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Full text: 62, 1934

Kalle, K.: Meereskundl. chemische Untersuch. mit Hilfe des Zeißschen Pulfrich-Photometers, 69 
Wie sich aus Tabelle 1 und der dazugehörigen Fig, 1 ergibt, ist der Verlauf 
Jer Absorptionskurven in destilliertem Wasser und an künstlichem Meerwasser 
in großen Zügen der gleiche, Am violetten Ende des Spektrums ist die Absorption 
am geringsten, steigt dann langsam an und erreicht bei S 72 ein Maximum, um 
dann bei S 70 wieder ein wenig zu fallen. Filter S 72 dürfte demnach für 
die vorliegende Phosphatbestimmung am geeignetsten sein, 
Auffällig bei näherer Betrachtung der Kurven ist die Erscheinung, daß im 
rioletten und blauen Teil des Spektrums die Absorption an Meerwasser merklich 
höher ist als an destilliertem Wasser. Dies ist gleichbedeutend mit einem Gelb- 
stich der blauen Molybdänfarbe bei Untersuchungen an Meerwasser gegenüber 
der Blaufärbung bei Versuchen an destilliertem Wasser (siehe auch K. Buch) (8). 
Dieser Unterschied im Farbton ist für Untersuchungen, die nach dem spektro- 
photometrischen Prinzip arbeiten, belanglos, da man die Messungen in einem 
spektral eng begrenzten Bereich ausführt. Sobald man jedoch nach dem ge- 
wöhnlichen kolorimetrischen Verfahren die Gesamtfärbungen zweier Lösungen gegen- 
einander vergleicht, kann sich dieser Unterschied im Farbton störend bemerkbar 
machen (siehe W. R. G, Atkins) (9). 
Die Annahme, daß sich dieser Gelbstich auf eine Verunreinigung des künst- 
lichen Meerwassers mit Kieselsäure zurückführen ließe, erwies sich als falsch 
(Tabelle 1, Versuch 3). Es ergab sich vielmehr, daß an seinem Zustandekommen 
Molybdat, Chlorid und zweiwertige Zinnionen beteiligt sind*). Eine Erhöhung 
des Zinnchlorür-Reagenzzusatzes führt daher bereits von sich aus zum Auftreten 
des Gelbstiches, wie aus Tabelle 1, Versuch 4, hervorgeht. Auch hier ist die 
Absorptionskurve bevorzugt im violetten Teil des Spektrums gegenüber der 
Grundversuchskurve erhöht. Da das Auftreten des Gelbtones bei Meerwasser- 
roben demnach mit ihrem Chloridgehalt eng verknüpft ist, dürfte sich diese 
bei der gewöhnlichen Kolorimetrie störende Erscheinung wohl nur dadurch um- 
zehen lassen, daß man entweder Vergleichslösungen von annähernd gleichem Chlor- 
zehalt benutzt oder sich Standardiösungen mittels geeigneter Farbstoffe herstellt 
(siehe H, Wattenberg) (6). 
Il. Veränderliche: Molybdänschwefelsäurereagenz, 
Zwecks getrennter Prüfung des Einflusses von Säure- und Molybdatmenge 
wurden sechs verschiedene Molybdänschwefelsäure-Mischungen hergestellt. Dabei 
wurde so vorgegangen, daß jede vorhergehende Lösung bei gleicher Schwefel- 
säuremenge } 2mal so viel Ammoniummolybdat enthielt als die folgende Lösung. 
Dıe Lösungen enthielten auf 100 cem: . 
[Lösung 
Konzentrierte Schwefel- 
sÄäunre 
10% Amm.molybdat- 
Lösung 
ı com Lösung = 
ccm 3 NaOH 
{Methyliroti 
3 com 56,6 com 
30) > 40 ” 
AV 28.3 
30 20 
30 41 
30 0» 
Vergleichsweise folgen die entsprechenden Werte für „Osloer Reagenz“: 
Osloer Reagenz | (etwa 40.5 ccm) **) . 25.26 com | 13.85 cem, 
. Berechnet auf den Säuretiter von 1050, der dem Osloer Reagenz gemäß 
der obigen Tabelle auf Grund seines Verhältnisses von Schwefelsäure/Molybdat 
etwa zukommt, entspricht demnach 1 ccm Osloer Reagenz 1.32 ccm (5) der 
obigen Lösungen. Oder um in der Größenordnung der obigen Tabelle zu bleiben: 
10,70 ccm 
10.66 
10.60 
1051 
10.49 
10.49 
*) Sehr schön läßt sich das Auftreten des gelben Farbtones zeigen, wenn man an phosphatfreiem 
destilliertem Wasser den Grundversuch ausführt und einen Teil der Lösung in einem Reagenzglas 
mit NaCl-Kristallen sättigt, 
**, Für das Osloer Reagenz wurde eine andere Ausgangsschwefelsäure benutzt.
	        
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