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8 Annalen. der Aydrographie md Maritimen Meteorologie, März 1936.
Die typische Abhängigkeit unseres Bestimmu ngsstückes von der geographischen
Breite und der jeweiligen Entfernung vom anliegenden Störungszentrum läßt es
Abb. 2 nun berechtigt erscheinen, auch
ER Mn andere langjährige Mittel nach
Eintragung derselben in analoge
Diagramme dazu zu benutzen, um
mit Hilfe der wahrscheinlichsten
Kurve ihrer Ab- bzw, Zunahme
mit der geographischen Breite
auch für die anliegenden Haupt-
breiten im den entsprechenden
Schnittpunkten Werte abzulesen,
Solcherart wurden die Werte
yon Abb, 2 bestimmt und auch
ihre Abhängigkeit von der
geographischen Länge er-
sichtlich gemacht.
Die Kurven gelten für die drei Hauptbreiten von 40°, 50° und 60° der
nördlichen Halbkugel und beziehen sich auf deren Schnittpunkte mit den Meri-
dianen von!
Victoria HM, Tschingtau
Jows City . Hakodate
New York % Viktoria
Ponta Delgada Winipeer
Funchal St, Johns
Coimbra Southampton
Neapel Paris
Tiflis Lemberg
Lenkoran Lugano
Ashiabat Kazanı
‚ Kazalinsk . Kazalinsk
12, Taschkent 25, Tiumen
13. Luktschun 26, Wladiwostok
Der Eindruck besonders dieses Diagrammes ist ein so starker, daß man
sich bei seiner Textierung sehr kurz fassen darf,
Vor allem fällt da die über die ganze Nordhalbkugel dominierende Stellung
des nordatlantischen Quellgebietes auf, Geographisch ist seine Lage definiert
durch die Golf-Labradorstrom-Grenze, Sowohl die Zunahme der Unruhe
von. Winipeg über St. Johns als auch jene auf gleiche Breite reduzierte von
Lemberg über Paris und Southampton, welche infolge der gleichmäßigen
Temperierung des Meeres nur gleichmäßig vor sich gehen kann, führen auf ein
Zentrum der interdiurnen L-V., welches bei etwa 40° westlicher Länge anzutreffen
sein. muß.
Die Unruhe ist hier, absolut genommen, größer als selbst in höheren Breiten
und reicht entlang der Ostküste Nordamerikas auch tief nach Süden, Dies einer-
seits, weil der Golfstrom schen früh rom Kontinentrande nach Ost abbiegt und
der Labradorstrom. einen schmalen Arm entlang der Küste nach Süden vor-
schiebt, andererseits deswegen, weil im Norden des mexikanischen Meerbusens auch
über dem Festlande ein besonders steiles, meridionales Temperaturgefälle besteht.
Im Vergleich der interdiurnen L-V-Werte des 50, Breitenkreises mit jenen
der 60. wird in der ausgezeichneten Länge auch ersichtlich, wie wenig doch. die
noch so häufig vertretene Vorstellung zu Recht besteht, daß die brüekenpfeiler-
artige Lage Grönlands in der Westtrift für die Bildung von Zyklonen und dem-
entsprechend auch Unruhe maßgebend wäre, Wir finden nämlich im Diagramme,
daß sowohl der West- wie der Ostküste des südlichen Grönland. kleinere Werte
der interdiurnen L-V, zukommen, als dem so viel südlicheren Neufundland,
Das zweite von Meeresstromgrenzen ausgezeichnete Gebiet ist jenes im
nördlichen Pazifik, Infolge seiner sehr spärlichen Stationsbesetzung müssen
die Verhältnisse hier leider als etwas weniger gesichert gelten. Trotzdem besteht
kein prinzipieller Zweifel für die Lage der Kurven auch in diesem Gebiet, Dies