Jo4 Anmalen der Hydrographie aod Maritimen Meteorologie, Mai 1936,
Der Wind dreht im Laufe des Vormittags über S nach W und behält diese
Richtung wie in den letzten Tagen einige Stunden lang unter leichtem Auffrischen.
Wie am vergangenen. Tage um 15*%. steigt herıfe um etwa. 145 im NE ein Gewitter
herauf, dessen dunkle Cunb bald den Teil des Himmels von N bis ENE yer-
hüllen,. Um 147% haben. die Gewitterwolken den Zenit erreicht. Der Wind
wechselt plötzlich die Richtung; er weht nun. gleichmäßig in Stärke 6 aus NE
and. treibt das Gewitter rasch über das Land, Es fallen in 15 Minuten 2,3 mm
Regen. Obwohl €s ununterbrochen donnert, ist: das Gewitter doch nur leicht zu
jennen. Die Gewitterwolken verdunkeln den. ganzen Himmel, und der aus den
rerschiedensten Richtungen kommende Donner gleicht einem dauernden starken
Gemurmel. Nach dem Gewitter um 15% % weht bis gegen Abend wieder W 4.
Dann. wird es für eine Weile windstill; hierauf setzt leichter ENE ein, der bis
kurz nach. Sonnemmitergang anhält, Den ganzen Tag — mit Ausnahme der
(Gewitterzeit — haben wir eine wunderbare Fernsicht gehabt. Abends füllen
sich die Täler mit weißen. Nebelschwaden an. = Die Temperaturen dieses Tages
waren: 7% 18°, 10% bis 17% 28°, 19% 17° — Am nächsten. Morgen [30, Juli] werden
0.4 mm. Regen gemessen. H. Radtke.
5. Klimatographische Witterungsschilderung, Nr, 64: Abessinien. —
Aus der Sammlung des überseeischen. meteorolagischen. Dienstes der Deutschen
Seewarte. — Witterungsverlauf in der winterliehen Trockenzeit am
Nordufer des Tanaseos, Beobachtungstage: 18. bis 15, Februar 1936},
13. Februar, 7hr In den Bergtälern Kegen feine Nebelschwaden, die sich mit
Sonnenaufgang auflösen, Wind ESE 1. Der See ist ruhig, die Kimm klar, Der
Himmel ist wolkenlos, — 8x Im S werden einige Ci sichtbar, Uber dem See
liegt eine niedrige blau-rote Dünstschicht, die von den Grasbränden der Einge-
borenen herrührt, — 10h: Die Ci im S sind wieder verschwunden; der Dunst
hat etwas zugenommen, Der Wind. hat auf SE gedreht und bis Stärke 4 auf-
gefrischt, — 11b: Über der Dunstschicht auf dem See tauchen im S einige On
auf, sonst jet keine Veränderung der Bewölkung zu bemerken, — 12h; Die Cu
haben an Zahl zugenommen, Sie ziehen, ohne sich wesentlich zu verändern und.
yrößer zu werden, nach E und bilden. von S bis ESE eine ziemlich gleichmäßige
Wolkenkette, Des Dunstes wegen, der über dem See beständig zunimmt, sind
die Umrisse der Felseninseln?) und der südöstlich des Sees liegenden Berge
nicht mehr klar zu erkennen. Der Wind hat noch ein wenig weiter aufgefrischt. —
135: Wind S 5. Die Bewölkung hat etwas zugenommen, bedeckt aber höchstens
3. des Himmels, Sie besteht außer den Schönwetter-Cu, die weiter über E nach
N ziehen, aus einer von. S bis SE reichenden keilförmigen Cu-Bank. — 15%}
Wind S 5. Die Seecoberfläche ist ziemlich bewegt, Himmelsbed. 3 (Cu), — 18%
Die Cu haben sich bis N ausgebreitet und. steigen höher, Leichte Seebrise aus
5. — 191 Der Wind hat gänzlich abgeflaut. Himmelsbed. 5. Der ganze Hori-
zont von N über W bis S ist von. einer Cu-Bank umsäumt. Vereinzelt schieben
sich. in. allen. Himmelsrichtungen Cu höher, — 20%: Von SE her ziehen einige
leichte Ci, die im Mondschein silberweiß glänzen, bis zum Zenit, ES weht kaum
spürbarer N-Wind.
14, Februar. 6b: Die Some geht hinter den Bergen über einer niedrigen
blauen. Dunstschicht auf, Es herrscht Windstille. Der See ist spiegelglatt, In
den Tälern. Hegt schwacher Nebel. Im W zeigen sich einige Ci-Streifen, Die
Kimm. ist unscharf, die Berge im SE sind nicht zu erkennen, Um 7% setzt
ESE 1 ein, der bis 9% auf SE dreht und Stärke 3 erreicht, Um 10% werden
aber der See-Dunstschicht einige schwache Ci-Bänder sichtbar, während die
Wolken im W sich aufgelöst haben. — 12be Einzelne zarte Wolkenfetzen ziehen
4 $, auch. die klimat. Wittrgeschldrg; d. Verf, aus Kobela/Djenda-Abessinien in diesem Heft
34.290, =: 2 Auf den zahlreichen Felseninseln des Sees befinden sich die einzigen. Klöster der alten
Äthiopischen Kirche, in denen Dokumente and Handschriften vermutet werden, die für die Geschichte
der ersten Jahrhunderte der Christenheit und die frübe Kultwrentwicklung von Bedentung sind.
Mehrere dieser geheinnisvollen. Klöster sind. nach Zeitupgsmeldungen letzten Jahres von dem Eng-
Anuder Cheesman besucht worden. Semmelhaäck,