36 . Annalen der Hydrographie und Maritinen. Meteorologie, März 1936.
Größen also die Abweichungen der intermensutalen Änderungen der Temperatur in
vier Monaten (November—März bzw, Mai-—September) von dem entsprechenden
Wert 50 der Normalkurve Köppens an. Im normalen Landklima, z.B. in den Moskau-
(© 80) und Lyon-Typen (B 30) des europäischen Klimas’), sind. i, und i, beinahe = 0,
in den. ozeanischen. Klimaten dagegen ist 1, stark negativ, ji, sehr positis, In
dem von Hann gegebenen Mittel des Seeklimas ist i,=—22, == 22, Spitz-
bergen hat ähnliche Werte, — 18 und 14, und die meisten arktischen Reihen
weisen. di, mw —20, 1.10 auf, Der Winter ist also lach, der Sommer zugespitzt.
Das arktische Klima ist am ehesten mit halbozeanischen Typen, z.B. mit. dem
Greenwich-Typ A 10 vergleichbar, Gegensätze mit I, m. 20, 1.=-—10 findet man
in kontinentalen. Gebirgstypen wie in den Hermannstadt- (B 31) und Kars-
(D 81) Typen, N ;
Würden wir diese Krümmung nur in den eigentlichen Winter- und Sommer-
monaten. untersuchen, so wäre die Größe
== Tız FT = 14 und
ia 4a 14
zu. bilden, wo 14 der Normalwert ist”). Diese Werte weisen ähnliche Eigenschaften
wie 4, und I, auf, sind aber kleiner, ungefähr halb so groß, und mehr von Stö-
rungen beeinflußt, Für Green Harbour erhält man 1, => 14 1 == 3, und arktische
Orte haben meist L&—5, 1,040. Die Beobachtungen im Polareis geben (aus-
veglichen) I, = —B, Lı = —5 (I; = —16, y== 11), aber auch für N-Grönland, Novaja
Semlja, Franz-Josephs-Land. usw. erhält marı kleine negative Werte für i, ähnlich
wie auch z, Bin Deutschland, Wie in anderen Beziehungen scheint auch bier
die Eisdecke in kontinentaler Richtung zu. wirken. Einen Einfluß der durch Eis
geleiteten Wärmeströmung von untenher kann man in den Zahlen nicht finden.
An eisbedeckten Binnenmeeren, z. B. am Botnischen Meerbusen und. Weißem Meer
(auch am Ladoga) findet man vielmehr, daß £, und I, (ähnlich wie m) kontinentaler
als an Küstenstationen werden. Die Flachheit oder die geringe Krümmung der
Sommerkurve ist im allgemeinen ein kontinentaler Zug, aber im arktischen Klima
scheint 1, mehr als sonst kleiner als ij, auszufallen, d.h. die Nähe des Juli-Maxi-
mums ist Mach, In diesem Befunde kann man die Ergebnisse Sverdrups be-
stätigt finden, und wahrscheinlich ist die Schmelzwärme die Ursache der Dämpfung.
5. Die säkuläte Schwankung, Ö
Die Synthese der Schwankung, Schon Birkeland kat die eigentümliche
starke Zunahme der Temperatur hervorgehoben. Uber die Homogenität der
Reihe wird folgendes mitgeteilt: „Professor Krogneß, der frühere Direktor des
Geophysischen Instituts in. Tromse, hat die Homogenitätsfirage untersucht, und er
beteuert, daß keine Änderungen in Aufstellung oder Beobachten der Instrumente
öder sonstwie stattgefunden. haben, daß also diese einzigartigen Variationen
durchaus real sind und wahrscheinlich ihre Erklärung in einer Pr
Temperaturperiode finden.“ Dozent A, Hoel wiederum weist auf die Überein-
stimmung mit den verbesserten Eisverhältnissen hin, /
Wir wollen die Reihen näher untersuchen. In Tabelle 5 sind Mittelwerte Tür
Winter (meteorologisch), Frühjahr, Herbst und Jahr (bürgerlich) in Abweichungen
tin 0.1) von den 20jährigen Mitteln 1912—31 angegeben,
Die starke Zunahme der Temperatur ist aus den 5jährigen Mitteln und den.
einzelnen Werten leicht ersichtlich. Im Jahre 1919 geht das ausgeglichene Jahres-
mittel durch den Nullwert, m. a. W. das Normalmittel wird erreicht: alle früheren
Jahre sind kälter, alle späteren. wärmer. Alle Jahreszeiten verhalten sich ähnlich,
aber die Zunahme ist am stärksten im Winter; 6.4° zwischen den beiden 10jährigen
Mitteln, im Sommer dagegen. nur 08°. Die Amplitude A. hat also abgenommen,
das Klima ist ozeanischer geworden, Besser als durch die Mittel der einzelnen
A-Werte (oder die aperlodische jährliche Schwankung der Monatsmittel) gibt der
Unterschied Winter= Sommer die Abnahme an: 1912-—16 noch 23,1% aber 1927—31
4) Vol. Mitt, 11, 8. 101, — % Man könnte xuch die Monate oder r mit den Extremen verschieben,
io daß diese Immer in. die Mitte der fünf, bzwi dreimanatigen Periode Tallen. und die Normalwerte
abändern {25 Lür eine Verschiebung von einen Monat, 57 für zwei Monate), vielleicht ist die-obige
Methode. systematischer.