122 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1936.
Ausschlags ist begrenzt durch die Breite des Registrierpapiers, Ein Ausschlag
darüber hinaus ist nicht möglich, da die schreibende Glaskapillare dann gegen
Korkbacken schlägt, Dieser maximale Ausschlag wird erreicht bei einer Spannung
von etwa 0.2 Volt,
Eichversuche wurden auch gemacht mit Kondensatorentladungen, indem die
in Abb. 2b angegebene Schaltung benutzt wurde, Die Ergebnisse waren insofern
grundlegend anders, als der symmetrische Aufbau der Registrierung, wie wir
ihn bei der einfachen Spannungseichung kennengelernt haben, völlig fehlt. Wird
die negative Belegung des geladenen Kondensators mit (P) verbunden, während
die ‘positive Belegung an (E) liegt, so gibt das Registrierinstrument R einen
Ausschlag nach oben, Es findet ja jetzt ein Ausgleich der Kondensatorladungen
statt, Der Ausgleichsstrom setzt zunächst gemäß der großen Spannungsdifferenz
zwischen den beiden Belegungen des Kondensators stark ein, wird dann immer
schwächer, je mehr die Spannungsdifferenz ausgeglichen wird, Die Spannungs-
differenz an den Enden des Widerstandes Wg, ändert sich also kontinuierlich,
A. h. sie fällt von einem Höchstwert ab und geht gegen Null. Wird deshalb die
Zuleitung von der Kondensaterbelegung B, (S. Abb, 2b) nach (P) jetzt abgeschaltet,
so erfolgt dadurch keine Änderung der Spannung an We, mehr, die Registrierung
zeigt also keinen Ausschlag nach unten (s, Registrierung G in Abb. 2), — Ist
die an (P) gelegte Kondensatorbelegung positiv gegenüber der zweiten Belegung,
so erfolgt ein Ausschlag des Registrierinstruments R nach unten (Abb, 2, H, K).
Kondensatorentladungen wurden vorgenommen mit verschiedenen Kapazitäten
(4000 em, 3.6 - 10° cm, 14.4» 16° cm). Einige Beispiele für veränderte Bedingungen
zeigt Abb, 2, G bis K, Eine Anwendung der Eichung‘ wird weiter unten noch
besprochen.
Verbinden wir diese Beobachtungen an der Registrierapparatur mit den
yorherbesprochenen Feldschwankungen, die darch Blitze hervorgerufen werden,
so kommen wir zu folgender Übersicht: Es möge irgendwo in einer Entfernung,
die noch Einfluß auf das Feld am Beobachtungsort hat, eine positive Wolken-
Jadung neutralisiert werden, Dadurch wird das normale Feld abgebaut, und die
Oberflächenladung‘: auf der Erde wird positiver. Es muß also positive Elek-
trizität von der Erde E zur Wilsonplatte P fließen, bzw. negative von der
Wilsonplatte zur Erde, Dieser Ausgleich geht genau so vor sich, wie der Äus-
gleich der Ladungen zweier Kondensatorbelegungen, Es braucht ja nur die
Belegung B, des Kondensators (s. Abb. 2b) wieder mit der Erde verbunden zu
werden, also an E in Abb. 1 gelegt zu werden, um die gleichen Verhältnisse zu
haben, wie sie dem Ausgleich zwischen. Wilsonplatte. und Erde entsprechen, Der
Verlauf der Registrierung ist aber dann kein anderer, als er ohne Erde an der
Belegung B, war, wie der Versuch ergibt. Die Registrierung erhält somit das
gleiche Aussehen wie Abb, 2, G u. I, zeigt,
Es ergibt sich damit, daß ein „negativer Blitz“ (s. Abschnitt A) mit einer
Schwankung der Registrierung nach oben verbunden ist.
Bei der Ausmessung der Blitzregistrierungen ist darauf zu achten, daß die
Schreibfeder einen Kreisbogen beschreibt, Dadurch können Fehler in der Be-
stimmung der Zeiten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Punkten entstehen,
wenn diese Punkte nicht einem gleichen Ausschlag entsprechen. Wird z. B. die
Zeit bestimmt zwischen einem Punkt, der in der Mitte des Registrierstreifens
auf der Nullinie liegt, und einem solchen, der nahe dem Rande des Registrier-«
streifens sich befindet, so beirägt der durch den Kreisbogen, den die Feder
beschreibt, bedingte Ablesefchler 0.16 mm. Das läßt sich leicht aus der Zeichnung
eines solchen. Kreisbogens abmessen (Länge der Feder 6.5 cm; senkrechter Ab-
stand Nullinie—Rand des Registrierstreifens etwa 0.45 em). Dieser Fehler bedeutet
bei einer Registriergeschwindigkeit von 36.5 mm/sec eine Abweichung von 4,4 use6,
Die Registrierung wird von der Feder weggezogen, Es bewirkt also der Kreis-
bogen, daß die abgelesene Zeit zu groß wird; sie muß im obigen Fall um
4 bis 5 use@ verkleinert werden, — Geht der Ausschlag von dem einen Rand
des Papierstreifens bis zum anderen, so müßte bei beiden äußersten Punkten
die obige Zeit in Abzug gebracht werden, Die Zeitdifferenz bleibt also bestehen,