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Full text: 62, 1934

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1934, 
Eine direkt auf den Theodoliten aufgesetzte 
Bussole dient zur Ablesung des Azimuts, 
Das optische System ist aus der Abbildung 
ersichtlich. Zur Abbildung der Kimmlinie dient 
das Objektiv (13). Durch Teilversilberung der 
Trennlinie des Würfels (14) wird der Strahlengang 
des Fernrohres hindurchgelassen, während der des 
Kimmfernrohres zum Okular reflektiert wird. Beide 
werden in der Bildebene (15) abgebildet und durch 
das Okular (9) vergrößert betrachtet. Kine Iris- 
blende (27) dient zur Abschwächung des Kimm- 
bildes, sofern das Fernrohrbild durch die Kimme 
iberstrahlt wird. 
Für Messungen an Land kann der Theodolit 
nach Festsetzung der kardanischen Aufhängung 
sbenfalls verwendet werden. 
Die Übermittlung der Zeitinterwalle für die 
Ablesung der Kreise erfolgt akustisch durch Signal- 
Uhren, die am Stengelhaken des Stativs eingehängt 
werden, 
Rudolf Lütgens, Die deutschen Seehäfen, eine 
wirtschaftsgeographische nnd wirtschaftspolitische 
Darstellung. 160 S. mit 7 Kartenskizzen im 
Text und 1 Doppelkarte als Anhang. Deutsche 
Sammlung, Reihe: Geographie, 6. Band, Verlag 
Dr. Karl Moninger, Karlsruhe ij. B. 1934. 
Preis Karton, 2,70 RM., Halbl. 3,30 RM, 
Wir besitzen eine ganze Reihe von Veröffent- 
lichungen, welche entweder die deutschen Seehäfen 
'n der Gesamtheit oder im einzelnen betrachten; 
alle aber greifen nur einen oder wenige Gesichts- 
punkte heraus, indem entweder die technische Ent- 
wicklung, die Bedeutung für den Außenhandel u. a. 
im wesentlichen für sich betrachtet wird. Diese 
Arbeiten sind für das Studium von Einzelfragen 
notwendig und haben gewiß ihre große Bedeutung, 
» fehlte aber bislang noch völlig eine Behandlung 
ınserer Seehäfen alx langsam gewordene und heute 
ı10ch in weiterer Entwicklung befindliche Orga- 
1ismen mit einer Herausarbeitung aller für ihr 
Wachstum bedeutungsvollen Momente, Eine solche 
„wirtschaftsgeographische und wirtschaftspolitische 
Darstellung“ liegt vun in dem auvzuzeigenden 
Buche’ vor, 
Nach einem kurzgefaßten ersten Teil, der 
Begriff, Bedeutung und Hinterland der Sechäfen 
im allgemeinen sowie die deutschen Meere und 
Küsten in ihrer Bedeutung für die deutschen See- 
häfen betrachtet, werden im zweiten „Besonderen 
Feil“ die einzelnen Häfen für sich behandelt, und 
zwar in folgenden Abschnitten: Emden, die Weser- 
bäfen, Hamburg, die Entwicklung der Ostsechäfen, 
Kiel und die Fördenhäfen, Lübeck und die mecklen- 
hurgischen Häfen, Stettin und die pommerschen 
Häfen, Danzig und sein Daseinskampf, die o8t- 
preußischen Häfen, 
In gut lesbarer und anregender Form werden 
die geographischen, wirtschaftlichen und historischen 
Tatsachen, welche Gründung und Entwicklung der 
ainzelnen Häfen bestimmt haben sowie die heute 
erkennbaren Entwicklungstendenzen geschildert. 
Das Buch ist die zur Zeit umfassendste und beste 
Darstellung unserer Seehäfen und hat in der vor- 
liegenden Form nur geschrieben werden können, 
weil der Verfasser sowohl die geographischen Ge- 
sichtspunkte wie auch aus seiner praktischen Ver- 
irautheit insbesondere mit dem Hamburger Hafen 
die wirtschaftlichen und betriebstechnischen Zu- 
zammenhänge und Einzelheiten in gleicher Weise 
seherrscht. Das Buch verdient weiteste Verbreitung 
nicht nur in den mit der Seefahrt in unmittelbarer 
Verbindung stehenden Kreisen, sondern auch im 
Binneolande, wo es in erwünschter Weise dazır 
yeitragen kann, Verständnis für die großen 
Leistungen und heutigen Nöte der Hafenstädte zu 
erwecken. 
