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Full text: 62, 1934

Kalle, K.: Meereskundl, chemische Untersuch, mit Hilfe des Zeißschen Pulfrich-Photometers, 71 
erst bei einem mit der Säurenmenge wachsenden Grundgehalt an Molybdat, Auch 
hier haben wir demnach wieder eine Verschiebung der einzelnen Kurvenzüge mit 
wachsendem Säurengehalt nach rechts und gleichzeitig eine Streckung des 
S-förmigen Verlaufes in der Horizontalen. Ein Vergleich der Kurven an künst- 
lichem Meerwasser und destilliertem Wasser ergibt, das die Meerwasserkurven 
bezüglich der Horizontalen gedrungener sind und den Aqua dest. Kurven so über- 
jagert sind, daß sich jede Meerwasserkurve in zwei Punkten mit der entsprechenden 
Aqua dest. Kurve überschneidet, 
Ein Vergleich der „Molybdat-Gleichen“ (Fig. 2b) und der „Säuren-Gleichen“ 
(Fig. 3) gegeneinander ergibt, daß sie in ihrem Verlauf in großen Zügen viel 
Ähnlichkeit besitzen, allerdings im entgegengesetzten Sinne, da eine Vermehrung 
des Reagenzzusatzes die Reaktion das eine Mal hemmt, und das andere Mal fördert. 
Beim Gegenüberstellen von Fig. 2b und 3 drängt sich einem daher auch sogleich 
der in großen Zügen spiegelbildliche Verlauf der beiden Kurvenscharen auf. 
Aus der kreuzförmigen Überschneidung (um 90° gegeneinander verdreht) 
der einzelnen „Molybdat - Gleichen“ mit den „Säuren-Gleichen“ entsprechend 
Tabelle 2 ergibt sich die Gestalt der Raumkurve. An ihr besonders hervor- 
zuheben sind die Diagonalschnitte, die strahlenförmig von dem gemeinsamen 
Nullpunkt der beiden Reagenzzusätze ausgehen, Sie geben nämlich die Ab- 
hängigkeit der Phosphatreaktion von der Zusatzmenge der einzelnen Molybdän- 
schwefelsäure-Lösungen, bei denen das Verhältnis Dat für jede Lösung 
einen bestimmten feststehenden Wert besitzt. In der Praxis, wo mit solchen 
kombinierten Molybdänschwefelsäuren ausschließlich gearbeitet wird, ist der 
Verlauf dieser Kurvenzüge daher von besonderem Interesse. 
Der allgemeine Verlauf dieser Molybdänschwefelsäure-Kurven (Fig. 2a) ist 
folgender. Sie (ihre gedachten Verlängerungen) entspringen im Nullpunkt und 
streben dann verhältnismäßig schnell einem Maximum zu. Dieses Maximum 
ist um so höher, je größer der Molybdatgehalt des Reagenzes ist. Es liegt je nach 
der Zusammensetzung des Reagenzes etwa zwischen 0.25 bis 1 ccm Reagenzzusatz. 
Nach Erreichen des Maximums findet dann bei weiterer Erhöhung des Reagenz- 
zusatzes wieder ein langsames Absinken der Kurven statt. Von besonderem 
Interesse ist ein Vergleich der Aqua dest. Kurven mit den zugehörigen Meer- 
wasserkurven. Eine allgemeine Regel läßt sich hier kaum aufstellen, Denn 
einmal (Lösung VI) liegt die Meerwasserkurve über der Aqua dest, Kurve, in 
einem anderen Fall (Lösung III—V) ist es umgekehrt, und schließlich kommt es 
auch vor (Lösung I und II), daß sich die zueinander gehörigen Kurven über- 
schneiden. Dementsprechend schneiden sich die beiden Raumkurven auf zwei 
Graden. Die eine dieser Überschneidungslinien verläuft etwa in der Mitte 
zwischen V und VI (Fig. 2a, S 2). Die zweite geht etwa durch I, 1.77 ccm, dann 
weiter nach II, 1.25 ccm, von hier aus weiter bis nahe an Punkt III, 0.88 ccm, 
biegt jedoch kurz vor Erreichung dieses Punktes in ihrem Verlaufe nach rechts 
ab und verläuft dann in geringem Abstand von Kurve III etwa parallel zu ihr 
(Fig. 2a S 1). Diese beiden Überschneidungslinien sind deshalb von besonderem 
Interesse, weil auf ihnen die Differenz zwischen den an Aqua dest. und künstl. 
Meerwasser gefundenen Werten gleich Null wird, 
Folgende Gesichtspunkte kommen in Betracht, wenn es sich darum handelt, 
aus den Raumkurven den für die praktische Phosphatbestimmung geeignetsten 
Punkt herauszusuchen: 
1. Die Reaktion soll möglichst empfindlich sein. 
2, Die Raumkurve in dem auszuwählenden Gebiet soll möglichst flach ver- 
laufen, um die Fehlerbreite herabzudrücken, 
3. Die Differenz zwischen den Untersuchungen an Aqua dest. und Meer- 
wasser soll möglichst gering sein. 
4. Der Anstieg der K-Werte soll möglichst in linearem Verhältnis zu den 
Phosphatmengen stehen, d. h. die Kurve, die das Verhalten der Phosphatreaktion 
im K/P-Diagramm darstellt, soll eine Gerade sein, die durch den Nullpunkt des 
Diagramms verläuft.
	        
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