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Full text: 62, 1934

Lüth, F.: Zur Frage der Messung der Lufttemperatur auf See, 475 
Hervorbrechen der Sonne eine Hütte von den Strahlen getroffen wird, die andere 
sich jedoch im Schatten von Steuerhaus oder Peildeck befindet. Die Wirkung 
der Ausstrahlung von erwärmten Schiffsteilen kann festgestellt werden, wenn 
bei guter Durchlüftung nach einseitiger Bestrahlung die Sonne plötzlich ver- 
schwindet. Bei solchen Beobachtungen ist natürlich eine gewisse Trägheit der 
Einstellung zu berücksichtigen. Einige unter diesen Bedingungen stattgefundene 
Beobachtungen ergaben Fehler in der Größenordnung + 0.5°. 
Den Einfluß warmer Luft, die aus dem Maschinenraum, aus der Kombüse 
oder vom erwärmten Deck aufsteigt, muß untersucht werden, wenn achterlicher 
Wind dem Fahrtwind das Gleichgewicht hält, so daß der gefühlte Wind = 0 ist. 
Solche Beobachtungen müssen bei möglichst bedecktem Himmel vorgenommen 
werden. Die Messung der Außenluft mit dem Aßmann muß an einer Stelle vor- 
genommen werden, an der man sie frei von solcher Schiffsluft hereinbekommt. 
Das eingangs erwähnte Bordinstrument lieferte natürlich völlig unzureichende 
Werte. Ein so angebrachtes Thermometer ist zunächst einmal selbst der Be- 
strahlung in starkem Maße ausgesetzt; aber auch die Wärme, die das Schiff abzu- 
geben hat, kann dem Instrument durch Strahlung, Strömung, ja sogar durch Leitung 
zugeführt werden. Auf der anderen Seite machen sich die Einflüsse der Ver- 
dunstungskälte bei ihm erheblich stärker bemerkbar als in den Hütten. Es betrugen 
die mittlere Abweichung vom Aßmann + 1.67%, 
äußersten. .............. +10.1° und — 0.9°, 
» geringste 000000000004 0.0° (in 2 von 120 Fällen). 
Zur Messung der Lufttemperatur ist dieses Instrument nicht geeignet. Es 
ist jedoch interessant, zu beobachten, daß die festgestellten Fehler in ihrer Art 
hier die gleichen sind wie bei den Hütten, in der Größenordnung diese erheblich 
übertreffen. Die Extremalwerte der Gangkurve liegen an denselben Stellen wie 
bei der Darstellung „Hütte-Aßmann“, 
Tabelle 4. 
Beobachtungszeit .....0.0000000004 0b 062 12b 
Mittl. Differenz „Bordthermometer-Aßmann“ — 0.26° 1 0.46° + 3.24° 
Nochmals: Wie entsteht die Antarktische Konvergenz? 
Von George E, R, Dencon, Landon. 
Veröffentlicht mit Genehmigung des „Discovery“ Commilttees. 
(Hierzu Tafel 61 mit Abbildung 2.) 
Mit großem Interesse habe ich von der Stellungnahme H. U. Sverdrups zu 
der obigen Frage!) Kenntnis genommen: der Autor faßt die Antarktische Kon- 
vergenz auf als Grenzlinie zwischen der Antarktischen Nord- und der Sub- 
antarktischen Südströmung. Wenn ich auch diese Ansicht nicht in vollem Um- 
fange zu teilen vermochte, so kam immerhin meine Auffassung ihr bisher ziem- 
lich nahe: ich glaubte die Ursache der Konvergenz insbesondere darin erblicken 
zu müssen, daß das antarktische Wasser sich schneller nordwärts bewege als das 
yleichgerichtete subantarktische. Die weitere Untersuchung des von der letzten 
Zirkumpolar-Fahrt des Königl. Britischen Forschungsschiffes „Discovery II“ 
gewonnenen Beobachtungsstoffes hat nunmehr indes den Nachweis erbracht, daß 
die Konvergenz erheblich anders entsteht, als in unseren obigen Annahmen zum 
Ausdruck gebracht ist. 
Die Vertikalschnitte des antarktischen Meeres lassen erkennen, daß sowohl 
für die Existenz der Konvergenz als auch für ihre Lage die Bewegungen des 
Tiefen- und Bodenwassers maßgebend sind: diese entscheiden näm- 
lich über den Verlauf der Oberflächen-Strömungen! Hier wird das 
Gegenteil der bisher von Sverdrup und mir verfochtenen Ansichten behauptet. 
Die neue Auffassung ist zweifellos „revolutionär“, bedarf mithin einer etwas ein. 
gehenderen Darlegung. 
‘) Ann. d, Hydr. 1934, VII 8. 315
	        
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