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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1934.
Außer mit Hilfe dieser Formel kann man die Abweichung aber auch auf
Grund folgender Überlegung berechnen. Die Wassertemperatur zeigt allgemein
von einem zum folgenden Monat eine Änderung, die man in erster Näherung
über ein größeres Gebiet als konstant betrachten kann, solange in der regionalen
Verteilung der Warm- und Kaltgebiete keine Änderung gegen den Vormonat
eingetreten ist, Tritt aber z.B. an Stelle einer im Mai zu warmen Wassermasse
im Juni eine zu kalte, so wird in dieser Gegend der Anstieg der Wasser-
temperatur von Mai zu Juni ein geringerer sein als es durchschnittlich im
ganzen Bereich sonst der Fall ist. Man kann also für jedes Feld ansetzen:
dei kn.
{2}
wenn d die Differenz der Abweichungen vom Normalwert in zwei aufeinander-
folgenden Monaten ist und 4 die Differenz der Temperaturen selbst, k ist die
mittlere Temperaturänderung eines größeren Gebietes von einem Monat zum
andern. Die unbekannte Abweichung jedes einzelnen Feldes im zweiten Monat
(für den keine Normalwerte vorliegen) ergibt sich dann als Summe der Ab-
weichung des vorhergehenden Monats und der nach (2) berechneten Differenz d.
Man hat also die den Formeln (1) entsprechenden:
für Juni: Ay= Ay+d
für September: Ag = A,-+d,
wo d für jedes Feld nach (2) zu berechnen ist.
Die Formeln (1) beruhen also auf den langjährigen Mittelwerten, berück-
sichtigen aber nicht die örtlichen Verhältnisse, da die Faktoren !/, bzw. !/, ja
aus den südlichen Gegenden übernommen sind, Die Formeln (3) berücksichtigen
zwar die örtlichen Verhältnisse, da d bzw. k mur aus den benachbarten Gebieten
gewonnen werden, beziehen sich aber dafür auch nur auf den speziellen Temperatur-
verlauf in den gerade untersuchten Monaten, Trotz dieser verschiedenen Vor-
aussetzungen ergaben beide Formeln innerhalb weniger Zehntel übereinstimmende
Werte von A, so daß der Mittelwert aus beiden, der als endgültiger Wert an-
genommen wurde, der Wirklichkeit sehr nahe kommen dürfte, Insbesondere ist
die Heranziehung dieser Werte unbedenklich, wenn es sich nur um die Unter-
suchung der Verschiebung relativ warmer oder kalter Gebiete von Monat zu
Monat handelt,
Die Temperaturen von etwas über hundert 2!/,°-Feldern und ihre Abwei-
chungen gegen die langjährigen Mittelwerte sind für die Monate Mai, Juni (nur
zum Teil), August, September und November 1933 in Tabellenform in gleicher
Weise wie in der ersten Arbeit zusammengefaßt (s, Tabellentafel 55a).
Dieses Material bildet zusammen mit den früher mitgeteilten Werten für
die Monate August, Oktober, November 1932 und Februar 1933 eine genügend
umfangreiche Unterlage, um die Zusammenhänge zwischen Luftdruck und Wasser-
temperatur in dieser Zeit zu untersuchen. Besteht eine auch nur einigermaßen
enge Verknüpfung zwischen der Wassertemperatur und der Luftdruckverteilung,
so muß zwischen den mitgeteilten Abweichungen der Wassertemperatur vom
Normalwert und den Abweichungen des Luftdrucks eine Korrelation bestehen
und zwar nach Sandström eine negative, d, h. positiven Abweichungen der
Wassertemperatur entsprechen negative Abweichangen des Luftdrucks und um-
gekehrt. Um die Beziehung vom Einfluß zufälliger Fehler möglichst frei zu
halten, wurden bei den Wassertemperaturen alle Felder mit einem Gewicht unter 5
(in der Tabelle die kursiv gedruckten Werte) fortgelassen. Für die Luftdruck.
abweichungen, die aus den Karten (auf ganze mb abgerundet) entnommen wurden,
ist die Unsicherheit der einzelnen Werte unbekannt, eine Auswahl also nicht
möglich.
Die einfache Formel für den Korrelationsfaktor lautet:
Zxy
Vaxx 3yy! ©
wenn x und y die einzelnen Abweichungen der zu korrelierenden Größen von
deren Mittelwert sind.
Ü =