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Full text: 62, 1934

178 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1934. 
sein; sie allein vermag die enge Übereinstimmung zwischen der Lage der Kon- 
vergenz und den Bewegungen des Bodenwassers auch in dem Falle zu erklären, 
wo letzteres offensichtlich unter dem Einfluß der Bodengestaltung steht, 
Es besteht auch noch die Möglichkeit, daß das Schichtgefälle einfach die Folge 
einer durch die östliche Windtrift bedingten Neigung der Isosteren ist; ein 
Windgeschwindigkeits-Sprung, den man für die plötzliche Zunahme des Gefälles 
der Isolinien verantwortlich machen könnte, ist indes nicht vorhanden. 
Wenn auch die Lage der Konvergenz meiner Auffassung nach primär durch 
die Tiefseebewegungen bedingt ist, so lassen unsere Messungen doch erkennen, 
daß auch die ÖOberflächen-Strömungen selbst hierbei eine Rolle spielen, Wo die 
Bodenströmung stark ist, legt der Steilanstieg des warmen Tiefenstromes die 
Konvergenz innerhalb recht enger Grenzen fest, wo sie hingegen schwach ist, 
prägt dessen allmählicher Anstieg die Konvergenz weniger scharf aus, 
Das antarktische Oberflächen-Wasser sinkt hinab, sobald es die Zone des 
Warmwasser-Aufstieges überschritten hat; verstärkt sich sein Zufluß, 80 tritt 
nicht eine Nordwärts-Verlagerung der Vertikalzone des größten meridionalen 
Temperaturgefälles ein, mithin auch nicht eine solche der Konvergenz. Dies 
bildet indes nicht immer die Regel, denn es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß 
jene Nordverlagerung eintritt, wenn der Warmwasser-Aufstieg allmählich erfolgt, 
die Konvergenz also verhältnismäßig weit im Süden liegt. Auf der Strecke süd- 
westlich von Tasmanien sprechen die Messungen dafür, daß die Konvergenz zeit- 
weilig um 100 bis 150 Sm nach N verdrängt wird. Sie war dort nicht besonders 
scharf ausgeprägt — auf 18 Sm nahm die Temperatur nur um 2°C zu —, und 
an der Station 891 (unter 56°5$) bildete das antarktische Wasser nur eine dünne 
Schicht zwischen 150 und 200 m Tiefe; die Dichte war hier tatsächlich größer 
als die des wärmeren Wassers in 300 m Tiefe, Zur Zeit reicht das Beobachtungs- 
material noch nicht aus für eine endgültige Schlußfolgerung, doch scheint die 
Konvergenz am wenigsten ausgesprochen dort zu sein, wo sie weit südlich liegt, 
insbesondere, sofern sie nach Südosten zurückweicht, An solchen Stellen besteht 
infolge der allgemeinen Osttrift (nach Osten} des Wassers auch ein geringerer 
Dichte-Unterschied zwischen dem antarktischen Wasser und dem Mischwasser 
nördlich der Konvergenz. 
Süd-Verlagerungen der Konvergenz treten jedoch häufiger auf, Östlich 
von den Falkland-Inseln, nördlich von Süd-Georgien und unter 23° W weist 
das subantarktische Wasser deutlich eine starke Oberflächen-Bewegung nach 
Südosten auf; eine dünne, nur etwa 60 bis 100 m mächtige Schicht treibt 
oberhalb des antarktischen Wassers nach Süden, In der unteren Hälfte der 
antarktischen Schicht befindet sich stets eine Strömung nach Norden, und dieses 
Wasser sinkt dort hinab, wo normalerweise die Oberflächen-Konvergenz liegen 
müßte; letztere wird indes erst 100 bis 150 Sm weiter südlich vorgefunden, 
Die jahreszeitlichen und jährlichen Änderungen der Lage der Konvergenz 
lassen sich nur im Falkland-Sektor einigermaßen verfolgen; sie bewegen sich 
hier nur in den Grenzen von etwa 60 Sm, Die Erklärung dieses geringfügigen 
Betrages bereitete bisher Schwierigkeiten; sie sind indes behoben durch die Auf- 
fassung, nach der die Lage der Oberflächen-Konvergenz durch die Tiefen- 
Strömungen bestimmt wird. 
Die Eisverhältnisse 
des Winters 1933/34 in den außerdeutschen europäischen Gewässern, 
In dienstlicehem Auftrage zusammengestellt von Kapt. H. Oellrich, 
(Hierzu Tabellentafel 62 mit Tabellen £ bis a und Tafel 63.) 
Die nachstehende Übersicht über den Verlauf der Eis- und Schiffahrts- 
verhältnisse in den außerdeutschen europäischen Gewässern während des Winters 
1933/34 schließt sich den seit 1905 (Winter 1903/04) in dieser Zeitschrift ver- 
öffentlichten Zusammenstellungen an. Als Unterlage diente wieder hauptsächlich 
das von den ausländischen Anstalten in dankenswerter Weise übermittelte Material, 
und zwar für:
	        
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