Bedauern kann man nur, daß der Umfang 
les Buches dureh die Veröffentlichung in der Reihe 
‚Deutsche Sammlung“ naturgemäß nur gering sein 
zonnte, viel zu klein für das dem Verfasser zur 
Verfügung stehende Material. Sehr häufig, fast 
ınf jeder Seite finden sich Hinweise auf wichtige 
Vorgänge und Tatsachen, die nur andeutungsweise 
‚ehandelt werden konnten und über die man nähere 
Angaben wünschen möchte, Man kann nur hoffen, 
daß dier Verfasser das gleiche Thema im Laufe der 
Zeit noch einmal in erheblich weiter gespanntem 
Rahroen behandelt, Bruno Schulz. 
Lindow, M.: Integralrechnung. 102 S. u, 43 Fig, 
im Text, 4, Autl, Preis geb, 240 RM. 
Lindow, M.: Gewöhnliche Differentialgleichungen, 
1218, u, 39 Fig. im Text. 2. Aufl. Preis geb. 
3 RM. Verlag: B. G. Teubner, Math.- Phys. 
Bibliothek, Bde, 3 u. 4. Leipzig u. Berlin, 
Beide Bücher führen in ausgezeichneter Weise, 
»hne große mathematische Kenntnisse vorauszu- 
setzen, in die in ihnen behandelten mathematischen 
Gebiete ein. Sie sollen, wie der Verfasser in seinem 
Vorwort schreibt, nicht nur Wissen, sondern auch 
Xönnen vermitteln... Sie bringen also eine sehr 
sroße Anzahl von Übungsaufgaben, die nicht nur 
lie rein technische Methode der Auflösung be- 
3andeln, sondern vor allem den Zusammenhang 
zwischen Mathematik und Naturwissenschaften io 
seiner Wechselwirkung aufz.igen sollen. Hierbei 
verden nicht nur analytische Lösungen gezeigt, 
sondern graphische und numerische Methoden und 
Näherungslösungen werden ausreicbend berück- 
sichtigt. Dies ist besonders wichtig, da häufig die 
yjekannten Behandlungsweisen versagen, Hier ist 
lann ein Ausweg zu finden, um dennoch zu einer 
Lösung zu gelangen, Diese beiden kleipen Bücher 
‚üllen in dieser Beziehung eine oft empfundene 
Lücke aus, — Sie sind dem Naturwissenschafter 
und dem Techniker warm zu empfehlen. 
Hermann Dunkel 
Liebmann, H.: Synthetische Geometrie. Teub- 
ners Mathematische Leitfäden, Bd. 40. VILLE 
a. 2119 S. u. 45 Fig. im Text. Leipzig u. Berlin 
1934, Preis kart. 5.C0O RM. - . 
Das Wesentliche der synthetischen Geometrie 
st, daß eine rein geometrische Anschauung das 
SZebäude aufbaut. Es werden also Messungen und 
KXongruenzsätze, die aus der analytischen Geo- 
netrie stammen, ausgeschaltet; nur Sicht und 
Lage bilden die wesentlichen Grundelemente. Der 
vorliegende Leitfaden unterscheidet sich von den 
rorhandenenLehrbüchern daturch, daß die Axio- 
natik gend berücksichtigt wird, während sie 
sonst häufig entweder ganz stiefmütterlich be- 
handelt wird oder so in den Vordergrund tritt, 
laß der stoffliche Aufbau sehr zurückgedrängt 
wird, Hierdurch wird erreicht, daß viele Beweise 
sedeutend vereinfacht werden können. Der Inhalt 
jes Leitfadens zeigt folgende Gliederung: I. Axio- 
natik und Hauptsätze der synthetischen (Geometrie. 
I, Vollständiges Viereck und Projektivität auf 
inearen Trägern, 111. Ausbau der Lehre von den 
Kegelschnitten. IV, Kegelschnittpaare und Kegel- 
zschnittbüschel. V. Kollineationen in der Ebene. 
VI. Ausschnitte aus der synthetischen Raum- 
gxeometrie, Auch dieser kleine Leitfaden ist den 
Freunden der Geometrie warm zu empfehlen. 
Hermann Dunkel.
	        
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