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Volltext: 64, 1936

30 Annalen der Hydrographie und Maritimen. Meteorologie, März 1936. 
1929—81, 17° kälter als 1927 und 1929. Es scheint also, als wären große Ände- 
rungen. an allen diesen polaren Stationen vorsichgegangen, ; 
Um den Einfluß der verschiedenen Schwankungen auf die mittleren. AD- 
weichungen (MA) in diesem extremeren Fall darzulegen, sind in Tabelle 7 
diese M. A. sowohl für 1922—81 als für 1912-81 angegeben. Die 10jährigen 
Mittel geben 1.0%° für GH, 0,7° für B, 0.3° für JM, 04° für die drei Stationen 
N-Norwegens. Etwa denselben Betrag (0.4°) gibt GH, wenn die Sonnenperiode 
eliminiert wird, aber B gibt nach dieser Reduktion größere M. A, als GH an, 
Der Einfluß der 11jährigen Periode ist also hier deutlich, aber in den 20jährigen 
Werten finden wir ihn nicht mehr. M. A. ist in GH viel größer, 1.7°, und bleibt 
unverändert bei Elimination. der Sonnenperiode, Für Y und S erhält man nach 
der ganzen Reihe auch etwas (56 bzw. 33%) höhere Werte als nach der halben 
Reihe, in Karasjok beinahe verdoppelte Werte. Also verhält sich die Reihe für 
GH ungefähr ähnlich wie die anderen, und die Sonnenfleckenperiode hat für die 
M. A. keine Bedeutung. Bildet man wiederum die interannuale Änderung (i) für 
alle 20 Jahre’), so findet man für GH i== 1,70, nach der Reduktion 1.61, m. a, W.: 
die Sonnenflecken haben auch hier keinen Einfluß. Der Quotient i;M, A. ist 
0.99 bzw. 0.92, kleiner als der theoretische normale Wert 1,41 (== Vz nach Maillet). 
Dagegen geben V, S und K i= 0.68, 0,77 bzw. 1.18, woraus der Quotient 1.17, 1.60 
bzw, 1.48, im Mittel 1.42 wird, also genau normal, Für die Sonnenflecken selbst 
gibt dieselbe Periode i:; M,A. = 17,3: 24.6 = 0.70, 
Wir wollen aber noch die größeren und längeren Schwankungen in Green 
Harbour durch Vergleiche mit entsprechenden Änderungen in. Fennoskandia, 
vornehmlich N-Norwegen betrachten, In Tabelle 8 gibt die erste Spalte die 
Normalmittel, ferner das 20jährige Mittel, sodann Abweichungen (in 0.1°) der drei 
Hauptabschnitte 1912—17, 18—23 und 24—31 der GH-Reihe und schließlich Daten 
für die Sonnenfleckenperioden, 
Am wichtigsten ist hier die Anderung um 1918, b=—a. Dieselbe beträgt in 
GH 3.6% und obwohl kein Ort in Fennoskandia einen angenähert gleich großen 
Wert aufweisen kann, finden wir jedenfalls allgemein an den nördlichsten Stationen 
Beträge von 0.5° bis 1.6° (Karasjok). Entscheidend ist, daß diese Anderung sehr 
schnell nach S zu abnimmt, Schon in der Gegend von Trondheim und nördlich 
von. Dovre wird b—a Null und geht weiter südlich teilweise in eine schwache 
Abnahme über, östlicher (z. B. Helsingfors) bleibt jedoch noch eine kleine Zunahme 
übrig, Würde man z.B. nach Doyrre (b-—a =-—0.1) und Karasjok die Werte für GH 
axtrapolieren, so würde man demgemäß mit Annahme einer linearen Änderung 
mit der Breite den Wert b-—a = 3.5, also genau den richtigen erhalten, Hierdurch 
werden die Befunde der norwegischen Forscher bestätigt, d.h, es scheint keine 
Inhomogenität der Beobachtungsreihe vorzuliegen, nur eine abnorm kalte Zeit, 
periodisch oder nicht, in den Jahren 1912—17. 
Um die große Änderung der Temperatur Spitzbergens zu erklären, ist es 
von Interesse, auch Vergleiche mit den anderen Elementen anzustellen. In 
Tabelle 9 sind zu diesem Zwecke einige Elemente angegeben, meist in „Abwei- 
ehungen vom Mittel“ Mehrere von diesen haben Sprünge aufzuweisen, Die 
relative Feuchtigkeit nimmt 1921—22 mit etwa 4%, ab, und gleichzeitig nimmt 
die Zahl der Nebel- und Sturmtage stark ab. Nach 1918 wird die Windstärke 
in Beaufort angegeben, früher in der Doppelskala (0—6), Zwischen 1922 und 
1923 fällt die Häufigkeit der Windstille (C) rasch. Die Bewölkung ändert sich 
schließlich meist gleichartig mit der Temperatur und weist einen Sprung nach 
1919 auf. 
Die Abhängigkeit zwischen Temperatur und Bewölkung ist scheinbar sehr 
eng. Wenn man von den Nullwerten absieht, haben die beiden Reihen nur in 
einem Falle (1929) verschiedene Zeichen und die Korrelation ist 0,85. Die drei 
heitersten Jahre geben bei der Bewölkung 57%, und als Jahrestemperatur 
—10.9° die drei trübsten. 74%, bzw. —5.1°. Nimmt man an, daß eine Zunahme 
der Himmelsbedeckung um 1%, eine Zunahme von 0,4° der Temperatur verursacht 
Die Änderung von 1931 zu 1922 ist berücksichtigt.
	        
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