56 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1934,
strömung mit nördlicher und östlicher Bewegungsrichtung strömen überwiegend
Luftmassen aus SW bis W.
Es dürfte nun von Interesse sein, zu erfahren, welche Windrichtungen vor
der Nebelbildung und nach Auflösung des Nebels herrschen. Aus einer
größeren Zahl von Fesselaufstiegen vor Beginn und nach Auflösung des Nebels
ergibt sich folgende Verteilung (Nebel + Hochnebel):
Tabelle 13. Prozentische Häufigkeit der Windrichtungen,
Höhe | NE bie E | ESE bis S | SSWbisW |WNWbisN| C
a
400
500
000
1500
2000
400
500
‚000
1500
3000
50%
“A
a
29 |
ag
DA
\%
3%
3
6
’
5%
4
>
5%
5
Vor der Nebelbildung ....
”
0
5
14
21
7
| 3
Nach der Nebelauflösung
ze
5
Z
&
1
55
60
66
LO
13
7
ul
Am Tage vor der Nebelbildung sind in der bodennahen Schicht Winde aus
NNE bis E am häufigsten, darüber fällt ein zweites Maximum auf SSW bis W.
Die normale Schichtung, die während des Nebels herrscht, ist also im wesent-
lichen auch bereits am Tage vorher vorhanden,
Am Tage nach dem Verschwinden des Nebels fällt das Maximum in allen
Höhen ausgesprochener auf die Winde SSW bis W; während in der untersten
Schicht auch noch NNE bis E-Winde relativ häufig sind, treten diese mit zu-
nehmender Höhe ganz zurück. Die westlichen Winde sind mit dem Verschwinden
des Nebels in vielen Fällen zum Boden durchgebrochen. Dies steht in guter
Übereinstimmung mit den früher besprochenen Änderungen der übrigen meteo-
rologischen Elemente,
9, Die Häufigkeit der Windgeschwindigkeiten. Aus 427 Schätzungen der Wind-
stärke an Land bei Nebel (1910 bis 1927) ergibt sich nachfolgende prozentische
Verteilung:
Tabelle 14,
Windstärke (Beaufort) ...... © 1 2 3 4
Prozentische Häufigkeit ..... 6 54 37 3
Bei Nebel herrschen demnach sehr ausgesprochen die schwachen Winde von
Stärke 1 und 2 vor; Windstillen sind auffallend selten, wobei allerdings zu be-
achten ist, daß am Morgen unter dem Einfluß des Sees meist schwacher Land-
wind herrscht und die Stillen dadurch unterdrückt werden, Oberhalb Wind-
stärke 3 (etwa 6 bis 7 m/sec) kommt Nebel nicht vor.
Aus einer großen Zahl von Fesselballonaufstiegen ergibt sich für vier
markante Niveaus über dem offenen See folgendes Bild, getrennt für Nebel
und Stratus:
Tabelle 15. Häufigkeit der Windgeschwindigkeiten über dem See bei Nebel und Stratus.
21)
18
Yo oin m/sec
— lobie1[2bis3 | 4bis5 [6bis7 | 8bis9 | 10 | Mittel
Am Boden eescs0wrn ernennen 24 4 1
Wolkenoberfläche ........0.0.0000000 18 11 2 1 |
Obere Grenze der Inversion ‚..... 17 ı 18 | 4 3
Am Bode zur RE ER ERKN 42 28 4 1 .
Wolkenbasis as..0000r een 38 16 5 — 1
Wolkenoberfläche@ .........0....00 a 39 21 51 6 z— |
Obere Grenze der Inversion....... | 12 35 * 25 11 5 8 J
Für Nebel ist charakteristisch das Dominieren der schwachen Winde bis zu
3 m/sec, was für einen erheblichen Einfluß der Turbulenz nicht spricht; auch
an der Oberfläche des Nebels herrschen dieselben Verhältnisse. An der oberen