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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1956,
Nähere Untersuchungen verschiedener Art haben gezeigt, daß die aus-
geglichene Jahrestemperatur in Green Harbour in den 20 Jahren 1912—31 z. B.
durch. die folgende Formel dargestellt werden kann:
V» *=— 74-404 (0 — 1912) — 03 |2— 1918 | = 0.0457 + k, — 0,5 (für 1912—18).
Hier bedeutet n die Jahreszahl, r ist die ausgeglichene!) Relativzahl der
Flecken und k; ist eine 6jährige Periode, welche mit 1912 anfangend die folgenden
Beträge hat: 0.0, 0.2, 0.2, —0.1, 0,3, —0.3.. Außerdem ist noch für die ersten
sieben. Jahre 1912—18 der Betrag 0,5 abzuziehen. In dieser Weise berechnete
Werte weisen die in der Tabelle 5 gegebenen Abweichungen [4,] von den beobach-
teten auf. Diese Abweichungen sind im allgemeinen sehr klein, in 75 % der Fälle 0
öder +0.1, im Mittel 0.14 oder 9% der ursprünglichen. Abweichungen der aus-
geglichenen Mittel. Wenn nicht 0.5 abgezogen wäre, würden die 7 ersten d 0.2
bis 1.0 oder höher als alle 18 folgenden Werte, Noch mit dieser Korrektur scheinen
die Mittel 1916 und 1917 etwa 0,5° zu niedrig zu sein. Die Größen 0,4 (n— 1922}
und — 0.3 |n — 1918| geben. an, daß die Temperatur bis 1915 um 0.7° pro Jahr
gestiegen ist, später nur etwa 0.1° pro Jahr. Zieht man diese Größen von den
Abweichungen t+ 7.4 ab, so erhält man Werte, welche mit den Relativzahlen r
durch den Faktor 0.83 korreliert sind. Korrigiert man die ersten 7 Jahre, so
wird die Korrelation 0.86, und wenn noch. die 6jährige Periode k, eliminiert
wird, erhält man 0.87. Wenn man die ursprünglichen, nicht ausgeglichenen Werte
verwendet und nur die beiden längsten Perioden [0.4 (n — 1912) — 0.3 |n —1918 |]
eliminiert, wird die Korrelation mit den Sonnenflecken 0.77. Werden außerdem
3-, 5- und 6jährige Perioden mit den Amplituden 0,3°, 1.1° bzw. 0.4° eliminiert, so
erhält man die Korrelation 0.82. Die Abhängigkeit von den Sonnenflecken ist
also ungewöhnlich groß. .Da die Amplitude der ausgeglichenen Sonnenflecken
in dieser Zeit etwa 72 {83 uw. 60) ist, wäre die Amplitude dieser Temperatur-
periode 3.2°%
Die oben angegebene Formel 1} gibt nur.eine von. den möglichen Synthesen
der Temperaturreihe für Green. Harbour an®). Eine andere könnte man in der
folgenden Form erhalten:
2) t=—74-4 a(42—r) + 8 + Anı
wo & für 1912—18 = 0.03, für 1919—31 = 0.045 ist und f bis Mitte 1918 —2,3°,
dann bis 1924 + 0,8° und von 1924 ab +1.4° ist. Die übrigbleibenden Fehler 4,
sind wiederum in der Tabelle 5 angegeben; sie sind meistens klein, im. Mittel
für 1913—30 + 0.11.
Die großen Sprünge 1918 und 1924, im ersten Falle sowohl in & als in ß,
und die abweichenden Endwerte 1912 und 1931 scheinen gegen diese Art der
Synthese zu: sprechen.
— Weiter wurde versucht, die Nordatlantische Zirkulation bei der Synthese zu
berücksichtigen. Als Index dieser Zirkulation wird meistens der Druckgradienf
Azoren—Island verwendet. Weil die Werte für Azoren 1921—30 nicht zu-
gänglich waren und da es sich zeigte, daß die erwähnten Unterschiede ungefähr
„‘/; mal die negativen Abweichungen in Stykkisholm“ sind, habe ich für 1912—20
die Gradienten um vermindert, für 1921—30 die Abweichungen für Stykkis-
holm verwendet?), Die so erhaltenen ausgeglichenen. Werte der Zirkulation sind
in der Tab. 5 unter z angeführt, Man sieht leicht, daß der Gang von z mit
demjenigen der Jahrestemperatur ziemlich gut übereinstimmt, und daß sogar die
Größenordnung der Zahlen ungefähr gleich ist, In erster Annäherung ist än-
genommen, daß 1 mm in z 1° in t entspricht. Durch Studium der übrigbleibenden
Reste ist folgende Synthese erhalten:
8) it=75+8a 427 + Az.
4y Wie die Temperatur nach (2-2 b-+e):4 ausgeglichen, wo a, b und. € drei aufeinanderfol-
gende Jahreswerte sind. — %* Wenn Ar und AT klein sind, treten leicht Störungen ein, und weil
3ine Verspätung des Temperaturgauges zu erwarten wäre, ist oben für 1922=23 eine solche Ver-
spätung von !/, Jahr angenommen. — *) Nach Köppen-Geiger: Handbuch d. Klim, S. L105. Die
Werte Drei Liga kkishelm bis 1920 nach Baur F. Mitt. d. Wetter- u. Sonnenwarte St. Blasien
„3 1924. S. 8.