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Full text: 62, 1934

438 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1994. 
nur in ganzen Werten genau meßbar. Der Keilsichtmesser gestattet durch seine 
stetige Trübungsänderung genauere Beobachtungen, die direkt abgelesen werden 
können, während bei dem Stufensichtmesser die zwischen den ganzen Werten 
liegenden. Ergebnisse geschätzt werden müssen, Die Schätzung läßt sich aber 
durch sorgfältiges Einarbeiten so verfeinern, daß die Genauigkeit des Keilsicht- 
messers ebenfalls erreicht wird, Der Bestimmung der a-Werte ist auch nicht 
durch die Ablese- und Schätzungsgenauigkeit eine Grenze gesetzt, vielmehr ver- 
mag das Auge Ziele mit allzu geringem Trübungsunterschied gegen den Horizont 
nicht aufzulösen, Von verschiedenen Seiten wird als allgemeine Schätzungs- 
möglichkeit !/,, einer Filtereinheit angegeben. Eine derartige Genauigkeit ist 
aber zu hoch gegriffen; bei den Cuxhavener Messungen zeigte es sich, daß im 
gewöhnlichen Fall der Praxis die Bestimmung der a-Werte genau nur bis auf 
+02 wird erfolgen können, während es nur unter besonders günstigen 
Bedingungen, wenn der Hintergrund eines größeren markanten Zieles sehr hell 
ist, so daß letzteres aus dem Gesichtskreis nicht zu verlieren ist und die zum 
Verdecken des Zieles nötige Filterzahl nicht allzu hohen Werten angehört, mög: 
lich ist, bei einiger Ubung die Messung bis auf !/,, von @ genau zu bringen. 
Da die zu findende Größe ww nicht unmittelbar durch die Beobachtung 
gegeben ist, sondern von zwei Messungsergebnissen mit dem mittleren Fehler 
ma abhängt, läßt sich, wenn co als Funktion von «, und a, durch 6 = } (@,, 44) 
dargestellt wird, durch das Gaußsche Fehlerfortpflanzungsgesetz: 
a SEE |LSE 
al (me 52) + (me 5) 
der Einfluß beurteilen, den der Fehler der Einstellung im Sichtmesser auf die 
o-Berechnung ausübt, Zur besseren Übersicht wurde die Berechnung für 
ma = + 0.25 und ma = + 0.15 durchgeführt, so daß für die in 5. angegebene 
g-Formel die Fehlerberechnung, wie folgt, aussieht: 
_ 1 035% ÜbR T 
a Ve 4? (N + Zi) ] 
x. 1 0154 (0164 \F 
Mm Vazı ze [s + (sd 
In der fünften und sechsten Spalte der Tabelle sind die sich hieraus er- 
gebenden Werte enthalten. Sie wurden wie bei der gewöhnlichen Fehlerrech- 
nung zusammengefaßt und so der mittlere Fehler der Einzelmessung und des 
Mittels für @=-+025 und @= + 0.15 gebildet, Die Rechnung ergab als 
mittleren Fehler der einzelnen Messung für 
= 20.25 mdg= 4 0.0244 
a4 015 mo = A 00147 
und als mittleren Fehler des Mittels für 
= 0.25 Mo = 4 0.0026 
a= 2015 Mo A 00016, 
Ein Vergleich mit m, = -+ 0.0196 und X, = -{ 0.0021, die aus den gemessenen 
Abweichungen der Einzelwerte von dem Mittelwert & = 0.062 sich ergeben, zeigt, 
daß die durch eine Unsicherheit von a = 4 0.2 bedingten Schwankungen von 6 
nahezu dieselben Werte wie die mittleren Fehler annehmen, Es läßt sich nun 
daraus folgern, daß ein beträchtlicher Teil der Unregelmäßigkeiten in der o-Be- 
stimmung nicht nur durch Änderung der Trübungsgesetze in den im Beobachtungs- 
bereich gelegenen Luftschichten und durch örtliche Störungen, sondern auch 
durch ungenaue Beobachtungsergebnisse begründet sein kann, Jedenfalls ist 
dies dem Fehlerfortpflanzungsgesetz nach bei der Benutzung hoher a-Werte zu 
erwarten, da der in dem Nenner stehende Faktor (14.3 — a)* in diesem Falle 
klein und m, demzufolge beträchtlich groß wird. Daher ist es zweckmäßig, 
wenn genaue Sichtangaben gefordert werden, Messungen mit geringen a-Werten 
und, worauf A, Wigand schon wiederholt hingewiesen hat, beim Vorhandensein 
von mehreren Zielen dasjenige auszuwählen, das am nächsten an der Grenze 
der Erkennbarkeit liegt,
	        
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