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Full text: 62, 1934

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1934. 
vorliegenden Zweck wählen. Am praktischsten wird es jedoch sein, das in der 
Nähe der Lösung IV stehende, bereits eingeführte Osloer Reagenz (Seite 67) 
auch weiterhin zu benutzen und die Menge des Reagenzzusatzes den oben auf- 
zeführten Forderungen 1 bis 3 (Seite 71) anzupassen. Unter Berücksichtigung 
dieser Gesichtspunkte scheint ein Reagenzzusatz von annähernd 0,63 ccm/50 com 
am besten allen Forderungen gerecht zu werden (in den Kurven Fig. 2a, 2b 
und 3 durch einen kleinen Kreis kenntlich gemacht), Umgerechnet auf das 
konzentrierte Osloer Reagenz (Seite 69) ist dieses ein Zusatz von 0,5 ccm 
Osloer Reagenz zu 50 ccm Untersuchung slösung*). 
Jm tiefere Einblicke in den Reaktionsmechanismus der Phosphatreaktion zu bekommen, wurden 
Versuche gemacht mit aufeinanderfolgendem, getrenntem Zusatz von Schwefelsäure und Ammonium- 
molybdatlösung. Hierbei ergab sich, daß ein Zusatz in der Reihenfolge Molybdat — Schwefelsäure 
zu vollkommen unbrauchbaren Ergebnissen führt. Aber auch die Folge Schwefelsäure — Molybdat 
hat praktisch nur Nachteile im Gefolge. Einmal wird die Bestimmung durch die doppelten Reagenzien 
und Handgriffe unnötig erschwert und, was wesentlicher ist, die Fehlermöglichkeit erheblich vergrößert. 
Bei Anwendung von kombiniertem Molybdänschwefelsäure-Reagenz kann sich der K-Wert bei fehler- 
haftem Zusatz in bezug auf die Menge des Reagenzes nur auf der Linie der Verhältnisgleichen 
„. Schwefelsäure — verschieben, Bei Anwendung der getrennten Reagenzlösungen ist jedoch die 
Ammoniummolybdat 
Möglichkeit einer Verschiebung des K-Wertes in zwei Dimensionen auf der ganzen Fläche der Raum- 
zurve gegeben. 
Untersuchungen, einen Alterungseffekt der Molybdänschwefelsäure-Reagenzien 
[estzustellen, ergaben ein negatives Resultat. 
Ergebnis der Untersuchung am Molybdänschwefelsäure-Reagenz, 
Am günstigsten für die praktische Ausführung der Phosphatreaktion erwies sich 
die Beibehaltung des bisherigen Osloer Reagenzes. Jedoch ist es an- 
gebracht, die Menge des Zusatzes von den bisher gebräuchlichen 1 ccm/50 ccm 
auf nur 0,5 ccm/50 ccm herabzusetzen. Diese Menge vereinigt in sich folgende 
Vorzüge: 
i. Lineare Proportionalität der K- und P-Werte. 2, Hohe Empfindlichkeit 
bei 3. geringstem Salzfehler und bei 4. geringer Fehlerbreite. 
[Schluß folgt.] 
Seehären an der südlichen Ostseeküste vom 19./21. August 
und 10./11. September 1932°, 
Yon Otto Meißner und H. Auel, Potsdam. 
(Hierzu Tafel 9.) 
I. Einleitung. 
i. Seebären nennt man unvermittelt eintretende plötzliche Schwankungen 
des Wasserspiegels von nicht unbedeutender Höhe mit sehr raschem Aufstieg 
and etwas langsamerem Abfallen. Daß sie irgendwie meteorologischen Ursprungs 
sind, ist sicher, da seismische Einflüsse — die man bei den wesensverwandten 
„Rollern“ von St. Helena und Ascension z, T. vermutet — hier nicht in Frage 
zommen, obwohl der skandinavische Teil des fennoskandischen Schildes nicht 
ganz erdbebenfrei ist. Das rührt vielleicht von der noch fortdauernden Hebung 
les Landes an der schwedischen Ostseeküste her, Eine solche Hebung existiert 
nach neueren Arbeiten an der Südküste der Ostsee nicht; diese weist höchstens 
eine schwache, vielleicht 100jährige Periode — die auch im Klima angedeutet 
zu sein scheint — auf?). 
_ Streng genommen läßt sich ein konzentrierteres und ein verdünnteres Molybdänschwefelsäure- 
Reagenz (auch bei gleichem Verhältnis von Molybdat zu Schwefelsäure) in seinem Wirkungsgrad gegen- 
über der Phosphatreaktion bei Berücksichtigung seiner Konzentration nicht als gleichwertig betrachten. 
[nfolge der Verdünnung tritt nämlich wahrscheinlich eine Verlagerung der Gleichgewichtsverhältnisse 
in dem Reagenz ein, als deren Folge eine Abschwächung des Wirkungsgrades gegenüber der Phosphat- 
reaktion eintritt. Wir kommen auf diese Erscheinung noch bei der Besprechung des Zeiteinflusses zurück. 
1) Vgl. O. Meißner, Zur Frage der Entstehung der Seebären, Ann, d. Hydr., 52, Jahrg. (1924), 
S, 63f; — ?) Vgl. Mitt, über das Mittelwasser hei Kolbergermünde und verschiedene Aufsätze des 
zuerst genannten Verf, dieser Arbeit,
	        
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