18
Annalen der Aydrographie and Maritinen Meteorologie, März 1936,
e) Am Oldeanil} (3° 20‘S, 35° 20° E), in 1720 m, 30. und 31. März. Die Beob-
achtungen sind ausgeführt auf den jungen deutschen Pflanzungen, die am Süd-
hang des Oldeani im Riesenkraterhochland, und zwar am unteren Rand
des Nebelwaldes liegen. Morgens herrscht dichter, sich langsam hebender Nebel
ohne Nieselregen. Der Nebel ist eharakteristisch für den Oldeani und tritt mit
Ausnahme der kleinen Regenzeit das ganze Jahr über an den meisten Tagen auf,
Er bleibt meistens einige Stunden äm Vormittag liegen, bevor er sich über die
Pflanzungsgebiete gegen den Oldeani zu gehoben hat, Bei den verhältnismäßig
geringen Niederschlägen dieses Landstriches (700 mm im Jahr) kommt ihm eine
großes Bedeutung in der Pflanzungswirtschaft zu. Über die Pflanzungen hat sich
der untere Nebelrand gegen 99h bereits bergwärts weiter gehoben, sich zwischen
10% und 11% völlig geteilt, und gegen Mittag herrscht bei schwachem E-Wind
klares Sonnenwetter mit einer Cu-Bewölkung von 2—4_. So bleibt es den weiteren
Tag über bis in. die ersten Nachtstunden. Temp. 8h 16°, 13b 259°, 20h 20°, Max, 38°
(14%), Min. 14° (6%)b., Am folgenden Morgen hebt sich der Nebel früher als am
Vortage; er ist zwischen 10 und 11 ganz verschwunden. Nachmittags ist die
Einstrahlung sehr stark. Gegen Abend läßt der E-Wind, der tagsüber ziemlich
kräftig geweht hat, nach, bis es bei Sonnenuntergang windstill ist, Dann setzt
der Bergwind aus N ein, der um 23% wieder nach E dreht. — Temperatur- und
Feuchtemessungen:
Uhrzeit SL Mn BL A April; er
‘6m | 8 | 11m | 1360 | 140 | 150 | 16% | 19 [23% | 1 | 76 | 13 | 14 | 20
Temp. 9 C 4.4, | 14.0) 1060| | 8 28,5 25.1 25.1] 21.0 10.0| 15.0 | 15.5. 29.0 31.0) 19.0
Feuchte % ... | — | — 583 41 | = | 38 | 44 | 44} MM | — 96 | — |
Strahlungs-Max, (120%) 1.90 geal/min,. Dr. Karl Wien.
4. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 60: Ehemal. Deutsch-
Ostafrika, — Aus der Sammlung des überseetschen meteorologischen. Dienstes der
Deutschen Seewarte. — Witterungsverlauf während der kleinen Regenzeit
in Kibuku®, Tag der Beobachtung: 17. Dezember 1935,
Die Pflanzung Kibuku in West-
alaguru (etwa 7° 88, 37° 38’ E, 1450 m
MVeereshöhe) liegt auf einem nach SW ab-
iallenden Höhenrücken, der die Wasser
scheide zwischen dem Mbakana und
Mwarasibach bzw, dem bedeutenderen
Fluß Mgeta bildet, Dieser Höhenrücken
steigt weiter im SW wieder zu namhaften
Höhen an, die in etwa 15 km Luftlmie
wohl 1900 m erreichen. Ungefähr 35 km
südlich von Kıbuku mündet der Mbakana
in den Mgeta, nachdem dieser eine scharfe
;echtwinklige Biegung gemacht hat, die
;hn aus der südlichen Kichtung nach E
lenkt, Mbakana und Myeta gleichen an
S3röße etwa unseren Schwarzwaldflüssen,
loch übertrifft der Mgeta des Mbakana
atwas, Der Höhenunterschied zwischen
den Talsohlen des Mbakana und Mwarasi
and der Lage von Kibuku beträgt an-
nähernd 170 bis 200 wı. Nach N wird
Kibuku durch den io 2 km Luftlinie sich
hinziehenden Kisakale-Rücken überragt,
Segen NE steigen die Erhehungen an und
erreichen In etwa 5 km Luftlinie Höhen
bis 1700 und 1500 za, Jenseits des Mbakanatales im E erhebt sich zu steiler Höhe das Lukwangule-
Massiv, das in großem Bogen in NNW-Riechtung verläuft, In schätzungsweise 8 km Luftlinie von
4) Siehe aueh. Cal Troll und Karl Wien: Öldeani-Ngorongore, In: Wiss. Veröff, d. Mus, £,
Länderk. zu Leipzig, N. F. 3. 1935, S. D7ff, a N en
2) Vgl. hierzu Auch den Witterungsverlauf an Tagen der kleinen Regenzeit in Kizunguzi
{510 m Meereshöhe, im Luftlinie 65 km nordwestlich von Kibuku) im Klinat, Wittrgsschldre. Nr. 51
[Blitzl, Ayn, d, Hydı, usw. 1935, S. 453.