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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1934.
Die tatsächliche Augenhöhe über dem Meeresspiegel ergibt sich dann aus
der Differenz dieser Höhen und des dem Cuxhavener Pegel entnommenen
Wasserstandes über „Cuxhavener Null“, der durch die mit „+ CN“ bezeichnete
Zahl in den Reihen wiedergegeben wird, Die zweite Spalte führt die aus den
Höhen berechneten Kimmentfernungen, während die übrigen die an der Kimm
gemessenen a-Werte enthalten, die alle als Mittelbildung aus mehreren Messungs-
ergebnissen anzusehen sind. Die verschiedenen Meßreihen wurden je nach der vor-
herrschenden Sicht zusammengefaßt und sind so geordnet wiedergegeben. Für die
spätere Auswertung mußten in Fig. 2 (Tafel 54) die a-Werte in ihrer Abhängig-
keit von der Kimmentfernung für jede Sicht graphisch aufgetragen werden.
Zur Vereinfachung sind die einzelnen Kurven mit laufenden Zahlen bezeichnet;
diese finden sich mit der zugehörigen Sicht am Kopfende der entsprechenden
Meßreihen wieder. Die gleichzeitige Sichtbestimmung erfolgte auf Neuwerk an
der Scharhörn-Bake (VIII) und an einem im Gelände befindlichen Ziel und in
Cuxhaven an der Kugelbake (IV), deren Entfernungen, Zielgrößenkorrektionen
und gemessenen « jeweils mit angegeben sind. Auf Neuwerk waren die Peilungen
vom Beobachter zum Ziel NWzW und NNW und in Cuxhaven NWzN und
gelegentlich auch NNW.
14 und 2a sind bei der Auswertung nicht berücksichtigt worden; ersteres
gewährleistet mit seiner hohen Sicht keine Sicherheit mehr, während letzteres
ginen unsauberen Meßbereich aufweist und so nahe an 2 liegt, daß es unnötig
ist. 15 bis 19 veranschaulichen Messungen, die von Herrn Prof. Dr. A. Wigand
gelegentlich einer Mittelmeerreise gemacht worden waren, Diese zu verwerten
war auch nicht möglich, da die nötige Sichtangabe nicht gemacht werden konnte.
Sie sind aber mit einem Teil der hiesigen Messungen in Fig. 2a (Tafel 54) zu-
sammen aufgetragen, um ihre gute Anpassung an den Verlauf der Kurven auch
bei größeren Entfernungen zu zeigen.
Vor den Beobachtungen wurde die Kimm, wie es überhaupt zu empfehlen
ist, mit dem Feldstecher auf Unregelmäßigkeiten abgesucht; denn man läuft
leicht Gefahr, Stromeggen und bei niedrigem Wasserstande Wattkanten mit der
tatsächlichen Kimm zu verwechseln. Da der Meßbereich das Fahrwasser
kreuzte, wurde darauf geachtet, jegliche Verunreinigung durch den Schiffs-
verkehr zu vermeiden. Als weiterer sehr wesentlicher Faktor ist die Bewölkung
anzusehen. Einerseits kann sie durch Abdeckung des Öberlichtes eine beträcht-
liche Änderung des Luftlichtes herbeiführen, andererseits, wenn tiefdunkle
Wolken den Horizont überziehen und eine direkte Beleuchtung der Kimm nicht
erfolgt, nimmt der Kontrast an der Kimm infolge Spiegelung dieser Wolken
derartig ab, daß die Sichtmessungen viel zu klein ausfallen. Abweichungen
durch azimutale Verschiedenheiten sind nicht hereingetragen worden, da Kimm
und Hilfsziel in jedem Falle in nahezu demselben Azimut lagen. Die nie zur
Ruhe kommende See und Dünung in der Elbmündung sorgten bei allen Messungen
für eine überall gleichmäßig definierte Kimm und vermieden die bekannte blei-
graue Spiegelung einer völlig ruhigen Wasseroberfläche.
10. Ergebnisse und Folgerungen aus den Messungen,
Es war schon erwähnt, daß bei der Auswertung an dem ursprünglichen
Aufbau der Sichtmessung nichts geändert werden sollte. Da die Kimmentfernung,
hier also die Zielentfernung, und der gemessene a-Wert wieder in gleicher
Weise in die Sichtformel eingehen, war vielmehr wegen der Eigenart des Zieles
and der sich zwischen Beobachter und Kimm im allgemeinen stetig ändernden,
trübenden Schichten eine Abhängigkeit der Formelkonstanten von der Augen-
höhe zu erwarten. Es handelt sich hier also um die Berechnung von og und
giner Zielkorrektion az, es lag aber für jede Meßreihe nur eine Beziehung in
der Sichtformel vor, so daß je zwei der Sichtkurven aus Fig, 2 für konstante
Kimmentfernung unter einander kombiniert werden mußten. Der Einfachheit
halber wurde die Ausrechnung nur für die vollen Kilometer der mittleren