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Full text: 62, 1934

54 Annalen der Hydrographie und Märitimen Meteorologie, Februar 1934, 
die hohe Temperatur und Nebelfreiheit, kurzum das Fehlen des Klimas Bn. Man 
vergleiche die Jahrestemperaturen von 
Onslow 24,1° Iquique 17,3° Swakopmund 15.1° 
und diese Wärme erstreckt sich auch auf das Meer im Westen, 
2, Nordküste von Südamerika. Hier ahnt Hanns Handbuch der Klima- 
tologie 1910 noch nichts von einem Trockengebiet an der Küste und spricht nur 
(mit einer kleinen Einschränkung) von dem vielen Regen auf der Nordseite der 
Sierra Marta. Da diese ganze Küste unter Herrschaft des Passats steht, lag es 
nahe, an eine Fortsetzung des Regenreichtums von Guyana nach Westen zu 
glauben. Da ich die Karte von Franze (1929) nicht kannte, war es mir eine 
große Überraschung, aus der Arbeit von Knoch?) 1929 die Regenarmut der 
ganzen Küstenzone von der Insel Margarita bis Santa Marta kennen zu lernen, 
Auf S. 400 des Jahrgangs 1932 der Meteorolog. Ztschr. habe ich einige der Zahlen 
übersichtlich zusammengestellt?*), Von den 11 Orten an dieser Küste, deren mittlere 
Regenmenge aus (wenn auch nur kurzen) Regenmessungen bekannt ist, haben 
drei eine jährliche Regenmenge von 25 bis 28 em, und nur zwei mehr als 60 cm; 
also „Steppen“- und sogar „Wüsten“ Klima nach meiner Definition. Dabei ist die 
Luftfeuchtigkeit an den zwei Stationen, von denen sie bekannt ist, recht hoch; 
alle Monate in Maracaibo über 71%, auf Curacao über 74%, Wir können also 
auch hier von Feuchtluftwüste, wenn auch in geringerer Ausbildung, sprechen. 
Es lag daher, da die Windverhältnisse dieser Küste keine direkte Erklärung für 
diese merkwürdige Erscheinung boten, nahe, auch hier an die Nachbarschaft 
„kalten“ Wassers zu denken. Aus den Aufsätzen von Schott in den Annalen 
der Hydr., 1931 S, 224 und 1932 S, 291, ersieht man, daß diese Vermutung sich 
bis zu einem gewissen Grade bestätigt hat. Für die Entstehung des Auftrieb- 
wassers ist die Windrichtung, wenn sie auch teilweise auflandig ist, dem oben 
Gesagten nach günstig, da der herrschende Passat aus Osten, also von der Küste 
gesehen, von rechts herkommt. ; 
3. Dunkelmeer und Guardafui. Die alte Bezeichnung der Küstengewässer von 
Marokko bis Kap Verde als Dunkelmeer und die schlechte Sicht in der Umgebung 
von Kap Guardafui hängen sicher mit der häufigen Dunstbildung über dem kalten 
Küstenwasser zusammen, wozu gelegentlich Staubstürme vom Lande kommen, 
Regen sind in beiden Gegenden selten, wenn auch der Somaliküste kein Wüsten-, 
sondern höchstens Steppenklima zugeschrieben werden darf. 
4, Oberguinea. Zwischen Sierra Leone im Westen mit 443 cm und der Niger- 
mündung im Osten mit 366 cm jährlicher Regenmenge liegt das für tropische 
Verhältnisse als regenarm zu bezeichnende Mittelstück der Oberguinea-Küste mit 
89 em und 68 om an der Goldküste und 78 cm an der Küste von Togo, nur 
6 Breitengrade vom Äquator, Schon Grand Bassam und Lagos haben etwa 
doppelt so viel. Auch landeinwärts nimmt die Regenmenge zu. Die Haupt- 
regenzeit liegt im Juni. Die Luftfeuchtigkeit ist an der Küste hoch, stets über 
80 %, im Hinterlande in der Trockenzeit — unsern Wintermonaten — sehr niedrig, 
Nach Krümmels.Ozeanographie (Bd, 2 S. 553 und 568) tritt an Gold- und Sklaven- 
küste besonders in den Monaten Juli bis September kühles Wasser von 19—22° 
an die Oberfläche; „bei dem an der Küste herrschenden auflandigen Winde, der 
vom wärmeren Guineastrom der hohen See herüberkommt, entstehen Nebel“, 
5. Auf allen Meeren höherer Breiten sind auf dem Ozean der Sommer und 
auf Binnenmeeren der Frühling die Hauptjahreszeit der Nebelbildung und zugleich 
die Zeit der wenigsten Regentage — das ist die Zeit, wo die Wasseroberfläche 
etwas kühler als die Luft ist, statt, wie im Winter, viel wärmer zu sein als diese. 
Nehmen wir als Gegenstück Golfstrom, Kuro Sivo und Agulhas-Strom hinzu, 
so finden wir überall den so äußerst wichtigen Satz bestätigt, daß dort, wo die 
Wasseroberfläche kälter als die Luft und als die Nachbarflächen ist, ruhigeres, 
1) Band IL, Teil G, von Köppen-Geiger, Handbuch der Klimatologie, 1930. -- ?) Durch die 
Freundlichkeit der Herren E. van Everdingen und E, Sifontes habe ich seitdem einiges weitere 
Material erhalten.
	        
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