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Full text: 62, 1934

Wörner, H.: Beziehungen zwiechen Wassertemperatur und Luftdruckverteilung usw. 449 
lage, für die eine Windgeschwindigkeit von 50 km/h angenommen sei, in 10 Stunden, 
Die erwärmten Luftteilchen können in dieser Zeit die Maximalhöhe 1250 m er- 
reichen, wie aus (7) unter Berücksichtigung, daß 
h == Z- 1 
ist, hervorgeht. Der Luftdruckeffekt ist dann nach (6) dp,=— 0.55 mb, also von 
gleicher Größenordnung wie im Falle des schwächeren Gradienten, 
Es bleibt noch der Fall zu erörtern, daß @& > G ist. Hier würde die Auf- 
wärtsbeschleunigung der Luft noch wesentlich größer werden als im vorher- 
gehenden Fall; aber derartige Gradientverhältnisse darf man erfahrungsgemäß 
nur innerhalb schmaler Höhenschiehten annehmen, so daß auch hier ein wesent- 
lich höherer Druckeffekt nicht eintreten dürfte, 
Die monatlichen Übersichtskarten der Luftdruckverteilung zeigen nun aber, 
daß Abweichungen von 5 mb vom Normalwert die Regel sind, Da müssen natür- 
lich die durch die kleinen Wassertemperaturanomalien von 2° hervorgerufenen 
Luftdruckänderungen vollständig überdeckt werden. Erst bei Abweichungen 
von 5° oder mehr dürfte sich, günstige Gradientverhältnisse vorausgesetzt, ein 
Einfluß auf die Luftdruckverteilung mit der hier angewandten Methode nach- 
weisen lassen, 
Das Umgekehrte, ein Einfluß der bestehenden Luftdruckverteilung auf die 
Wassertemperaturen, ist dagegen in einigen der untersuchten Monate unverkenn- 
bar. Sobald nämlich (nach den Monatskarten) ein ausgeprägtes Tief über dem 
Nordatlantik liegt, stellen sich mehr oder weniger stationäre südliche oder nörd- 
liche Winde über bestimmten Gegenden ein, die eine deutliche Erwärmung bzw, 
Abkühlung der Wassermassen hervorrufen. Ob diese Temperaturänderungen 
Aurch Austausch der Temperaturen von Luft und Wasser vor sich gehen oder 
durch eine Verschiebung der Wassermassen selbst unter dem Einfluß der Wind- 
strömungen, mag dahingestellt bleiben. Die vier Karten auf Tafel 55 sollen 
diese Zusammenhänge veranschaulichen. Es ist die mittlere Luftdruck verteilung 
{nach Peppler a. a. O0.) und die Abweichung der Wassertemperatur vom Mittel- 
wert. für die Monate Mai, Juni, August und November 1933 im Bereich des 
Nordatlantik dargestellt, Zur Konstruktion der Linien gleicher Abweichung der 
Wassertemperatur wurden hier alle berechneten Werte, such die weniger sicheren 
nach Maßgabe ihres Gewichts, herangezogen, wobei allerdings eine graphische 
Ausgleichung der Einzelwerte nötig war, 
Auf der ersten Karte sehen wir, im Mai im Süden und Südwesten eines 
Tiefs, dessen Kern bei 55° N und 40° W liegt, eine Kaltwassermasse. Zum Teil 
war diese bereits im Februar bei etwa 40° N und 55° W zu erkennen (vgl. die 
Tabelle in Ann. d. Hydr. H. 2), und sie ist seitdem ost wärts gewandert, Die weite 
Ausbreitung nach Norden dürfte jedoch vorwiegend dem Einfluß der kräftigen 
Nordwestströmung auf der Rückseite des erwähnten Tiefs zuzuschreiben sein, 
Der Juni zeigt über dem in Frage kommenden Gebiet Isobaren von SW nach 
NO, so daß keine wesentliche Verstärkung des Kaltgebietes durch Zustrom neuer 
Kalt-Luft- bzw. -Wassermassen eintreten konnte. Es wandert vielmehr langsam 
mit dem Golfstrom nach Osten unter weiterer Abschwächung. Im August er- 
kennen wir das Zentrum jenes Kaltgebietes im Feld 4737 (Abweichung: — 2.7°). 
Jetzt macht sich eine kräftige positive Abweichung südlich Neufundlands be- 
merkbar. Man geht wohl nicht fehl, diese Erwärmung den südlichen Winden 
auf der Vorderseite des Teiltiefs über dem Osten der Vereinigten Staaten zu- 
zuschreiben. Auch diese Warmwassermasse wandert mit der normalen Strom- 
geschwindigkeit im Golfstrom weiter, und ihr Zentrum ist im November bei 
Feld 4540 angelangt. Sie hat dabei in der Zwischenzeit noch an Stärke ge- 
wonnen, wozu die Winde mit südwestlicher Komponente, welche gemäß der Luft- 
druckverteilung dort im November vorgeherrscht haben dürften, sicherlich 
beigetragen haben. Auch in den Zahlen der Septembertabelle kommt die Ost- 
wärtsverlagerung der warmen Wassermasse zum Ausdruck, doch sind hier die 
Verhältnisse offenbar durch das Hinzukommen einer neuen „Wärmeinsel“, die 
anscheinend dem Labradorstrom angehört, etwas ver wischt, Die zuerst erwähnte
	        
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