beob- 
achtung über 28° und. bei der Wiederholung über 22%, festgestellt wurden. 
Zu beiden Beobachtungszeiten reicht eine Zunge salzarmen Wassers über Ankolt 
nach Nordwesten. Im den drei nach der Ostsee führenden Meeresstraßen hat 
der Salzgehalt zugenommen, was sehon bei Betrachtung der Längsschnitte fest- 
gestellt wurde, 
Am, d. Hydr. usw. 1936. Halt: VL
	        
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