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Full text: 64, 1936

188 Annalen. der Hydrographie und Maritinen Meteorologie, Mai 1936, 
Kernes nie so genau zu schätzen wär, daß man sie auf ein Eingradfeld. angeben 
ronnte, gab ich sie nach Fünfgradfeldern an. Als Kern betrachtete ieh jedes 
Gebiet tiefen Druckes unter 760 mm, in das der Wind mit Linksdrehmpg wehte, 
Für den untersuchten Zeitraum vom 1, Dezember 1880 bis zum 30, November 1881 
fand. Ich. im betrachteten Gebiet die in Tabelle 1 zusammengestellten. 121. Zyklonen 
(Tafel 28). Im Sommer traten 67, im Winter 54 Zyklonen auf, Das scheint in 
Widerspruch zu stehen zu Sehedlers Feststellung, die besagt, daß im Sommer 
ein Minimum. des Auftretens sowohl auf dem Atlantik als auch auf dem Festland 
vorhanden ist, (Doch siehe die Bemerkung nisch Tabelle 2.) 
Die Zyklonen des Jahres 1881 hatten eine mittlere Tiefe von 738 mm. Die 
Sommerzyklonen waren durchschnittlich 745 mm. tief, während die des Winters 
eine durchschnittäche Tiefe von 730 mm aufzuweisen hatten, Deutlich erkennt 
man. auch hier, was Defant bereits festgestellt hatter die Verflachung des nörd- 
lichen Minimums im Frühjahr, das Zurücktreten des Einflusses, das hier bis zum 
August, inc allgemeinen im Mai und Juni stattfindet, und die volle Entwicklung 
zur sehr tiefen Winterdepression, die im allgemeinen im November, hier bereits 
im Oktober einsetzt, 
Als wichtig für eine Zyklone, wenn man sie als Einzelwesen ansieht, erachte 
ich ihre Lebensdater, Für die hier behandelten Zyklonen definiere ich diese 
als. die Zeit ihres Verweilens im betrachteten Gebiet, Zyklonen auf n-Karten 
gab ich die Lebensdauer {n—1) Tagen, Zyklonen, die nur auf einer Karte auf- 
traten, gab ich, da sie sonst verlorengingen, die Lebensdauer 1 Tag. 
Nehmen. wir aus der Gesamtheit der 121 Zyklonen jene heraus, die zugleich 
tiefer als das Mittel, also tiefer als 740 mm waren, und eine Lebensdauer won 
5 Tagen und mehr hatten, so finden wir jene 41 Zyklonen, die in Tabelle 1 fett 
gedruckt sind und in Tabelle 2 für die Monate auf Hundert umgerechnet sind. 
Tabelle 2. Die tiefen und Janıglebigen Zyklonen, 
{m Januar sind von S& Zyklonen 2 = 25% tief und langlebig | | 
„ Februar = 12 Des 2% | = 45% 
Märg a t= 78% 
Appl. n 4 = 36% 
Dar 5 A = 590 
Fan = 
Ja na) 3= 15% 
August: x 16 w 3 = 20% 
September ax ® 3 
Oktober A = T » B= 00% 
November % 8 gg 4 = 50% 
Dezember — 10 S Bin DW 
121 Zyklonen 4 
Hier bestätigt sich Schedlers Feststellung, Im Sommer sind nur 24% 
aller Zyklonen tief und langlebig, im Winter 44%. Also haben wir ein Minimum 
der für die Zirkulation wichtigsten Zyklonen im Sommer, Wenn auch die unbe- 
schränkte Zahl der Zyklonen die größte ist, ihre Tiefe beträgt im Mittel nur 
745 mm. 
Weiteren Aufschluß glaubte ich durch. Betrachtung der räumlichen Verteilung 
der Zyklonen zu gewinnen. In nebenstehende Tabelle 3 sind die Zyklonen des 
Jahres 1881 dort, wo sie zuerst im betrachteten. Gebiet auftraten, eingetragen, 
wenn dieser Ort zwischen. 35° bis 70° Nord und 10° bis 70° West lag. ; 
Es hat den Änschein und verdient weiterhin untersucht zu werden, daß der 
Ört des ersten Auftretens einer gewissen Art von Zyklonen mit dem Machtbereich 
des Golfstromes zusammenhängt, denn. die Nordgrenze des Auftretens dieser 
Zyklonen fällt zusammen mit der Nordgrenze des Golfstrames, Nur jene Zyklonen, 
die aus der Davisstraße kommen, scheinen nicht ursächlich mit dem Golf ver- 
knüpft zu. sein, Das steht in Einklang mit dem Ergebnis von Sawyer. Auch 
die Andeutungen von Schott und Shaw weisen auf dieses Wirkungsgebiet hin. 
Um nun einen genaueren Einblick in die Verknüpfung dieses Sachverhaltes 
mit der Zyklonentätigkeit im Meeresraum. zwischen und südlich von Grönland 
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