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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

140 Annalen. der Hydrographie and Maritimer: Meteorologie, April 1936. 
die Schwankung von Punkt 7 bis $ offenbar unterbrochen, Der erste Teil geht von 
7 bis 8. Es folgt kein. weiteres Ansteigen; der genaue Verlauf ist nicht zu er- 
kennen, Erst nach einer gewissen Zeit geht der Anstieg weiter. Setzt man die 
Änstiegszeit der zweiten Schwankung wieder mit 3 usee ein, so beiträgt die Pause 
zwischen beiden. Änstiegen 9 ysec, Es ergibt sich also Übereinstimmung zwischen 
Photographie (10 wsec} und Registrierung, 
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß alle vorliegenden photographierten 
Entladungen nur Schwankungen nach oben Zuzuordnen sind, entsprechend der 
Entladung einer positir geladenen Wolke, 
Cu Auch aus einigen Registrierungen, für die keine Photographien vör- 
liegen, die aber als Blitze gesehen. und. markiert wurden, ergibt sich eindeutig 
Jas gleiche, Es sind das die Blitze ND 3 und ND 45. Beide zeigen überhaupt 
nur eine Sechwankung mit größerer Amplitude, und diese geht nach oben. Es 
folgt ein langsames Zurückgehen, das als Folge eines. verhältnismäßig‘ starken 
Nachfließens anzusehen ist. Besonders bei ND 3 ist der Rückgang‘ gut zu schen, 
da er hier länger dauert, also über längeres Zeit Nachfluß stattgefunden haben 
muß, Deutlich kommt das zum Ausdruck in dem gestreckten. Verlauf der ab- 
fallenden. Kurve (besonders im Vergleich mit ND 45). Auch ND 131 ist charak- 
zeristisch. Der Blitz wurde protokolliert als „ein Schlag; sehr hell“. Es konnt 
nur die letzte Schwankung nach oben in Frage, da sie eine große Amplitude 
hat und ihr offenbar ein. langes Nachfließen folgt, das der Registrierung soxar 
einen horizontalen Verlauf gibt. — Als Blitze, die als aus einer bzw, zwei deut- 
lich erkennbaren. Entladungen bestehend, gesehen wurden, sind noch zu nennen 
TE, 235 und TE, 140. Hier findet jedoch kein langsames Zurückgehen nach der 
Entladung statt, also kein starkes Nachfließen. im Blitzkanal. 
Mit der Erkenntnis, daß Entladungen nur Schwankungen nach oben zuzü- 
ordnen. sind, Jassen sich jetzt manche andere Registrierungen analysieren, Man 
sieht oft bei Blitzen, daß sie aus mehreren Teilentladungen im gleichen Blitz- 
kanal bestehen: Es findet dann ein mehrfaches, deutlich abyesetztes Aufleuchten. 
statt, Es ist bekamt, daß aufeinanderfolgende Lichteindrücke dem Auge als 
fortlaufend erscheinen, wenn sie im Abstand von weniger als 60 use6, d. k, 16 Licht- 
eindrücke je see, sich ablösen (Prinzip des Films!), Sobald die Zeitabstände 
größer als 60 sec sind, sind also Teilentladungen einzeln wahrnehmbar, gegebenen- 
falls sogar auszuzählen. Bei folgenden. Schwankungsregistrierungen ist diese Tat- 
sache zur Erklärung heranzuziehen. TG, 34 war eine einmalige kurze Entladung 
zur Erde, Die beiden auffretenden Schwankungen nach oben haben einen Abstand 
von 50 sec, waren also mit dem Auge nicht zu trennen. — Einen als. doppelte 
Entladung. gesehenen Blitz zur Erde zeigt EIG, 35. Die beiden Jetizten Schwan- 
kungen mach oben mit großer Amplitude haben einen zeitlichen Abstand von 
25 u8e0r Das Auge konnte sie nicht auflösen, Dagegen ist der Unterschied zwischen 
der ersten und der zweiten Schwankung nach oben 70 usee, Die beiden gesehenen 
Entladungen werden also die erste Schwankung nach oben und die zweite (im 
Auge vereinigt mit der dritten) hervorgebracht haben, = TH 12 wurde als aus drei 
Teilentladungen. bestehend. gesehen, die sich wiederfinden in den ersten drei nach 
oben gehenden Schwankungen mit großer Amplitude, Die Zeitunterschiede be- 
tragen 63 bzw. 57 „sec, Negen also im Bereich, der mit dem Auge erfaßbar ist, Die 
vierte Schwankung nach oben folgt erst in 0.4 sec, Dann ist die Blitzbahn aber 
wahrscheinlich bereits entionisiert, so daß sie keine neue Entladung: bringen wird, 
Die vierte Schwankung dürfte also von einem besonderen, nicht gesehenen Blitz 
herrühren. Die weiteren Schwankungen nach oben. kommen. nicht in Frage, da 
der Blitz vor dem senkrechten Strich, der über den ganzen Streifen geht, 
gesehen. wurde. — TH 26 stellt eine als zweifach gesehene Entladung dar. Die 
entsprechenden Feldschwankungen sind die erste, zusammen mit der zweiten 
(Abstand nur 27 sec), und die dritte Zacke nach oben; deren Differenz gegen 
die zweite 65 see beträgt, Auch hier wieder der senkrechte Strich als Abschluß 
der gesechenen. Enfladungen, — Als Beispiele für eine Reihe von Blitzen, die 
protokolliert waren als „oft im gleicher Bahn“% dd, h. als aus vielen Teilent- 
ladungen In gleicher Bahn bestehend, mögen hier aufgeführt sein TGy 86;
	        
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