Boljahn, G.: Weiterentwicklung des Wigandschen Sichtmeßverfahrens, im besonderen auf See, 443
Kimmentfernung durchgeführt, Liegen also zwei Gleichungen für zwei ver-
schiedene Sichten mit derselben Kimmentfernung vor:
4
zz m
1
az
ergeben sich die gesuchten Konstanten, wie folgt:
Um — 0y + Am — Op (Ay — Aa) 2 &, — a;\*
7 # Van + (#5)
Aa
am-—(a— ar) 2
Bei der Konstantenberechnung konnte für sämtliche Entfernungen (4 bis
24 km) leider nicht die gleiche Anzahl an Auswertungen zugrunde gelegt werden,
daher können die Ergebnisse der geringen Zielentfernungen, bzw. Augenhöhen
nicht den gleichen Anspruch auf Genauigkeit erheben. Diese vorhandene Un-
genauigkeit wird ferner noch gesteigert durch die Tatsache, daß bei den geringen
Höhen über dem Meeresspiegel der durch abnorme Temperaturverteilung bedingte
Fehler der Kimmentfernung relativ sehr groß sein kann.
Die Zielkorrektionen a; finden sich in Tabelle 3 (Tafel 50) nach Kimmentfernungen
in Vertikalreihen geordnet. Die durch & verbundenen Zahlen geben die kombi-
nierten Kurven der Fig. 2 an. Die Mittel der in den Spalten angeführten Werte
stehen mit dem mittleren Fehler der einzelnen Messung und dem mittleren
Fehler des Mittels am Fußende der Tabelle. Eine zeichnerische Auftragung der
ax in Fig. 3 (Tafel 54) zeigt einen ausgesprochenen Gang mit der Kimmentfernung,
die Zielkorrektion geht bei etwa 17 km langsam in einen konstanten Wert über,
der bis 24 km den Wert 5.4 nicht mehr verläßt, Die az, die einerseits eine
Verkleinerung der gemessenen a darstellen, andererseits aber auch als Vergröße-
rung der Apparatkonstante @„1 = 14.3, die für normale Ziele bestimmt ist und
für den stärkeren Kontrast an der Kimm nicht ausreicht, aufgefaßt werden
können, geben in ihrem Verlauf eine augenscheinliche Eigenart der Kimm
wieder. Mit zunehmender Augenhöhe, also wachsender Entfernung, nimmt zwar
der Kontrast an der Kimm ab, und die vorzuschaltende Trübung wird geringer,
aber das Ziel als solches ändert sich. Bei geringen Höhen kann man die helle,
teilweise blendende Wasseroberfläche mit den Augen bis zur Kimm verfolgen,
von der sie scharf abgegrenzt zu sein scheint; während mit größeren Höhen
die spiegelnde Wirkung des Wassers zurücktritt, die Flächen an der Kimm eine
dunklere Tönung annehmen und wegen des in den großen Entfernungen ver-
sagenden Auflösungsvermögens des Auges ein von der Kimm begrenztes Band
zu bilden scheinen. Daß die Kurve der a, bei 0 km nicht durch den Nullpunkt
geht, wie man doch annehmen sollte, findet seinen Grund darin, daß in der
Zielkorrektion der Kimm sich noch eine für alle Höhen konstante Zielgrößen-
korrektion verbirgt. Hält man die Annahme aufrecht, daß die Kimm mit ihren
Nachbargebieten als „Kante eines unendlich großen Zieles“ anzusehen ist, so
müßte unter Benutzung der schon oben erwähnten Korrektion von —1.4 für
ein unendlich großes Ziel die @,-Kurve bei 1.4 durch die Ordinate gehen. VWVer-
längert man die stetig verlaufende Kurve, so sieht man, daß dies angenähert
ler Fall ist,
Die berechneten vg sind in Tabelle 4 (Tafel 50) gleichfalls nach Kimmentfernungen
in Vertikalreihen geordnet. Ferner stehen wiederum die Mittel der in den Spalten
angeführten Werte mit dem mittleren Fehler der einzelnen Messung und dem
mittleren Fehler des Mittels am Fußende der Tabelle. Die Auftragung der go in
Fig. 4 (Tafel 54) in ihrer Abhängigkeit von der Kimmentfernung zeigt einen Verlauf,
bei dem mit wachsender Höhe vo abnimmt und schließlich von 17 km an dem
konstanten Wert 0.004 zustrebt. Die in der Sichtformel durch go ausgeglichene
Verschiedenheit in den Gesetzmäßigkeiten der Mattglas- und Lufttrübung muß
U = =