168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Apr 1936.
der Gesamtbedeckung in Zehnteln des Gesamthimmels angibt, die zweite eine
analoge Zahl für einen kreisförmigen Zenitatasschnitt von 60° Radius und die
dritte die Art der Bewölkung kennzeichnet, Seegang, Sicht und Wetterverlauf
sind in den drei letzten Spalten zu finden. a
4. Zusammenstellung der mittleren Bedeckung,
Die Mittelwerte aus den 87 Beobachtungen auf Tafel 23 zeigen zunächst
siwas günstigere Verhältnisse für die Nachtstunden gegenüber den Tagesstunden
auf, Ferner schließen die Beobachtungen eine Periode anhaltender Nachtklarheit
sin, die etwa von. Mai 15 bis Juni 9 volle 26 Tage umfaßt. Die mittleren Be-
deckungszahlen für diese Periode ergeben sich zu 3.3@® für den Tag und zu
2.30.35 für die Nacht. Mittelt man noch für die subtropischen (Mai 12 bis Juni 9)
and nördlichen (Juni 10 bis 17) Breiten getrennt, so erhält man:
Subtropisch: Tag: 4,040 Nacht: 3.005
Nördlich: & ı 8.908 « ı 9460
Beobachtungen an Strombänken.
Dritter Beitrag zur Kenntnis der Morphologie des Niederelbwatts,
Von Dr. Werner Wrage,
(Hierzu Tafel 24.)
In den Sandwattgebieten des Wattenmeeres sowie in denen der Flußwattien
Änden sich überall dort, wo stärkere Strömungen wirksam sind, die auffälligen
Formen der Strombänke. Da ich an anderer Stelle (Das Wattenmeer zwischen
Trischen und Friedrichskoog, Archiv der Deutschen Seewarte, Ba, 48, Nr, 5, Ham-
burg 1930, und Ann, d. Hydr. 1931, H. 7) bereits auf diese Oberflächenformen. ein-
gegangen bin, so will ich hier nur kurz das Wichtigste über sie wieder anführen.
Es handelt sich um rippelähnliche Bildungen von meist ungleichseitigem
Gehänge, deren. Ausdehnung in der Horizontalen mehrere Meter (und zwar so-
wohl längs wie quer) in der Vertikalen dagegen bis zu einem Meter (Ausnahme-
fall!) betragen kann. Sie sind zuerst in Flüssen dann in. Versuchsbecken für
Gezeitenforschung und daraufhin erst im Meer beobachtet worden, Cornish
beobachtete sie an der englischen Küste, Richter zuerst im Wattenmeer, Der
Steilhang weist sowohl in Richtung des Flut- wie des Ebbstromes. Beide Strö-
mungen können für die Ausbildung dieser Öberflächenformen in Frage kommen
(vgl. Ann. d. Hydr. 1931, H. 7). In der Längserstreckung kann es sich um lang-
gezogene Bänke wie auch um kurze, sichelförmige Bildungen handeln, Auch
gleichgehängige Strombänke sind von mir im Watt der Nordsee und der Nieder-
elbe beobachtet worden, ebenso von Dittmer in der Niederelbe,
Die Strombänke, die ich 1980 (vgl. Ann. d. Hydr. 1931, H, 7) beschrieb, sind
in. einem Nebenarm der Elbe (Haseldorfer Binnenelbe) aufgenommen. Heute soll
von Formen die Rede sein, die sich an einer im Niederelblauf befindlichen
schlickigen Insel, die zum Teil künstlich durch Baggersand aufgespült ist, be-
finden. Es handelt sich um den unterhalb der Lühemündung gelegenen Lüher-
sand. Wie aus der beigegebenen Skizze zu ersehen, befinden sich unweit der
NW-Spitze der Insel sowohl an der NO- wie an der SW-Seite halbinselartige
Ausläufer (I und II), die in ihrem Gesamtverlauf stromab gerichtet sind. Es
sind sehr niedrig gelegene Sandbankbildungen, die erst bei Niedrigwasser auf-
fauchen. Ob es sich hier um Erscheinungen handelt, die erst nach der künst-
lichen Aufspülung auftraten, konnte ich nicht in Erfahrung bringen, Diese
Frage scheint mir auch bei. der Art der hier gestellten Aufgabe unwesentlich.
Aufnahmen wie Kartenskizzen geben den Stand im April 1934 wieder. Wenn
sine Veröffentlichung erst jetzt erfolgt, so deshalb, weil. ich die vorliegenden
unvollständigen Teilbeobachtungen gern durch sorgfältige Messungen und Unter-
suchungen ergänzt hätte, Ärbeitsüberlastung anderer Art hinderte mich. daran