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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

Heinze, H.: Über schnelle Ladungsänderungen in Gewitterwolken, 131 
mit Hilfe des Klingelknopfes zweimal geschlossen, so daß zwei Löcher im Registrier- 
streifen den Blitz kennzeichneten. Gleichzeitig wurden im Protokollbuch die 
besonderen Daten des Blitzes (Erde, Wolke, verzweigt, kurz oder lang‘dauernd 
usw.) eingetragen, Der folgende Donner fand seine Kennzeichnung durch nur 
gine Marke. Von Zeit zu Zeit wurden außerdem besondere Kontrollmarken 
gemächt. So bestand die Möglichkeit, alle beobachteten Daten genau in Über- 
einstimmung zu bringen mit den Aufzeichnungen des Registrierinstruments, 
Die Registrierapparatur erwies sich als sehr empfindlich gegen periodische 
Störungen. Erst durch die Ausschaltung des im Gebäude befindlichen Licht- 
und Kraftstromnetzes war; eine einwandfreie Registrierung zu erreichen. Als 
Erde wurde ein 7 m langes, dickes Kupferband benutzt. Dieses Band lag in 
einem am Hause vorbeifließenden Graben. So war eine gute Erde gewährleistet, 
Die Registrierapparatur wurde, nachdem sie einwandfrei arbeitete, qualitativ 
geeicht, Zu diesem Zweck wurden von der in Abb. 1 gezeigten Schaltung die 
Wilsonplatte P und die Erde E abgeschaltet (s. Abb. 2, a u. b, Tafel 17), Von 
einem Akkumulator wurde dann mit Hilfe einer Potentiometerschaltung (Abb. 2a) 
eine bestimmte Potentialdifferenz (Größenordnung 0.04 bis 0.2 Volt) abgegriffen 
und mit dem einen Pol an den Punkt (P), mit dem anderen an den Punkt (E) 
gelegt. Lag bei dieser Anordnung der negative Pol der Spannungsdifferenz 
an (P), so zeigte das Registrierinstrument R einen Ausschlag, wie ihn die ersten 
Ausschläge der Registrierungen A, C, E in der Abb. 2 zeigen. Es sollen im 
folgenden derart gerichtete Ausschläge immer mit „nach oben“ bezeichnet werden. 
{Sämtliche Registrierungen sind in der vorliegenden Arbeit so abgebildet, daß 
zeitlich später registrierte Punkte vom Beschauer aus gesehen rechts von zeitlich 
früher registrierten liegen.) — Sofort nach dem Ausschlag nach oben fällt die 
Registrierung wieder ab. Das ist folgendermaßen zu erklären: Durch obige 
Anordnung wird die Spannungsdifferenz Zwischen Gitter Gy, und Kathode K, der 
ersten Röhre geändert. Der dadurch bedingte geänderte Anodenstrom verändert 
nach dem Ohmschen Gesetz den Spannungsabfall am Widerstand Wa. Parallel 
zu diesem Widerstand liegt der Kondensator C, der damit!auch ein anderes 
Potential erhält, d,h. seine Ladung ändert sich nach der Gleichung q==V-C, 
wo q die Ladung, V die Spannung, C die Kapazität des Kondensators ist. Der 
Ausgleichsstrom, der die Kapazität umlädt und auf das neue Potential bringt, 
fließt durch den Widerstand Wg, und erzeugt hier wieder zwischen den Enden 
eine Spannungsdifferenz, Der eine Pol dieser Spannungsdifferenz liegt am Gitter 
Gau der andere am negativen Pol der Gittervorspannungsbatterie Vo. Es wird 
also durch diese zusätzliche Spannungsdifferenz die Gesamtspannung zwischen 
GG, und Kathode K, geändert. Dadurch wird der Strom im Anodenkreis der 
Röhre L4150D auch ein anderer und bewirkt den Ausschlag des Registrier- 
geräts R., Nach diesem durch die veränderte Gitterspannung an GC, bewirkten 
Ausschlag bleiben. die Verhältnisse im Anodenkreis der ersten Röhre so wie 
geschildert. Der Strom ist jetzt dort konstant. Die Spannungsdifferenz an den 
Enden von W,, bleibt also auch konstant, und damit nimmt der Aufladungsstrom 
zum. Kondensator C langsam ab, Die Spannung an GC, geht so wieder auf den 
Ausgangswert zurück and, als Folge davon, auch der Anodenstrom in der letzten 
Röhre. Der Ausschlag des Registriergeräts bewegt sich also, wie aus Abb, 2, A, 
Cund E zu ersehen ist, langsam zurück. — Wird jetzt die zusätzliche negative 
Spannung an (P) wieder entfernt, so haben wir denselben Vorgang wie vorher, 
nur in entgegengesetzter Kichtung, da ja die oben gegebene Erklärung sich 
in allen Punkten umkehrt. Das zeigt Abb, 2, A, C, E, in der zweiten Zacke 
nach unten, — Legt man umgekehrt zuerst eine zusätzliche positire Spannung 
von der gleichen Größenordnung wie öben angegeben an (P), so hat das die 
gleiche Wirkung wie die Entfernung der zusätzlichen negativen Spannung bei 
dem obigen Versuch: Der Ausschlag geht nach unten, während der Ausschlag 
nach oben erfolgt beim Ablegen der positiven Spannung. Abb. 2, B, D, F, zeigt 
das deutlich. — Solche plötzlichen Änderungen der Gitterspannungen der ersten 
Röhre wurden mit Spannungen von 0.04 bis 0.2 Volt gemacht und dabei natürlich 
immer ein anderer Ausschlag in der Registrierung erzielt, Die Amplitude des
	        
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