accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 64, 1936

Rudloff, W.: Golfstromzyklonen. 
195 
Luftmassen von der aufgleitenden Umlagerung erfaßt, In der „Normalzyklone“ 
‚efindet sich das Alterungsende im Zyklonenkern, das Entstehungsende an der 
Peripherie. Daher wandert der Kern an der Front entlang. In allgemeinerer 
Form spricht Refsdal (1m) diesen Zusammenhang‘ in den Sätzen aus: 1, Die 
Lebensdauer einer Zyklone ist von der Labilitätsenergie der Luftmassen ab- 
ıängig. 2. Eine Zyklone hat die Tendenz, sich in der Richtung zu bewegen, in 
Jer feuchtlabiler Niederschlag am leichtesten ausgelöst wird. — Daß die Auf- 
fassung von der fenchtlabilen Auslösung nicht im Widerspruch zur Bjerknesschen 
Zyklonendarstellung steht, zeigt die Karte 15, in der die Lage der Luftmassen- 
zrenze für die betrachteten Tage dargestellt ist. Die ruhig liegende Grenze 
zweier Luftmassen beginnt nach anfänglich schwacher Verbiegung zur Verwirbelung 
zu führen. Wesentlich erscheint, daß bei der beginnenden Verbiegung der Grenz. 
linie die Warmluft alleinigen. Anteil hieran hat, daß folglich in ihr die Energien 
ir die Verwirbelung zur Verfügung stehen müssen. Diese werden, wie oben 
ausgeführt, durch die labilisierende Einwirkung des Steiggebietes auf die bereits 
rorlabilisierten Luftmassen freigemacht. Die genaue Befolgung des Bjerknesschen 
Zyklonenbildes dureh die betrachtete Zyklone berechtigt dazu, sie als niedriges 
Druckgebilde anzusprechen, das wegen der steuernden Wirkung des Hochs im 
Nordwesten nur geringe Eigenbewegung zeigen kann solange, bis, angetrieben 
ron einem wandernden Steiggebiet, sich das Hoch nach Südosten auf das Meer 
begibt. Alsdann wird für das Tiel, das langsam in die Gegend von Neufundland 
gekommen ist, der Weg über das Weltmeer freigegeben, wobei das dem Steig- 
zebiet folgende Fallgebiet vom Tief infolge der labilisierenden Wirkung (inner- 
halb) eines Fallgebietes (siehe. Seifert) dazu benutzt wird, unter rascher Druck- 
verminderung mit der Geschwindigkeit des Fallgebietes gegen Nordosten zu rücken. 
6) Die übrigen Zyklonen, 
Es ist bereits erwähnt, daß für alle untersuchten Zyklonen die Wetterkarten 
in großen Zügen das gleiche Bild. der Druckverteilung im Laufe der Entwicklung 
dieser Zyklonen zeigen, Entinehmen wir den Karten den Zeitpunkt des Beginns 
der Zyklonenentwicklung, den wir als dadurch gegeben. anschen, daß eine zyklonale 
Drehung und Auffrischung der Winde, Druckfall, Schließung der Isobaren, Auf- 
treten von Bewölkung, Verstärkung dieser und Einsetzen von Regen erfolgt, so 
ergibt sich Tabelle 6, in der unter Z dieser Zeitpunkt für jede Zyklone 
angegeben ist. Tabelle 6. 
Zeitpunkte des Vorstoß hohen Druckes H and des Beginns der Zyklonenentwicklung Z; 
Beispiel Beispiel FH Z 
5 
27, % | 1. 10. 
10.10. - 1410. 
21. 10. | 24. 10. 
26, 10. 30, 10, 
%1.. 10. 3 11. 
6 | 8,11. | S& 41. 
7 48. 12. 21 11 
8 . 25.11. | 212 
Si | 41 | 12 
10 10. 12. 13. 12. 
Es 1äßt sich für unser Beispiel 2 für jede Zyklone ein zugehöriges wan- 
derndes Drucksteiggebiet finden, durch das die Auslösung, die letzte Labilisierung 
erfolgt. Der Zeitpunkt des Herannahens eines Hoch druckgebietes oder der Ver- 
stärkung eines solchen in der östlichen Hälfte des nordamerikanischen Festlandes 
ist in der Spalte unter H angegeben. Dabei ist die Voraussetzung gemacht, daß 
Äurch diesen Zeitpunkt gleichfalls die Ankunft des Drucksteiggebietes gegeben 
ist. Dann vergehen nach dem Vorstoß hohen Druckes noch drei bis vier Tage, 
bis die fortschreitende Labilisierung durch die vom Steiggebiet aktivierte Kalt- 
luft zu sichtbaren. Ergebnissen führt. Die Karte 28 zeigt den in Tabelle 6 auf- 
gestellten, formalen Zusammenhang, dessen Deutung‘ allein mit der von Seifert 
bewiesenen Tatsache der Labilisierung durch hohe Steiggebiete möglich ist. So 
wird dieser rein formale eine ursächliche Beziehung mittels der physikalisch 
einwandfreien Labilitätstheorie. Das ursächlich erste, das zur Auslösung führt, 
ist demnach der Vorstoß des Hochs, In der Karte sind die Mittelpunkte des 
Ar
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.