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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Metcorologie, Aprıl 1936, 
Cyx. Ale bisher erwähnten Entladungen waren Erdblitze. Es wurde sehon 
einmal betont, daß mur diesen Blitzen eine EIndeutigkeit zuzuschreiben ist. Die 
von mir als „Flächenblitze“ bezeichneten Entladungen geben auch im Schwan- 
kungsverlauf kein anderes Bild als die Erdblitze. Man könnte aus der Registrie- 
rung ablesen. wollen, daß sie ruhiger verlaufen, Das scheint mir jedoch nicht 
genügend sicher, Die „Flächenblitze“ haben aber seheinbar am Anfang häufiger 
eine langsamere Anfladung als die Erdblitze, Der ganze Aufladungsvorgang 
wärg bei „Flächenblitzen“ dann. langsamer und vielleicht zuch über prößere Go 
biete erstreckt zu denken, Als Unterlagen mögen dienen: TG, 107: TG, 78, 115, 
{60, 58; ND 199; TF 833 TD, 96, 74. 
D. Vergleich mit älteren Messungen und Folgerungen, 
Die beschriebenen Versuche haben gezeigt, daß von insgesamt 605 geschenen 
Blitzen, deren Feldschwankungen regisiriert wurden, nur vier positiven Blitzen 
gntsprechen. Im Gegensatz hierzu dürfte die vorherrschende Meinung wohl 
heute sein, daß. die überwiegende Zahl von Blitzen negative Elektrizität zur Erde 
führt (== positiven Blitzen nach Wilson), Dafür sprechen zB. Untersuchungen 
ron. Toepler wa. (m) sowie von Wilson (€), Schonland und Craib (x) und 
Halliday (m), Die Ergebnisse der beiden. letzten Forscher weisen ziemlich 
eindeutig auf positive Blitze hin, Die Untersuchungen wurden gemacht in Süd- 
Afrika, wo die überwiegende Zahl von Entlaclungen nicht zur Erde geht, sondern 
vielmehr zwischen. Wolkenteilen überspringt. Bei derartigen Blitzen spielt außer 
der Anordnung der Ladungen in der Wolke die Entfernung eine Rolle, da sich 
das Vorzeichen des Feldsprungs, der durch einen solchen Blitz hervorgerufen 
wird, im einer gewissen Entfernung von der Wolke umkehrt [s. Wilson (s3)]. 
Solche Betrachtungen sind. für unsere Breiten unwesentlicher, weil die größte 
Zahl der Blitze zur Erde geht, Und dann. ist das Vorzeichen des Feldsprungs 
immer unabhängig von der Entfernung, — Die Messungen Wilsons, die in 
England gemacht wurden, zeitigten ein Ergebnis, daß bei weitem nicht so schroff 
zugunsten der positiven Blitze ausfiel, Bei ihm verhält sich die Zahl der posi- 
tiven negativen Blitze = 1.671. Dabei findet in seinen Arbeiten die Art der 
Blitze, d.h. ob Erd- oder Welkenblitz, keine Erwähnung, — Es läßt sich daraus 
also zunächst nur schließen, daß die positiven Blitze in unseren Breiten etwas 
überwiegen. Dem. abträglich sind Beobachtungen von H, Maurer auf See (u), 
der aus der Kompaßderiation infolge der Anderung des Schiffsmagnetismus bei 
Blitzniedergängen. auf die Stromrichtung im den Blitzen schloß. Dabei ergab 
sich ein Überwiegen nepativer Blitze, also jener, die positive Elektrizität zur 
Erde führen. — Es erhellt aus dem soeben. Erwähnten, daß ein. starkes Über- 
wiegen. positiver Blitze gar micht zu erwarten ist, Fragen wir uns aber noch 
weiter, was denn eigentlich die von Wilson, Sehönland und Halliday ge- 
machten Beobachtungen im Vergleich mit den hier vorliegenden Messungen a308- 
sagen. Das zeitliche Auflösungsvermögen der von oben genannten Forschern 
benutzten Apparatur betrug etwa 01 see Es ist also gar nicht damit zu rechnen, 
daß sie z.B. die Feldsprünge beobachten können, die von Teilentladungen eines 
und desselben Blitzes herrühren, Wenn man annimmt, daß in den Teilentladungen 
immer gleichnamige Elektrizität fließt, so muß män erwarten, daß zwischen den 
Teilentladungen der Wolke immer wieder Elektrizität zugeführt wird, um die neue 
Entladung zu bewirken, In bezug auf das Feld am Boden sind also Innerhalb 
der Zeit, die bei den genannten Beobachtungen als kürzeste aufgelöst werden 
konnten; viele gegeneinanderlaufende Einflüsse zu verzeichnen. Der Feldsprung, 
der bei solchen Messungen. beobachtet wird, kann demnach nur die Resultierende 
zus allen genannten Faktoren sein. Da man keinen Grund. hat anzunehmen, daß 
Jureh einen Blitz immer die gesamte Wolkenladung verschwindet, bleibt ohnehin 
wahrscheinlich, daß bei der Integration über sämtliche durch. einen Blitz hervor- 
gernfenen Feldschwankungen ein solcher Feldanteil übrigbleibt, wie er durch 
das Vorzeichen der Au fladungserscheinungen angedeutet wird, Damit wäre die 
Möglichkeit gegeben, daß registrierte „Blitzfeldschwankungen“, die durch Inte- 
eration über eine gewisse Zeit entstehen, gar nicht der durch die Entladung
	        
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