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Full text: 62, 1934

78 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1934, 
dortigen Abend- und Morgenbeobachtungen gerade um die kritische Zeit eine 
Abschwächung des Windes eingetreten zu sein scheint, und diese Seebären waren 
ja auch nicht so rein und störungsfrei ausgeprägt wie die vom 10. September. 
6. Zum Schluß sei noch auf folgendes aufmerksam gemacht: Gerade um 
plötzliche Störungen des Wasserstandes möglichst auszuschließen, befindet 
sich der Pegelapparat in einem Brunnen und ist durch eine schmale Röhre mit 
dem Seewasser verbunden. Denn es ist ja nicht der Zweck der laufenden 
Beobachtungen, diese kurzen Schwankungen, wozu auch die gewöhnlichen Wasser- 
wellen von einigen Sekunden Dauer gehören, zu beaufsichtigen. Man muß infolge- 
dessen annehmen, daß auch die Seebären nur — zeitlich und räumlich, d.h, 
bezüglich der Amplitude — gedämpft verzeichnet werden. Sie sind also wahr- 
scheinlich plötzlicher entstanden und höher gewesen, als die Registrierungen an- 
geben, Aber sie sind immerhin auf diesen mit voller Deutlichkeit zu erkennen, 
wie auf der beigegebenen Tafel zu sehen ist. 
Zur Berechnung des Korrelationskoeffizienten nach P. Harzer. 
Von €. Wirtz, Kiel. 
In drei Abhandlungen mit der gemeinsamen unten angeführten Überschrift 
hat Paul Harzer in den Jahren 1923 und 1928 die Theorie des Korrelations- 
koeffizienten (Kk.) neu bearbeitet, für den er die treffende Bezeichnung Abhängig- 
keitsmaß benutzt. Literarischer Nachweis: 
„Über die Wahrscheinlichkeit voneinander abhängiger Fehler und über ihr 
Abhängigkeitsmaß,“ Astr, Nachr, 219, 237, 8 S., 1923; Zweiter Aufsatz, ], ec, 232. 385, 
16 8., 1928; Dritter Aufsatz, 1. c. 234. 249, 16 S., 1928. ; 
Ein Umblick in der statistischen Literatur lehrt, daß Harzers Verschärfung 
eines wichtigen Problems der mathematischen Statistik in der numerischen Praxis 
der Meteorologie, ' Biologie, Sozialökonomik usw. kaum je Anwendung gefunden 
hat. Der Grund dafür liegt zu einem guten Teil darin, daß die Berechnungen 
nach den neuen vollständigen Formeln kompliziert sind, im Gegensatz zu dem 
bequemen Bau jener stets angewandten Formeln erster Näherung, die Harzer als 
unzulänglich erwies, Die neuen strengen Entwicklungen erstrecken sich sowohl 
auf den Kk. selbst als auch auf dessen mittleren Fehler. 
In den letzten Jahren seines an wissenschaftlichen Leistungen reichen Lebens 
hat nun Harzer sich mit der Konstruktion einer umfangreichen Tafel beschäftigt, 
die die Ableitung des präzisen. Wertes des Kk. ohne Mühe ermöglicht. Das Werk er- 
schien, nach Harzers Tode, unlängst in den Abhandlungen der Bayerischen Akademie 
der Wissenschaften; eine kurze Einleitung von A. Wilkens geht voraus, Genauer Titel: 
Paul Harzer +, Tabellen für alle statistischen Zwecke in Wissenschaft und 
Praxis, insbesondere zur Ableitung des Korrelations-Koeffizienten und seines 
mittleren Fehlers, IV u. 915, Abhandl. d, B. Ak, d, Wiss, Math.-nat. Abt. N. F, 
Heft 21. München 1933, 4°. 
Eine Skizzierung der Harzerschen Gedankengänge liegt abseits dieser Zeilen, 
Nur so viel sei gesagt, daß Harzer den Nachweis erbringt, daß die bisher allgemein 
gebräuchlichen Formeln für den Korrelationskoeffizienten und seinen mittleren 
Fehler den sonst in der Fehlertheorie geltenden Prinzipien widersprechen, Die 
neuen Entwicklungen gehen dahin, die auftretenden Fehler nicht als voneinander 
unabhängige wahre Fehler zu betrachten, sondern als scheinbare Fehler, für die 
die Unabhängigkeit der Gruppen nicht mehr gilt, Die Definition des Begriffes 
scheinbare Fehler gibt die zweite Abhandlung, Nach dem alten Verfahren erhält 
man für den Kk.r den wahrscheinlichsten Wert, nach Harzers Methode den 
mittleren Wert, der sich am besten den Beobachtungen anschließt, Natürlich muß 
dieser Harzersche Kk. dann auch in die Regressionsgleichungen eingeführt werden. 
Im ganzen können die bisher gebräuchlichen Formeln nur als asymptotische 
Werte für die Beobachtungszahl n — co gelten; sie ergeben den (absoluten) Kk. 
und seinen mittleren Fehler für endliche Werte n zu klein. 
„Auf Grund praktischer Nützlichkeit“ bedient sich Harzer zur Berechnung 
des genauen Kk. einiger Zwischengrößen, die von der gewöhnlichen, dem Statistiker
	        
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