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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1936,
Das Windfeld steht mit der Druckverteilungz in ursächlichem Zusammenhang.
Es ist jedoch schwierig, in dem Raum zwischen. Westafrika und der Nordostküste
Brasiliens das Druckfeld mit der erforderlichen Genauigkeit zu erfassen. Der
Zusammenhang zwischen Druckgradient und Windgeschwindigkeit wird — unter
Voraussetzung reibungsloser und geradliniger Luftbewegung =- durch die Glei-
ehung gegeben:
+ AP 26.7. :in ;
2 dx Pu
(0= Luftdichte, w = Winkelgeschwindigkeit der Erde, v = Windgeschwindigkeit.}
Nach niedrigen Breiten zu nehmen die ablenkende Kraft der Erdrotation
und erfahrungsgemäß auch die Druckgradienten ab. Während beispielsweise
nach obiger Formel einer Windgeschwindigkeit von 8 m/sec auf 40° N-Br. ein
Druckgefälle von. 5 mb auf 550 km entspricht, muß sich das gleiche Gefälle bei
10° Breite auf 2050 km, bei 5° Breite auf 4080 km verteilen. In niedrigen Breiten
wäre daher eine größere Genauigkeit der Druck beobachtung erforderlich als etwa
in Europa, während tatsächlich das Gegenteil verwirklicht ist.
Mehrere Binnenlandstationen in Französisch- Westafrika melden — wahrschein-
lich wegen der nur ungenau bekannten Secehöhen — unzuverlässige Barometer-
stände, Die Drückbeobachtungen der Schiffe (Linien. Europa=--Südamerika und
Europa— Westafrika) werden nach dem Koöpenhagener Schlüssel auf ganze Milli-
bar abgerundet, da auf See wegen des Pumpens des Quecksilberbarometers die
Druckablesungen nicht immer auf '/,4, mm. genau erfolgen können,
Druckschwankungen und Windwechsel in Westafrika,
Zuverlässige und auf zehntel Millibar übermittelte Barometerstände liegen
von den Küstenstationen St, Louis, Dakar, Ziguinchor, Conakry und Monrovial}
vor, An Hand dieser Wetitermeldungen läßt sich für den Zeitraum von Juli bis
Oktober 1934 das Auftreten großräumiger Druckschwankungen an jener Küste
in Zusammenhang mit bestimmten Änderungen des Windfeldes nachweisen. In
Abb. 1 ist die geographische Lage der Küstenstationen, in Abb, 2 der Druckver-
lauf in der Zeit vom 10. bis 14. September wiedergegeben. In der Nacht vom
12. zum. 13. September wurden Dakar, Ziguinchor und Conakry von einer Gewitter-
front passiert, deren Länge — falls es eine zusammenhängende Front gewesen
ist — mindestens 700 km betragen haben müßte, Der Luftdruck zeigt vom 12,
zum 183. September eine steigende Tendenz, begleitet von ablandigen Winden,
Vom 10. bis 12. September herrschte an der Küste überall Druckfall bei auflan-
digen Winden. Die Lage des Druckminimums kann wegen der nur einmal täglich
stattfindenden Druckbeobachtungen der betreffenden Stationen nicht genauer als
durch das Zeitintervall vom 11. bis 13. September angegeben werden.
Ein weiteres Beispiel für eine Druckwelle ist in Abb. 3 dargestellt, Bei den
drei nördlichen Stationen St, Louis, Dakar und Ziguinchor erreicht der Druck-
anstieg vom 19, zum 20. Juli den für die Tropen hohen Wert von. 5 bis 7 mb. Der
Druckanstieg ist wieder von ablandigen, der 48stündige Druckfall. von auflandigen
Winden begleitet. In Conakry und Monrovia sind die Amplituden der Druck-
schwankung geringer und das Minimum seheint etwas früher zu liegen als im
Norden, außerdem weht in Monrovia auch am ersten. Tage des Druckanstiegs
ein. auflandiger Wind. In den Grundzügen zeigen jedoch die Verhältnisse vom 10,
bis 14, September, vom 17. bis 21. Juli und vom 27, September bis 1. Oktober
{Abb. 4) eine starke Ähnlichkeit: 24- bis 48stündigem Druckfall bei auflandigen
Winden im gesamten Küstenbereich von St.Louis bis Monrovia folgt ein 24-
bis 48stündiger Druckanstieg bei vorherrschend ablandigen Winden,
Der Luftdruckgang nach Barogrammen,
In einigen Fällen lassen sich derartige Druckschwankungen an. Hand von
Barogrammen der Flugwetterwarte D. „Westfalen“ verfolgen. Zwecks Ausschal-
tung des täglichen Ganges wurden zunächst aus einer Reihe von Registrierungen
des betreffenden Instruments Reduktionswerte abgeleitet. Hiermit wurden dann
X Die Beobachtungen in Monrovia werden. von dem Deutschen Konsulat ausgeführt,