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Full text: 64, 1936

Lüders, Kı: Beobachtungen be einen Wirbelstarm In Gebiet der Außenjade,. 161 
wieder geborgen werden. Canz in der Nähe des Bootes standen, an das Ge- 
länder des Gerüstes angelehnt, leichte Bretter und Seitenschotten. für die Busch- 
loören. Diese sind in ihrer Lage stehengeblieben, woraus gefolgert werden 
kann, daß der Lauftwirbel an seiner Westseite eine scharfe Begrenzungslinie 
gehabt haben muß, | 
An seiner östlichen. Seite streifte der Wirbelsturm ein Lagergerüst, auf 
dem schwere Betonschüttrinnen abgestellt waren (Abb. 3), Diese wurden vom 
Sturm durcheinandergeworfen. Von einem hinter dem Gerüst stehenden Loren- 
zug wurden sechs mif Busch beladene Loren. vona Gleis geworfen] die sich 
weiter nach Osten anschließenden Lorem aber blieben auf dem Gleis stehen, 
Also auch auf dieser Seite war der Wirbelsturm anscheinend scharf abgegrenzt. 
Trägt man diese beiden Begrenzungsmerkmale in den Lageplän ein, dann erhält 
man. als Durchmesser des Lultwirbels das Maß von. rund 70 m (vgl, Abb, 3% 
Bei seinem Wege über das Wasser streifte der Wirbelsturm den Werft- 
bagger „Nikolaus“, der auf der Fahrt nach der Baeggerschüttstelle begriffen 
war (Abb. 2). Der Schiffsführer Buß, der den Wirbelsturm von Süden her 
heraufzichen sah, berichtete, daß plötzlich an Deck des Baggers ein starkes 
Poltern. entstand, wobel gleichzeitig das Ruderhaus bebte und geschüttelt wurde, 
als ob es fortgerissen würde, Zwei je 19 kg schwere Deckel vom Maschinenhaus- 
Oberlicht wurden vom Wirbelsturm abgehoben and auf das Achterdeck geworfen. 
5 mm stärke Bolzen, mit denen. die Deckel befestigt waren, wurden hierbei ab- 
gerissen. Der Wirbelsturm zog in Richtung nach der Außenweser weiter; dabei 
hatte man den Eindruck, als ob sein Durchmesser immer größer wurde. 
Der dritte Beobachtungsort war der Werfischlepper „Ahne“, der nördlich 
der Buhne A vor Anker lag und dort. Strombeobachtungen durchführte (Abb, 2X. 
Der Wirbelsturm zog als Wasserhose in einer Entfernung von etwa 1.4 km an 
der „Ahne“ vorüber. Es konnte beobachtet werden, daß das Wasser bis 30 m 
hochgesogen. wurde; kurz darauf fiel es, einem Sturzregen gleich, wieder herab. 
Dem Wirbelsturm folgte ein starker Regen, der eine weitere Beobachtung des 
Wirbelsturms unmöglich machte, | 
Dem Zufall, daß die „Ahne“ in der Nähe der Zugstraße des Wirbelsturmes 
Strombeohachtungen durchführtie, ist es zu verdanken, daß man eine Anschauung 
von dem Einflusse des Wirbels auf die Wasserbewegung erhalten hat: Auf 
Abb, 4 sind die StrommeBergebnisse für den in Frage kommenden Zeitraum dar- 
gestellt, Zwischen 15” Uhr und 16% Uhr zeigt die Stromgeschwindigkeitskurve 
für die Oberfläche eine auffallend starke Abnahme der Geschwindigkeit, die, 
allerdings in schwächerem Maße, auch noch in der Geschwindigkeitskurye für 
3 m Wassertiefe vorhanden ist, Trotz des sehr böigen Wetters ist an diesem 
Tage während der ganzen Strommessung‘ eine so auffallende Störung des Stromes 
nicht wieder aufgetreten, so daß hier wahrscheinlich ein. ursächlicher Zusammen- 
hang‘ zwischen dem Wirbelsturm und der beobachteten Störung der Strom- 
geschwindigkeit vorliegt. Ob die Abnahme der Stromgeschwindigkeit auf die 
Lauftdruckveränderung oder auf ein Festhalten der oberen Wasserschichten im 
Wirbelgebiet zurückzuführen ist, vermag Verfasser nicht zu entscheiden. Es 
sei noch erwähnt, daß zu der fraglichen Zeit Flutstrom lief, der Strom war 
also vom Meßort auf die Zugstraße des Wirbelsturmes zu gerichtet, 
Die Störung des Gezeitenstromes durch den Wirbelsturm läßt vermuten, 
daß auch. die Gezeitenbewegung, also im vorliegenden Falle das Steigen. des 
Wasserspiegels, durch den Wirbelsturm örtlich beeinflußt worden ist, Allerdings 
ist eine solche Störung von dem nächstgelegenen. Schreibpegel, der sich am 
Ostanleger von. Wangerooge befindet (s. Abb, 2), nicht verzeichnet worden; 
wahrscheinlich lag dieser Pegel zu. weit von der Zugstraße des Wirbels entfernt, 
Daß eine Störung aber aufgetreten sein muß, läßt sich aus folgendem ableitenz 
Nach früheren Untersuchungen des Verfassers!) besteht im ‚Jadegebiet eine Ab- 
hängigkeit zwischen Stromgeschwindigkeit und Änderung der Wasserstands- 
bewegung (Steig- und Fallgeschwindigkeit des Wasserspiegels), Daß die Strom- 
1) K. Lüders: Umrechnung von Gezeitenstramgeschwindigkeiten auf Mittelwerte, — Veröff, d. 
Mar-Obs, Wilhemsharen, N. FE. Heft 1 Berlin 19834,
	        
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