Kleinere Mitteluggen.
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mittlere Höhen erreicht. Zum Beispiel liegen in der Zeit Januar bis April 1931
die mittleren Höhen zwischen rund 4 und 6 km bei einer mittleren Monats-
zahl von 15 Höhenwindmessungen.
Etwa 80 Seiten füllt dies Beobachtungsmaterial aus der ireien Atmosphäre,
das neben den üblichen Daten der Registrierungsauswertungen nach markanten
Punkten auch gleich die Geopotentiale der Hauptdruckflächen und im Höhen-
windteil meist die Werte für 200 m-Windschichten, dabei die Richtung auch in
Azimutgraden, enthält,
Wenn. Kopp. selbst auch mehrfach betont, daß mit dem Flugzeug sicherlich
bessere Resultate zu erzielen gewesen wären, so nimmt das Ergebnis doch in
der bisherigen Polaraerologie einen besonderen Platz ein und ist um so höher
zu bewerten, als die örtlichen Windverhältnisse oft ziemlich ungünstig waren
(seichter Abflußwind aus östlicher Richtung vom Jamesonland, darüber wind-
stille Schicht, überleitend zum eigentlichen Inlandeiswind aus nordwestlicher
Richtung). Die Schwierigkeiten wären ohne die Erfahrung und. die erfinderischen
Gaben der Stationsbesatzung kaum bewältigt worden, und deshalb wird das
ausführliche Eingehen Kopps auf die polare Aufstiegstechnik (S, 139 bis 175)
zukünftigen Unternehmen dieser Art sicherlich willkommen sein,
Die aerologischen Ergebnisse von „Eismitte“ und von der Weststation treten
gegenüber denen der Oststation sehr zurück. Der Winter fällt hier ganz aus.
Pilotwindmessungen konnten in „Eismitte“ von Anfang Oktober 1980 bis Ende
Mai 1931 nicht ausgeführt werden, und sie beschränken sich bei der West-
station auf die Zeit von Ende Mai bis Ende Jul 19831, zwei Monate, Einige
davon erreichen an beiden Stationen sehr große Höhen.
Im ganzen gewann „Eismitte“ mit 37 Piloten und 17 Fesselballonsonden, von
denen mehrere 1 km Höbe überschreiten, mehr Material als die Weststation.
Hinzu treten noch die speziell in „Eismitte*“ vorgenommenen, zahlreichen
Wolkenzugmessungen und Beobachtungen der Streichrichtung von
Polarbanden, wodurch wertvolle Anhaltspunkte für die Höhenströmung
gegeben sind, Für die Höhenwinde in „Eismitte“ findet sich in dem Band
bereits eine Komponentendarstellung (Beiblatt), Von der Weststation liegen
rund 20 Piloten- und einige Drachenaufstiege vor, die etwas summarisch auf
vier Seiten zusammengefaßt sind, Verschiedene Umstände, u, a, der durch Miß-
geschicke bewirkte Materialmangel und die Ungunst der Witterungsverhältnisse
(an der Weststation z. B. der sehr beständige, mit Schneefegen verbundene
heftige Abflußwind, mit windarmer Schicht darüber) verhinderten eine stärkere
Erfüllung des aerologischen Programms.
Natürlich wurden die für „Eismitte“ besonders wesentlichen klimatologischen
Beobachtungen und Messungen auch an der Oststation und Weststation durch-
geführt und finden sich in dem vorliegenden Werk abgedruckt. Die West-
station, beim Nunatak Scheideck zwischen dem Ansatz der Eisströme
Kangerdluarsuk und Kamarujuk — etwa 71° N, 51° W in 940 m Seehöhe — und
später auf dem nahen Inlandeisabfall gelegen, hätte als Basisstation aller
Inlandeisreisen die ganze Last der oft vordringlichen. organisatorischen. Arbeiten
des Unternehmens zu bewältigen, konnte aber trotzdem die unter Leitung
Holzapfels stehenden meteorologischen Bodenbeobachtungen in größtem Maße
durchführen. Es wurde außerdem eine meteorologische Station in Umanak
(Insel in der Bucht gleichen Namens) eingerichtet, deren Terminbeobachtungen
(S. 388 bis 403) wiedergegeben sind, und €s fanden (nach Band I, S. 46)
Registrierungen und im Winter wohl auch Beobachtungen am Kamarujuk-Fjord
statt, über die aber der vorliegende Band keine Angabe enthält.
Mit besonderer Ausführlichkeit widmet sich Holzapfel den Strahlüungs-
beobachtungen (S. 469 bis 513); es werden nicht nur Tabellen der Sonnenschein-
dauer, Kopien und Stundenauswertungen der Registrierungen des Aktinographen
nach Robitzsch gegeben, sondern die Ergebnisse werden auch schon zusammen-
fassend besprochen, Aber erst der von Holzapfel angestrebte Vergleich mit
den Strahlungsergebnissen der Stationen „Eismitte“ und „Oststation“ die in
gleicher Breite, aber unter anderen klimatischen Bedingungen liegen, wird die